Autor-Archiv:aunddannb

Reiseromantik versus Realität

IMG_1901

Den Artikel habe ich vor einer gefühlten Ewigkeit geschrieben…. Somit, nehmt euch Zeit beim Lesen!

Während der letzten 8 Tage habe ich über viele Titel nachgedacht: „On the road“, „Australien will uns auskotzen“, „Das Ende und ein Anfang“ usw. Schließlich schien mir „Reiseromantik versus Realität“ am geeignetsten.

Im Grunde hat unsere Reise wirklich ruhig begonnen. Das Wetter war nicht zu heiß, die Stimmung war gut und es ging voran. Der erste Camping Ground in Port Pirie war auch ganz in Ordnung. Ausgenommen des Strandes! Dieser befand sich ganz idyllisch nächst zu einer Fabrik. Robi und Marcel sind tatsächlich ins Wasser gegangen. Ich habe nur auf den Fisch mit 10 Augen gewartet oder immer noch darauf, dass den beiden dritte Gliedmaßen wachsen.

Dann ging es nach Ceduna, um dort 2 Tage zu verbringen und in Ruhe Marcels Geburtstag feiern zu können. Dieser Camping Ground war wirklich deluxe! Angefangen bei den sanitären Anlagen bis zu der Camp-Küche. Leider war auch hier der Beach nicht so pralle. So haben wir uns entschieden den nächsten Tag zu nutzen, um zur Touri-Info zu fahren und nach lohnenswerten Stränden zu fragen. Die Lady erklärte uns, dass eine Vielzahl der Strände nur mit einem 4 Wheel Drive zu erreichen seien, aber da wäre ein wirklich schöner der sich nur 10 km entfernt befindet. Wir nur halbprovisorisch mit Sprit ausgestattet machen uns auf den Weg und müssen ziemlich bald feststellen, dass sie eine Falschaussage getroffen hat. Nachdem wir mit dem Auro bereits 20km über Stock und Stein gestolpert waren, sind wir dann doch umgedreht, um zu tanken und nochmals nach dem Weg zu fragen. Hier wird einem dann doch erst einmal deutlich, was in Australien Entfernungen bedeuten. Wir sind an diesem Tag 40km hin und wieder zurückgefahren, nur um an einen Strand zu liegen, der zwar wunderschön war und wir völlig allein, aber voller vertrockneten Seegras und dieser ätzende Wind!
Ebenfalls in Ceduna hatten lernten wir 2 kanadische Pärchen kennen, die sich im Ruhestand befinden und für 4 Monate mit dem Camper durch Australien reisen. Eigentlich wollten wir uns alle in Eucla wiedertreffen, um dort nochmal einen schönen Abend zu verbringen. Allerdings sollte das alles ganz anders kommen. Ceduna gilt als Tor zur Nullabor Plain, in deren Richtung wir voller Spannung, mit nächsten Stop Eucla, gestartet sind. Es hat wirklich alles wunderbar geklappt. Das Auto ist gerollt und schließlich hatten wir die Grenze zur Nullabor Plain erreicht. Noch einmal voll tanken und dann wieder ein Stück zurück, um uns die „Great Australian Bight“ anzuschauen. Bereits auf dem Weg dahin mussten wir feststellen, dass die Temperaturanzeige des Autos in den roten Bereich zu rutschen schien. Wir dachten uns erst mal nicht viel dabei, da wir bereits einige km gefahren waren. Also links ran und warten. In diesem Moment kamen uns die Kanadier entgegen, denen wir freundlich zugewinkten. Dann ging es weiter zur Bight wofür wir zwar 5 Dollar bezahlen mussten, allerdings war es das auch wirklich wert! WOW!!! Weit entfernt waren riesige Sanddünen zu sehen, die durch die Sonne mit dem Himmel eins zu werden schienen. Die Küste selbst ist durch riesige Kliffe geprägt, die im Laufe der Jahrtausende durch den Ozean eine einzigartige Form erhalten haben. Nachdem wir den visuellen Hunger gestillt hatten, gab es auch noch etwas zu Futtern, um den physischen Appetit zu befriedigen. Außerdem galt es das gesamte Obst und Gemüse zu essen, da auch in Western Australia das Quarantänegebot gilt. Eucla war nur noch ca. 120km entfernt, allerdings wurde der Motor bereits auf dem Weg zu der Tankstelle, wo wir zuvor waren, wieder viel zu heiß, was uns dann doch zu denken gab. Robi und ich hatten uns vorsorglich eine Mitgliedschaft bei der RAA (der australische ADAC) zugelegt und was für ein Glück, dass eben diesen Service bei diesem Roadhouse gab. Nachdem wir uns hilfesuchend an einen der Mitarbeiter des Roadhouses gewendet hatten, konnte der uns nur mitteilen, dass der Zuständige heute seinen Tag frei hat. „OK, könntest dann nicht du einen Blick darauf werfen?!“ Ziemlich halbherzig hat er das auch getan, indem er nochmals den Motor angeworfen und mit seiner Hand im Motor rumgetätschelt hat. Anschließend meinte er zu uns, dass wir es ruhig weiterfahren sollen und fragte, ob wir auch ja genug Wasser dabei haben.

