Auto verkauft ergo „Normales“ Backpackerleben

Was für ein Glück, dass wir tatsächlich innerhalb kürzester Zeit unser Auto verkaufen konnten. Ich war etwas traurig, da ich das Leben und Reisen im und mit dem Auto wirklich mochte. Auch an das Campen hatte ich mich schnell gewöhnt und es sogar genossen. Wir sind mit der Sonne aufgestanden und mit der untergehenden eingeschlafen. Auch die Unabhängigkeit die wir mit dem Auto besessen haben wussten wir zu schätzen. Unterwegs lernten wir immer wieder Australier kennen und haben die verschiedensten Ansichten über die unterschiedlichsten Themen gehört. Das war überwiegend interessant und lehrreich, andererseits auch oft ziemlich engstirnig und eigensinnig.
Jedoch überwiegt der erleichterte Teil in mir. Neben den vielen tollen Erlebnissen und Erfahrungen die wir gemacht haben bin ich der Meinung, dass wir durch dieses Auto mit dem realen Backpackerleben konfrontiert wurden. Australien ist kein Land in dem die Sonne immer scheint und alle Menschen freundlich sind und dir nur das Beste wünschen. Das Reisen mit Bus und Bahn und das Leben im Hostel ist so einfach. Das wahre Leben wartet auf der Straße und Campingplätzen 😉
Das Auto sollte bis zu unserem Reiseende unser ständiger Begleiter sein. Nun war nach 4 Monaten das Kapitel Roadtrip abgeschlossen und wir waren wieder ganz gewöhnliche Backpacker, die sich um ein Zimmer im Hostel kümmern, den Raum mit 10 anderen teilen und öffentliche Verkehrsmittel nutzen müssen.

Nach 5jähriger Abstinenz und 4monatiger Autofahrt hatte ich vollkommen vergessen, dass auch Hostels ein Abenteuer sein können. Im Internet hatten wir verschiedene Seiten gecheckt, um das Hostel mit den besten Bewertungen ausfindig zu machen. Das Problem war nur, dass die meisten kein Zimmer frei hatten. So landeten wir in einem Hostel (Planet Inn – es klingt schon so nach Disco) mit 73%, was erst mal gar nicht so schlecht ist! Beim Betreten mussten wir über unterschiedlichste Backpacker steigen, die im Gang mit ihren PC´s rumlümmelten. Nach dem Einchecken fragte ich nach einem Schlüssel, worauf der Typ zu mir meinte, dass das hier alles ganz locker ist und die Wertsachen im Schrank im jeweiligen Zimmer verstaut werden. Ähm, OK… Wir hatten letztlich ein Zimmer, welches sich ziemlich nah des Backpackerknäuels auf dem Flur befand. Wie wir erfuhren gab es umsonst Internet und der WLan-Router war direkt direkt neben unserem Zimmer angebracht. Als wir unser Raum betraten war ich etwas enttäuscht, dass unsere Betten noch nicht bezogen waren. So wäre mir der Blick auf Matratze und Kissen erspart geblieben. Ich weiß ja, dass man nicht allzu viel erwarten kann, aber die Hostelbesitzer könnten doch zumindest so tun als wäre es sauber?! Auch ohne mich auf die Matratze zu legen wusste ich, dass ich am nächsten Morgen einen Hüftschaden erlitten habe und das Kissen hätte locker als Putzlappen durchgehen können. Ziemlich schnell stand für uns fest, dass wir hier nicht bleiben möchten und hatten wieder begonnen unsere Liste abzuarbeiten. Eines der wirklich gut bewerteten Hostels (92%?!?!?!?) meinte, dass wir einfach am nächsten Morgen gegen 11 Uhr vorbeikommen sollen und dann wüssten sie, ob etwas frei ist. Da wir eh noch einmal in die Stadt wollten, sind wir bei diesem vorbeigelaufen und konnten tatsächlich drei Plätze für den nächsten Tag reservieren.
Am nächsten Tag sind wir erleichtert aufgebrochen, um festzustellen, dass wir tatsächlich eine noch schlimmere Unterkunft gebucht haben. Während das andere Hostel zumindest noch saubere sanitäre Anlagen hatte, war in unserer neuen Bleibe einfach alles dreckig und keimig. In unserem Zimmer lag alles von der Perücke über den Tampon bis zum Calvin Klein Schlübber, was aber niemanden der Bewohner gehört hat. Die Duschen samt Toilette waren sowas von würgh!!!!!! Ob Duschen oder auf Toilette gehen, das Ziel bestand darin NICHTS zu berühren. Wenn wir Glück hatten gab es in der Küche für jeden einen Teller. Manche haben mit Plastikgabeln gegessen. Am schärfsten war die Euro Bar, die sich direkt unter unserem Hostel befand. Unsere Hälfte hatte direkten Zugang zum Innenhof der Bar und am Freitag und Samstag von 21-2 Uhr hatten wir das Vergnügen und zwar ganz umsonst Hip Hop und RnB zu lauschen. Fenster gingen nicht zu Schließen – Konsequenz: mittendrin statt nur dabei. Die nächsten zwei Tage versuchten wir erfolglos einen Hostelplatz zu buchen und fanden uns schließlich einfach damit ab.

