Just another day in Cambodia

Die Busfahrt von Shianoukville über Phnom Penh nach Battambang hat einen eigenen Beitrag verdient. Zuerst haben wir uns gefreut, dass wir ganz vorne sitzen dürfen, da wir so über mehr Beinfreiheit verfügten. Allerdings wurde schnell klar, dass das wie Achterbahn fahren ist. Und da möchte ich auch nicht in der ersten Reihe sitzen.  

Zum Glück war die Geschwindigkeitsanzeige kaputt, ansonsten wären meine Augen panisch zwischen Geschwindigkeitsanzeige und Straße hin un her gezuckt. Rückspiegel brauch in Kambodscha auch kein Mensch. Ein ungeschriebenes Gesetz, und das wichtigste im Straßenverkehr, besagt: „Während des Überholvorgangs laut hupen, sodass der Überholte nicht ausschert oder in einer besonders kritischen Situation sich möglichst schnell darauf vorbereiten kann demnächst von der Strasse abgedrängt zu werden.“ Dies betrifft vor allem Motorrollerfahrer.  

Generell glaube ich ja, dass kambodianische Busfahrer total verrückte Typen sind, die keine Angst verspüren und wahrscheinlich zu viel Transporter gesehen oder Grad Turismo gespielt haben. Immer auf der Suche nach dem Kick, wird alles und überall überholt. Auch hier spielt die Hupe wieder eine wichtige Rolle. Wahrscheinlich um die Entgegenkommenden vorzuwarnen.  

Die Busse selbst haben allesamt schon bessere Zeiten erlebt. Zumindest die, die wir fahren. Das sind meist die Busse, in denen wir die einzigen „Ausländer“ sind. Robi und ich sind wirklich zu groß und breit für dieses Land. Wir quetschen uns zusammen auf die zwei Sitze und hoffen, dass die Stunden schnell vergehen. Aber was will man bei einer 12 Stundenfahrt für schlappe 10 Dollar + Knieschaden, Kopfschmerzen und Hupenalbtraeume erwarten.
 
Nachdem wir in Phnom Penh etwas verspätet ankamen, hieß es fix Tickets tauschen und Gepäck verstauen. Wir hatten wieder das Vergnügen in der ersten Reihe zu sitzen. Allerdings dieses mal hinter dem Busfahrer. 6 Stunden bis Battambang und nichts mit Beine austrecken und noch besserer Sicht auf die Straße.

Nach eine paar Stunden stand der übliche Stop an, um auf Toilette zu gehen oder sich etwas zu futtern zu besorgen. Wir kauften eine Ananas und als ich nach den Preis fragte, wurde ziemlich schnell klar, dass sich die Verkäuferin über uns lustig macht. Keine Scham oder der Versuch es unscheinbar zu machen. Lautstark schnitt sie mir meine Frucht und plapperte ziemlich laut etwas in Khmer, was der Rest des Marktes ziemlich lustig fand und alle Blicke waren auf uns gerichtet. Wir haben wahrscheinlich viel zu viel bezahlt, aber wat solls. Humor ist, wer über sich selber lacht.

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