Nur zu Erklärung. Die Nullabor Plain ist absolutes Ödland! Es ist das größte Stück Kalkstein Australiens, worauf etwas nördlicher des Highways kein Baum und nichts wachsen. Dieser Highway ist erst seit ca. 20 Jahren betoniert. Zuvor haben sich nur Roadtrains auf den Weg durch die Nullabor gemacht. Keiner reist gerne durch diesen Part von Australien. Auf der gesamten Strecke von Ceduna bis nach Norseman gibt es keine Stadt, keine Supermärkte und wirklich nur sehr spärlichen Handyempfang. Wir haben uns sicherlich etwas naiv auf dem Weg gemacht. Uns war klar, dass wir Wasser benötigen werden, aber die Essensvorräte?! Nun zurück zum Nullabor Plain Roadhouse!

Wie angeraten haben wir uns wieder auf den Weg in Richtung Eucla gemacht und es ganze 37km geschafft, um dann wieder im beinahe roten Bereich zu schweben. Dann war es auch wirklich genug und entschieden uns für einen Anruf bei der RAA. Allerdings ist das gar nicht so einfach mit keinem bis einem Strich Empfang. Um eine SMS zu schreiben war es dann doch genug. Und mal wieder halfen uns Sahra und Sanji. Eigentlich hatten wir uns bereits auf stundenlanges Warten eingerichtet, was sich letztlich doch auf eine Stunde begrenzte. Was mich trotzdem nicht davor gerettet hat, dass ich im Busch auf „Toilette“ gehen musste. Und nun versuch das mal in einer baumlosen Zone! Nach 1 ½ Stunden trafen unsere vermeintlichen Lebensretter ein. Und siehe da, anscheinend hatte der Kollege doch keinen Urlaub. Es war nämlich jener welcher des Nullabor Roadhouses. Das Problem war schnell gefunden. Der Toyota Town Ace hat zwei Wassertanks. Einen Überlauf und einen aus Metall, den wir Deppen nicht als solchen wahrgenommen haben. Die beiden schütten nun Wasser auf. Daraufhin sollten wir den Motor starten, um die Luft aus dem Kühlsystem zu pressen. Plötzlich sehen wir Schaum und Blasen, woraufhin wir uns verwundert an die beiden richteten, ob das so sein soll. Sie lachen und meinen, dass sich ein bisschen Fit darin befindet und es würde den Motor reinigen. Wir wissen nicht über was sie lachen. Schließlich sollten wir es dann nochmals probieren aber in Richtung Roadhouse für den Fall, dass sie uns doch abschleppen müssen. Wir waren total euphorisch und happy, dass es sicher gleich weiter geht, doch stoppten uns die beiden bereits vor den verabredeten 10km und die Temperatur ging wieder hoch. Verdammt! Also wurden wir abgeschleppt. Lasst euch mal 37km bei 20 km/h Abschleppen durch den Kopf gehen. Schnarch! Dort angekommen meinten die Deppen zu mir, dass sie mal ausrechnen, was ich Ihnen schuldig bin. Außerdem denkt er, dass wir den 150km entfernten Mechaniker anrufen müssen, dass der sich das Auto anschaut aber er jetzt schon vermutet, dass auch er uns in seine Werkstatt schleppen muss, da es sicher ein größerer Schaden ist. Da sitzen wir nun. In the middle of fucking nowwhere. Unsere RAA-Mitgliedschaft deckt nur 32 km freies abschleppen. Jeder km kostet 2,60 $. Kein Bus. Keine Bahn. Nur dieses verdammte Roadhouse. Wir und insbesondere ich waren verzweifelt. Das