Nachdem ich wieder etwas saumselig mit der Aktualität meiner Beiträge war, nähern wir uns allmählich wieder der Gegenwart.
Ziemlich kurz, nämlich zwei Tage nach unserer Ankunft, entschieden wir uns mit Jana (Deutsch), Michael (Schweizer) und Roger (Schweizer) einen Trip in die Mitte Australiens zu starten. Wir hatten noch eine Woche bis zum Arbeitsbeginn und ob wir nun eine Woche Unterkunft zahlen und rumhängen oder eine Woche ein Auto mieten und noch etwas erleben hat finanziell kaum einen Unterschied gemacht. So haben wir uns ganz spontan am Dienstag letzte Woche entschieden am Mittwoch ein Auto zu mieten loszudüsen. Wie der Zufall es wollte, konnten wir auch noch am selben Abend ein 4Mann-Zelt auf Gumtree (australisches Ebay-Kleinanzeigen) für schlappe 50 Dollar ersteigern. Die Schweizer hatten ihr eigenes Auto und wir wollten uns einen kleinen Toyota Yaris mieten. Allerdings hatte uns die Dame bei der telefonischen Vorbestellung einige Kosten unterschlagen, weshalb wir uns allesamt dafür entschieden zu fünft im Ford Falcon zu fahren. Ganz gegen mein Misstrauen von zu eng und zu heiß war es beinahe komfortabel. Dieses Auto war gegen unseren Van ein Luxusmodell. Es hatte Klima, wir konnten schneller als 70 km/h fahren und sogar elektrische Fensterheber gehörten zur Ausstattung. Wir sind die Straße entlang geflogen und auch ich durfte wieder auf´s Gas treten und endlich einen Roadtrain überholen. Wuhuuuuu… Man stelle sich vor: In South Australia ist es erlaubt mit drei Anhängern zu fahren und in Northern Terretory sogar mit fünf. Unglaublich diese Teile. Dieses Mal waren die Straßen nicht nur von toten Kängurus, sondern auch von toten Kühen gesäumt und dann wird deutlich was diese Roadtrains für eine Kraft haben.
Am ersten Tag ging es wirklich nur darum das Auto zu mieten, einkaufen zu gehen, Schlafsäcke + Iso-Matten zu besorgen und zum ersten Schlafplatz zu gelangen. Das lustige war, dass wir exakt denselben Weg einschlugen und dieselben Campingplätze ansteuerten wie ich es damals bereits getan hatte. In meiner Erinnerung hatte Schlafort Nr. 1 Rasen, aber dem war leider nicht so. Gleich am ersten Abend haben wir uns also einen Hüftschaden zugezogen und waren ziemlich gerädert als wir später Coober Pedy erreichen sollten. Unser erstes Ziel war das ehemalige Zuhause von Crocodile Harry. Auch da war ich bereits damals gewesen, allerdings konnten wir ihn dieses Mal nicht schlafend in seinem Bett beobachten 😉 Außerdem waren es keine 2 Dollar Spende mehr, sondern 5 Dollar Eintritt. Jetzt ist es ein Quasi-Museum und ob sich sein guter Freund nun daran bereichert oder nicht sei dahingestellt. In nächster Zeit soll ein Hostel in Harrys alter Miene entstehen, mehrere Dokus stehen an und er möchte ein Becken mit Krokos anlegen. Auf jeden Fall hat er uns viele interessante Dinge aus Harrys Leben berichtet, wie er auf Krokodiljagd ging und natürlich auch seine Leidenschaft zu den Frauen, was in seinem Zuhause kaum bemerkbar ist. Außerdem hat er uns noch einige seiner Opalfunde gezeigt. Jaja, dass Opalfieber! Angeblich soll es in Coober Pedy kaum noch Frauen geben, da diese von Höhle und 50 Grad Außentemperatur die Schnauze voll haben. Wer kann es ihnen verübeln. Nach Harry haben wir uns eine fantastische Pizza bei John´s Pizza schmecken lassen. Wer hätte gedacht, dass es an solch einen Wüstenplanetenort so gute Pizza gibt. Übrigens haben wir uns diese auf dem Hin- und Rückweg schmecken lassen 😉
Insgesamt wirkt diese Stadt wirklich wie von einem anderen Planeten. Nirgends gibt es ein grünes Fleckchen. Hier und da ein Bäumchen in dessen Schatten Aborigines chillen. Ansonsten viel Staub und Sand. Nicht ohne Grund wurde hier Mad Max III, Pitch Black (das Raumschiff haben wir uns angeschaut) und viele andere Filme gedreht. Übrigens sieht man wohl bei Mad Max am Ende sogar das „Haus“ von Harry?!
Nach einer etwas erholsameren Nacht auf dem nächsten Schlafplatz, erreichten wir am Freitag den Uluru. Wuhuuuuu!!! Ich frage mich, ob ich damals schon 25 Dollar (3 Tage gültig) für den Nationalpark bezahlt habe. Mein lieber Scholli, das ist nicht wenig. Und dann schlängelten wir uns 20 km die Straße entlang, um schließlich vor diesen gewaltigen orangenen Berg (für die Schweitzer eher Hügel) zu stehen. Wie auch damals entschieden wir uns wieder für eine Umrundung. Trotz der 11 km durch die glühende Hitze waren wir trotzdem immer noch total fasziniert von der Vielfältigkeit und Größe dieses australischen Merkmals. Wie kein anderes steht der Uluru (Ayers Rock) für Australien. Leider konnten sich meine Begleiter nicht so sehr am Sonnenuntergang erfreuen wie ich 😉 Ich finde es immer noch fantastisch, wie sich das Orange zu einem dunklen Ocker verändert. Am Samstag hatten wir nicht nur Kata Tjuta (Olgas) erkundet, sondern auch Michaels Geburtstag gefeiert. Wir waren alle derselben Meinung, dass die Olgas um einiges interessanter sind, als der Uluru, da sie einfach viel mehr Abwechslung, kleine grüne Oasen, Vogelgezwitscher und viel Schatten bieten. Nach einem kurzen Walk von 3km haben wir uns dann auch schon wieder in Richtung Adelaide aufgemacht. Während unserer Rückreise lernten wir auf einem der Campinggrounds Nico aus Frankreich und Wumbe aus Äthopien kennen. Nico dreht einen Film über Diabolo und die verschiedenen Styles die es in jedem Land gibt. Ich glaube er hat bereits die gesamte Welt bereist. Unglaublich! Aus seiner Leidenschaft hat er eine Berufung gemacht. Mich hat er jedenfalls gleich bekehrt. Ich muss unbedingt ein Diabolo bekommen!!! Damit kann ich mir in Asien wunderbar die Zeit vertreiben.
Und dann waren wir auch schon fast da. Es stand nur noch der Salzsee „Lake Hart“ auf dem Programm, was so ziemlich eines der Highlights war. Dort haben wir ordentlich Fotos geschossen und uns dann endgültig vom Outback verabschiedet. Nach solch einen wunderbaren Trip, mit wunderbaren Menschen, möchte man gar nicht zurück ins Hostel und arbeiten, sondern weiterreisen – einfach weiterfahren. Leider bleibt uns das für die nächsten 4 Wochen vergönnt, aber dafür gibt es dann eine große Entschädigung 😉

Schöööööööön !!!!!! ;))
Es schleift Frau B.! We need more infos!