Zum Glück waren wir in Perth, der angeblich schönsten Stadt von Australien. Ich mag Perth. Hier liegen Kleinstadtgefühl und trendy City nah beieinander. Alles ist schnell zu erlaufen und die freie Buslinie macht das Perth erkunden noch einfacher.
Außerdem ist Perth mit durchschnittlich 300 Sonnentagen im Jahr die sonnenreichste Stadt Australiens. Von unseren 7 Tagen Perth hatten wir drei Tage lang schlechtes Wetter, wo wir nicht wirklich aktiv sein konnten. Allerdings haben wir die restlichen Tage mit allen drei freien Buslinien Perth entdeckt, waren im Western Australia Museum, in der Art Galery, haben ein öffentliches Konzert besucht usw. Nur sind während der Zeit in Perth so gut wie keine Fotos entstanden.

Am Montag hieß es dann Tschüss Marcel & Perth und Hallo Adelaide. ADELAIDE. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es uns wieder dahin verschlägt aber es war die schnellste Möglichkeit viel Geld verdienen zu können. Unser neustes Ziel heißt Asien. Wie und was wissen wir noch nicht. Aber zuvor heißt es die Festivalsaison in Adelaide durcharbeiten, dann die Great Ocean Road entlang düsen, Mariska besuchen und Fraser Island erkunden.

Ein Kommentar

  1. Schwelli Says: Your comment is awaiting moderation.
    Februar 15th, 2012 at 18:56

    meine liebste Schwelli, lieber Robi 🙂

    es ist sooo schön das zu lesen!! die Bilder sind der Hammer. 🙂 sooo wow…das kann man gar nicht in Worte fassen! Ihr erlebt so wahnsinnige Sachen…die das andere wieder wett machen! aber ja…es ist wirklich nicht alles gold was glänzt.

    genießt die Eindrücke und lasst euch nicht unterkriegen. Ich hätte so manches nicht ausgehalten, das weiß ich! diese Hostels…das Auto…der BRuch…ich wäre schon lange in einen Flieger eingestiegen…oder erstmal Rotz und Wasser geflennt!! 🙂

    ihr macht das toll!!

    Hier in Berlin ist´s heute mal wieder *warm*. ich rede von Plusgraden, nachdem es in den letzten Wochen immer so furchtbar kalt war. Bin gespannt wie lange das anhält. 🙂 Wird Zei tdas der Frühling kommt.

    Meine Haare werden immer länger liebe Anja. einen Zopf, einen minikleinen, kann ich mir schon binden 😀 hihi! Aber wenn ihr wieder da seid, dann hahahaa….jajaa…voll die Matte aufn Kopp!

    ich umärmel euch…nicht mehr sooo lange und wir sehen uns wieder!! ich freu mich so

    Eure Schwelli plus Schwagitante

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