wäre das Ende gewesen. Nur um das Auto zu dem Mechaniker schleppen zu lassen hätten wir knapp 800$ bezahlt und zu diesem Zeitpunkt hätte der Mechaniker noch nicht mal einen Blick hineingeworfen. Wir hatten das Auto bereits abgeschrieben. Ich heulte Rotz und Wasser. Was passiert mit dem Auto? Was passiert mit dem Camping-Stuff und was passiert mit uns? Auf dem Weg zur Toilette kommen mir wieder die zwei Typen entgegen und sie sehen, dass ich geflennt habe! Da drückt mir einer von denen eine Rechnung von 157$ fürs Abschleppen in die Hand. Völlig paralysiert gehe ich mit denen zum Auto und wir bezahlen. Da wussten wir noch nicht, dass die Standardmitgliedschaft 32km freies Abschleppen beinhaltet. Also haben wir für ganze 5km 157$ bezahlt. Abgezogen! Dort haben wir schließlich noch eine Nacht verbracht, mit dem Vorhaben, dass wir es morgens einfach selber noch einmal wagen bis nach Nundroo und dem Mechaniker zu fahren. Da wir kein Zelt aufstellen konnten mussten wir eben zu dritt im Van schlafen, was gar nicht so schlimm war und ich hatte sogar ziemlich gut geschlafen. Am darauffolgenden Morgen ist Marcel gefühlte 100-mal hin und her gefahren, um zu testen, ob der Motor wieder heiß läuft. Als dann immer noch nichts passiert war, entschlossen wir uns wieder zurück nach Adelaide zu fahren. Nach 140km Richtung Adelaide und einem immer noch wunderbar laufenden Auto entschlossen wir uns dann für einen kompletten Routenwechsel, der ebenfalls schöne Strände versprach und keine 4700km andauern würde. Also wieder zurück und dieses Mal haben wir es sogar bis nach Eucla geschafft! An diesem Abend hatten wir ein supernettes Pärchen aus Perth, ursprünglich aus Südafrika, getroffen. Weil wir so einen schönen Abend verbracht hatten und Henrietta am nächsten Tag Geburtstag feiern wollte, vereinbarten wir uns gemeinsam auf der Fraser Range treffen, um dort die nächste Nacht zu verbringen. Wir waren größenwahnsinnig und dachten, dass das Auto 700km schaffe würde, aber falsch gedacht. 160km vor der Fraser Range und 30km vor dem nächsten Roadhouse sind wir dann wieder liegen geblieben. Wir dachten, dass sich der Motor vielleicht von allein abkühlen würde und haben uns für 2 Stunden warten entschieden, um es dann noch einmal zu riskieren. Währenddessen hielt ein Auto und bot Hilfe an, die wir mit einem Lächeln abwiesen. Später kamen dann auch Anton und Henrietta, die uns mit Nahrungsmitteln versorgten und dem Versprechen, dass sie uns nicht im Busch zurücklassen. Falls wir um 18 Uhr noch nicht auf der Fraser Range angekommen sind, dann fahren sie zurück. Nach unseren 2 Stunden und 5 weiteren km, mussten wir einsehen, dass das keinen Sinn macht und wir wieder die RAA anrufen müssen. Leider gab es keinen Empfang, also Autos anhalten. Auto Nr. 1 konnte nicht helfen, Auto Nr. 2 hätte uns abschleppen können, aber wir hatten kein Seil, Auto Nr. 3 ist hemmungslos an uns vorbeigefahren und Auto Nr. 4, eine Familie aus Esperance, hat uns schließlich nach 1 Stunde Autos anhalten weitergeholfen. Wir haben ihnen die Daten