Tägliches Archiv:1. Januar 2012

1369 km hin

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Endlich, nach 2 Monaten arbeiten sollte es endlich Richtung Holiday gehen. Ich muss wohlverdient ergänzen  Auch wenn wir eine Menge Spaß hatten und wirklich viel erlebt haben, sind wir doch hier um auf der Straße zu sein und zu Reisen. So haben wir uns am 19.12, um 8 Uhr, auf den Weg zu Ferd gemacht, um nochmal eine Ladung Öl abzuholen, einkaufen zu gehen, Bine einzuladen und weiter zu unserer Mitfahrerin. Kate ist 20 Jahre alt, kommt aus Melbourne und ist Hippie durch und durch. Von Achselbehaarung, Teilnahme an der Occupie-Bewegung bis hin zu Geschichten über diverse bewusstseinserweiternde Erfahrungen wurden alle Cliches erfüllt. Nur die Dreadlooks haben gefehlt. Nach unserer ersten Etappe von ca. 460 km haben wir sie in Ouyen an einer Tankstelle abgesetzt, von wo sie noch 100 km bis zu ihrem eigentlichen Ziel brauchte. Nachdem ich ihr gesagt habe, dass ich zu ängstlich wäre um alleine durch Australien zu trampen, meinte sie zu mir, dass sie sich sicher ist, dass sie jemand mitnehmen wird, ob sie lebendig ankommt ist die nächste Frage 😉

Bereits im Voraus hatten wir nach Campingplätzen geschaut die kostenlos und neben einer Toilette vielleicht sogar mit einer Dusche ausgestattet sind. Allerdings war der erste, obwohl mit Dusche versehen, direkt an der Straße gelegen und wir haben uns für Weiterfahren entschieden. Der nächste Camping-Ground wurde, obwohl keine Dusche, als akzeptabel befunden und zum ersten Mal unsere Ausstattung aufgebaut. Nachdem alles gut funktioniert hatte, entschied ich mich die erste Nacht mit Robi im Zelt zu schlafen. Horror! Es war nicht kalt und nur mittelmäßig unbequem, aber so laaaaut!! Geschlafen haben wir zwei nicht besonders viel und wie wir am nächsten Morgen erfahren sollten auch Bine nicht. Sie hatte so gefroren, dass sie sich in die Matratze eingewickeln musste und gefunden habe ich sie in der Sonne schlafend, auf einer Bank vor dem Toilettenhäuschen.

Nach einem ausgewogenen Frühstück ging es auf unsere über 500 km Strecke Richtung Schlafort Nr. 2, in der Nähe von Greenfell, in einem National Park gelegen. Die Fahrt war dieses Mal wirklich beeindruckend. Von typisch australischer Vegetation, zu einem Teil wo es nichts außer Weite, Büsche, Rinder und Schafe gab bis hin zu halbwegs saftigen grünen Bergen. Die Trucks oder auch Road Trains waren manches Mal beängstigend. Man stelle sich vor, dass diese Monster genauso schnell fahren dürfen wir ein kleines Standardauto. Ich wurde wirklich oft überholt…
Der National Park war etwas verwirrend beschildert, so dass wir auf dem Privatgrundstück eines Farmers landeten. Dessen doofe Köter waren definitiv dressiert Fremde direkt anzufallen und zu zerfleischen. Nach unserem Besuch war „nur“ die Beifahrertür etwas zerkratzt. Aber er war nett und hat uns den Weg erklärt. Auf dem Weg zu dem Camping-Ground haben wir Kühe gesehen, die nicht eingezäunt waren oder Kängurus die über den Weg gehüpft sind. Angekommen, haben wir den Platz, den wir uns mit einem älteren Pärchen teilten, als idyllisch befunden, was direkt wieder versaut wurde. Plötzlich kam uns der Farmer entgegen. Er wollte nur sichergehen, dass wir auch angekommen sind. Ähhh was? Ist das jetzt typisch australische Nettigkeit ODER wollte er checken, dass wir auch tatsächlich an diesem Platz campen und vielleicht sogar alleine sind, um uns nachts noch einmal besuchen zu können?! Natur pur und absolute Einsamkeit kann auch wirklich gruselig sein. Aber egal, wir hatten ein schönes Dinner mit noch mehr tierischen Besuch. Familie Wallebee (Mutter, Vater, Kind) und ein Fuchs haben uns besucht. Dummerweise haben wir unseren Müll nicht direkt wieder im Auto verstaut, sondern haben abgewartet, bis unser Film zu Ende war. Robi hatte seine Schuhe vor dem Auto stehen gelassen und plötzlich war da nur noch einer. Der Müll war natürlich über die nächsten 2 Meter Umkreis verteilt, was dazu geführt hat, dass wir nur noch gemeinschaftlich auf Toilette gegangen sind und wir drei gemeinsam, wie die Sardinen, im Auto schliefen. Ich für meine Wenigkeit habe mir mehr Gedanken um meinen Axtmörder gemacht, als um niedliche Wallebees oder kleine Füchse. Meine Halbschlafnacht war um 5 Uhr zu Ende. Nach einem schönen Sonnenaufgang und ein paar 100 Seiten meines Buches, sind dann auch die anderen beiden wach geworden und wir haben uns auf unsere letzte Etappe, von nur noch 280 km gemacht.

Auch dieser Part hat wieder die Naturvielfalt die Australien zu bieten hat unter Beweis gestellt. Dieses Mal führte uns der Weg durch Berge, auf und ab bis wir in den Blue Mountains angekamen. Nach dieser Fahrt hatte unser Auto seinen Namen weg. Bumblebee (Hummel). Manchmal flott, aber auch schwerfällig, groß und kuschelig und natürlich auch farblich fast angepasst. Auf jeden Fall hat er sich wirklich gut geschlagen, auch wenn wir so manchen Berg mit nur 20 km/h erklimmen konnten.

Wir ihr sicherlich bemerkt habt, war das Tag drei ohne Dusche und eigentlich war das auch das einzige, was alle wollten: Duschen und schlafen! So haben wir den Schlüssel abgeholt, sind einkaufen gegangen und zum Haus geeilt.