für die RAA gegeben und Antons Nr. Wiederum haben Sie uns mehr Wasser gegeben. Danach war wieder Warten angesagt. Um 20:30 Uhr, ganz 6 ½ Stunden später kam Anton und hat uns bis zur Fraser Range abgeschleppt. Für Marcel war es der absolute Horror. Anton hat uns nämlich bei 80km/h abgeschleppt und war der Meinung, dass Robi und ich lieber bei Ihm mitfahren sollten, weil es dann sicherer wäre. Auf der Range angekommen gab es gegrilltes und getoastetes von Henrietta. Wir haben uns etwas schlecht gefühlt, da Anton an ihrem Geburtstag abgeschleppt hat und das hat einige Stunden in Anspruch genommen. Außerdem ist es auch nicht ungefährlich, da Kängurus, Emus usw. alles nachtaktive Tiere sind und wir tatsächlich einige am Wegesrand haben stehen sehen. Am nächsten Morgen rief ich also wiedermal bei der RAA an, wo ich feststellen musste, dass unser Auftrag von Vorabend nicht verarbeitet wurde. Wäre Anton nicht gewesen, dann hätten wir die Nacht im Busch an der Straße verbracht. Die hilfsbereite Familie vom Vortag hatte nicht nur RAA und Anton angerufen, sondern auch die Polizei. Aber auch diese hatte an unserem Schicksal kein Interesse. Anton und Henrietta waren bereits sehr früh nach Perth abgereist und im nächsten Moment hatten wir schon die nächste Bekanntschaft gemacht. Auch diese Familie hatte uns noch etwas zu knappern dagelassen. Wie peinlich und nett zugleich 😉 Gegen Mittag kam schließlich der Abschleppservice, der uns nach Norseman brachte. Leider haben wir uns zum Liegenbleiben ein Wochenende ausgesucht und am Sonntag macht ja bekanntlich niemand etwas. So hätten wir uns eigentlich wieder etwas für eine Nacht suchen müssen. Allerdings haben wir uns mit dem jungen Mann vom Abschleppdienst so gut verstanden, dass er mit seinem Kollegen sprach, ob wir nicht eine Nacht bei ihm auf dem Schrottplatz verbringen könnten. Null Problemo! Was für ein Spaß. Wer kann das schon von sich behaupten eine Nacht aufn Autofriedhof zu verbringen. Gerhardt und Ivana haben uns tags über und in die Nacht hinein die Zeit vertrieben. Gerhardts Vater kam aus Deutschland und Ivana stammt ursprünglich aus Kroatien. Die beiden hatten wirklich viel zu berichten und die Einladung zum abendlichen Bier wollten und konnten wir nicht ausschlagen. Seit einiger Zeit leben sie in einem Wohnwagen auf dem Platz und passen auf, dass sich niemand an den schrottreifen Autos vergreift. Später wollen sie sich ein Haus kaufen. Um es uns gemütlicher zu machen haben sie die Lichterkette angeschmissen und deutsche Volksmusik auflegt. Sehr sympathisch aber auch irgendwie etwas seltsam. Zum Abendbrot gab es an diesem Abend übrigens unser letztes Essen: Reis mit Dosenmais und Dosenbohnen.
Am nächsten Morgen sind wir dann in die Werkstatt gedüst, wo bereits ein großes Wohnmobil stand und wie wir wartete. Nur, dass diese Familie dort bereits seit Donnerstag seine Zelte aufgeschlagen hatte. Unsere gesamte Wartezeit über hatten wir ein Schwätzchen mit den dreien, wobei diese Australier eine Neigung zum Pessimismus und Rassismus hatten.

Endlich sollten wir erfahren, was nun wirklich mit dem Auto nicht stimmte. Einer der Zylinder im Kühlsystem hatte einen Haarriss, den der Mechaniker mit einer Masse füllte und wir daraufhin problemlos Richtung Esperance, den Anfang unserer neu bestimmten Strecke, starten konnten.

Wenn auch noch etwas angespannt kam nach 8 Tagen Wüste, mit der Aussicht auf Sonne, Strand und Meer dann doch endlich Urlaubsgefühl auf. Die Nullabor Plain ist wirklich ein heißes Pflaster und wir drei blicken jetzt respektvoll und nicht ohne ein Kopfschütteln auf unsere Vorbereitungen zurück. Trotz des vielen Fahrens und wenig bis gar keinen Bäumen fand ich die Natur und die Weite die diese Strecke zu bieten hat wirklich beeindruckend. Eine Schande sind die Roadhäuser, die wahrscheinlich Millionäre sind… Die Nullabor Plain war definitiv eine EINMALIGE Erfahrung, die mir klar gemacht hat, wie schnell der Spaß auch zu Ende sein kann und das man sich viel mehr mit den Gegebenheiten der Umgebung auseinandersetzen muss, um nicht wie wir ohne Essen und Trinken dazusitzen.

Weihnachten in den Blue Mountains

An Tag 1 und Tag 2 haben wir ausschließlich gegammelt, uns ein bisschen die Stadt angeschaut und sind einkaufen gewesen. Hier lässt sich bereits sagen, dass Katoomba über wirklich ausgezeichnete und günstige Trödel- und Antiquitätenläden verfügt. Schließlich haben wir nur noch darauf gewartet, dass Marcel eintrifft und wir unsere Reisegruppe, zumindest vorerst, als komplett bezeichnen konnten. Um 0:30 Uhr haben wir uns auf dem Weg zum Bahnhof gemacht. Die Tage zuvor sind wir um diese Uhrzeit quasi wieder aufgestanden, um uns wieder auf Reise zu machen. So war es etwas beschwerlich so lange durchzustehen. Letztlich haben wir alle unsere Erlebnisse der letzten Wochen/Monate besprochen und sind schlafen gegangen.

Tag 3 sollte sich so gestalten, dass wir für unser Weihnachtsdinner einkaufen gegangen sind, um dann noch etwas zu „Wandern“. Was für ein Glück, dass es in New South Wales Aldi gibt. So hatten wir ganz typisch Lebkuchen und Spekulatius. Leider war es bereits tagelang nicht so besonders schönes Wetter und nach morgendlichem Sonnenschein dachten wir, dass es der australische Wettergott an diesem Tag gut mit uns meint. Aber falsch gedacht. Gerade als wir losliefen fing es an zu regnen. Keiner von uns, außer Bine, hatte wirklich regentaugliche Klamotten an und wir entschieden uns umzukehren und das Auto zu nehmen. Wir wollten uns vorerst nur einen Wasserfall anschauen der nicht allzu weit entfernt war. Das Entfernungen und schlechtes Wetter keine Rolle spielen, sollten wir oder besonders ich bald am eigenem Leibe zu spüren bekommen. Da waren wir nun, ausgestattet mit Regenjacken, einer nassen schlammigen Route und dem absoluten Gegenteil von Wanderschuhen. Nach gefühlten 500 Stufen abwärts und einen klasse Blick über die Berge und Wasserfall, entschieden wir uns ein bisschen weiter zu gehen. Die Jungs wären natürlich noch eine Stunde weitergewandert aber die Mädels hatten Angst um ihre ungeeigneten Schuhe und das nicht nur weil sie dreckig werden könnten. Auf dem Rückweg mussten wir eine Metalltreppe hinabsteigen. Ich habe mich für hinabstürzen entschieden. Autsch!!! Im ersten Moment dachte ich wirklich, dass meine Hüfte gebrochen ist und im zweiten wer mich hier aus dem Wald schleppen soll. Naja am Ende war es nur der erste Schock, aber meine rechte Pohälfte hat mich spüren lassen, dass man nicht mit Chucks wandern gehen sollte. Am Auto angekommen musste ich feststellen, dass ich mir auch meinen linken Handballen geprellt hatte. In unserem Häuschen hatte ich Gelegenheit mir den Schaden genauer zu betrachten. Po und Oberschenkel waren jeweils mit roten Schrammen und Treppenmuster versehen. In den nächsten Tagen sollte sich das zu wunderschönen Blutergüssen entwickeln. Nicht nur, dass ich nach unserer Wanderei höllischen Muskelkater in den Waden hatte, ich konnte drei Tage lang nicht richtig sitzen. Aber egal… Es war Weihnachten und ich liebe Weihnachten. Umso schöner wenn man es in 10.000 Kilometer-Entfernung mit Freunden feiern kann.

Am sonnigen Tag 4 (Weihnachten) haben wir eine Hauptattraktionen der Blue Mountains ausgetestet und wurden leider ein klein wenig enttäuscht. Die Scenic World kann auf verschiedene Wege erkundet werden. Wir wollten alles ausprobieren. Zum einen die steilste Seilbahn der Welt, und die war wirklich sehr sehr steil, eine weitere Seilbahn, um von unten wieder nach oben zu kommen und eine dritte, um über eine Schlucht zu gelangen.
Die steilste Bahn der Welt war zwar steil und eng, allerdings konnte man nicht wirklich nach draußen sehen, da über unseren Köpfen eine Plane gespannt war. Nach einem 30 Minuten-Walk durch den Regenwald sollte es mit Bahn Nr. 2 wieder nach oben gehen. Leider war diese genau dann ausgefallen. Prima! Also mit Bahn Nr. 1 wieder hoch, was noch schlimmer ist, als nach unten zu fahren. Bahn Nr. 3 war klasse. Nicht nur an den Seiten konnten wir nach draußen sehen, sondern auch durch einen Glasboden. Nachdem wir alle Ausblicke genossen hatten, mussten wir uns langsam an die Zubereitung unseres Dinners machen. Nach vielen Stunden Vor- und Zubereitung gab es schließlich Truthahn mit Kartoffelklößen und Möhrengemüse (leider gab es kein Rotkraut zu kaufen) und zum Dessert australischen Pudding (quasi Kuchen und in unserem Fall Schokokuchen ;)) und Shortbread. Keine Ahnung mit was man das vergleichen könnte. Alles sehr sehr lecker.

Am Tag 5 haben wir uns dann die absolute Hauptattraktion der Blue Mountains angesehen. Die Three Sisters. So haben wir ganz touristisch alles abgearbeitet was man sehen sollte. Marcel, Robi und ich haben uns die Giant Stairway hinabgetraut. Eigentlich sagt das Schild zuvor, dass ausschließlich erfahrene und starke Wanderer diese Treppe hinab- und wieder hinaufsteigen sollen (Ich weiß ja, dass ich auch nicht unbedingt darunter zähle;)) aber da macht sich wirklich alles auf dem Weg. Von Omi und Opi bis zu Mutti die das Kleinkind trägt. Dann geht halt mal eine Weile gar nichts weil irgendjemand noch ein Foto schießen muss. Aber es war wirklich lohnenswert! Der 25.12 war auch der heißeste Tag den wir in den Blue Mountains hatten.

Schließlich war bereits Tag 6 angebrochen, an dem das Wetter mal wieder nicht so pralle war und wir uns für einen Internetcafébesuch und Videotag entschieden. Das Internet war ein Witz! Stand 2000. Das Laden dauerte so lange, dass wir daran ganz schnell wieder die Lust verloren. Allerdings war mein Milchshake wirklich klasse! Unsere Filme waren von superkitschig bis toternst alle ganz gut geeignet um den Tag rumzukriegen.

Am 27.12 machte sich Marcel auf den Weg nach Adelaide und am 28.12 haben dann auch Robi, Bine und ich unsere Zelte Richtung Sydney und Adelaide abgebrochen.
Unsere Fahrt zurück nach Adelaide war kurz und intensiv. Wir entschieden uns dafür, dass wir den Weg in 2 Tagen fahren, so dass wir in Adelaide einen Tag mehr Zeit haben, um alles organisieren zu können. In den Blue Mountains hatten wir nochmal ein paar Früchte und Gemüse gekauft, die wir bis zur Grenze zu South Australia definitiv gegessen haben wollte. Allerdings führte uns eine Planänderung an Tag 1 in Richtung Mildura wo es ebenfalls eine Quarantäne-Zone gab und wir ernsthaft 2 Mangos, 1 Gurke, Tomaten, 4 Äpfel und 2 Paprika WEGSCHMEIßEN mussten. Es tut so weh Essen wegzuschmeißen :/ Naja danach waren wir auf einen wunderschönen Campingplatz der direkt am See gelegen war. Nach 800 km waren wir dann schließlich wieder in Adelaide.

Silvester Adelaide

Die letzten Tage in Adelaide waren wirklich ausgezeichnet. Besonders der 31.12 war so silvesteruntypisch. Gemeinsam haben wir es im Pool eines Freundes von Mel und Phil gut gehen lassen. Es gab kein großes Dinner wie geplant, sondern Bier und Pizza. Danach hat sich jeder fertig gemacht und wir haben in der Bar von Phil auf Silvester gewartet und daraufhin ausgiebig gefeiert.

Happy New Year by the way 😀

Am 2.1 in aller Frühe war es dann soweit. Marcel, Robi und ich haben uns auf dem Weg von Adelaide nach Perth gemacht. 2700 km nicht ohne Probleme…

1369 km hin

IMG_1307

IMG_1373

IMG_1384

IMG_1391

Endlich, nach 2 Monaten arbeiten sollte es endlich Richtung Holiday gehen. Ich muss wohlverdient ergänzen  Auch wenn wir eine Menge Spaß hatten und wirklich viel erlebt haben, sind wir doch hier um auf der Straße zu sein und zu Reisen. So haben wir uns am 19.12, um 8 Uhr, auf den Weg zu Ferd gemacht, um nochmal eine Ladung Öl abzuholen, einkaufen zu gehen, Bine einzuladen und weiter zu unserer Mitfahrerin. Kate ist 20 Jahre alt, kommt aus Melbourne und ist Hippie durch und durch. Von Achselbehaarung, Teilnahme an der Occupie-Bewegung bis hin zu Geschichten über diverse bewusstseinserweiternde Erfahrungen wurden alle Cliches erfüllt. Nur die Dreadlooks haben gefehlt. Nach unserer ersten Etappe von ca. 460 km haben wir sie in Ouyen an einer Tankstelle abgesetzt, von wo sie noch 100 km bis zu ihrem eigentlichen Ziel brauchte. Nachdem ich ihr gesagt habe, dass ich zu ängstlich wäre um alleine durch Australien zu trampen, meinte sie zu mir, dass sie sich sicher ist, dass sie jemand mitnehmen wird, ob sie lebendig ankommt ist die nächste Frage 😉

Bereits im Voraus hatten wir nach Campingplätzen geschaut die kostenlos und neben einer Toilette vielleicht sogar mit einer Dusche ausgestattet sind. Allerdings war der erste, obwohl mit Dusche versehen, direkt an der Straße gelegen und wir haben uns für Weiterfahren entschieden. Der nächste Camping-Ground wurde, obwohl keine Dusche, als akzeptabel befunden und zum ersten Mal unsere Ausstattung aufgebaut. Nachdem alles gut funktioniert hatte, entschied ich mich die erste Nacht mit Robi im Zelt zu schlafen. Horror! Es war nicht kalt und nur mittelmäßig unbequem, aber so laaaaut!! Geschlafen haben wir zwei nicht besonders viel und wie wir am nächsten Morgen erfahren sollten auch Bine nicht. Sie hatte so gefroren, dass sie sich in die Matratze eingewickeln musste und gefunden habe ich sie in der Sonne schlafend, auf einer Bank vor dem Toilettenhäuschen.

Nach einem ausgewogenen Frühstück ging es auf unsere über 500 km Strecke Richtung Schlafort Nr. 2, in der Nähe von Greenfell, in einem National Park gelegen. Die Fahrt war dieses Mal wirklich beeindruckend. Von typisch australischer Vegetation, zu einem Teil wo es nichts außer Weite, Büsche, Rinder und Schafe gab bis hin zu halbwegs saftigen grünen Bergen. Die Trucks oder auch Road Trains waren manches Mal beängstigend. Man stelle sich vor, dass diese Monster genauso schnell fahren dürfen wir ein kleines Standardauto. Ich wurde wirklich oft überholt…
Der National Park war etwas verwirrend beschildert, so dass wir auf dem Privatgrundstück eines Farmers landeten. Dessen doofe Köter waren definitiv dressiert Fremde direkt anzufallen und zu zerfleischen. Nach unserem Besuch war „nur“ die Beifahrertür etwas zerkratzt. Aber er war nett und hat uns den Weg erklärt. Auf dem Weg zu dem Camping-Ground haben wir Kühe gesehen, die nicht eingezäunt waren oder Kängurus die über den Weg gehüpft sind. Angekommen, haben wir den Platz, den wir uns mit einem älteren Pärchen teilten, als idyllisch befunden, was direkt wieder versaut wurde. Plötzlich kam uns der Farmer entgegen. Er wollte nur sichergehen, dass wir auch angekommen sind. Ähhh was? Ist das jetzt typisch australische Nettigkeit ODER wollte er checken, dass wir auch tatsächlich an diesem Platz campen und vielleicht sogar alleine sind, um uns nachts noch einmal besuchen zu können?! Natur pur und absolute Einsamkeit kann auch wirklich gruselig sein. Aber egal, wir hatten ein schönes Dinner mit noch mehr tierischen Besuch. Familie Wallebee (Mutter, Vater, Kind) und ein Fuchs haben uns besucht. Dummerweise haben wir unseren Müll nicht direkt wieder im Auto verstaut, sondern haben abgewartet, bis unser Film zu Ende war. Robi hatte seine Schuhe vor dem Auto stehen gelassen und plötzlich war da nur noch einer. Der Müll war natürlich über die nächsten 2 Meter Umkreis verteilt, was dazu geführt hat, dass wir nur noch gemeinschaftlich auf Toilette gegangen sind und wir drei gemeinsam, wie die Sardinen, im Auto schliefen. Ich für meine Wenigkeit habe mir mehr Gedanken um meinen Axtmörder gemacht, als um niedliche Wallebees oder kleine Füchse. Meine Halbschlafnacht war um 5 Uhr zu Ende. Nach einem schönen Sonnenaufgang und ein paar 100 Seiten meines Buches, sind dann auch die anderen beiden wach geworden und wir haben uns auf unsere letzte Etappe, von nur noch 280 km gemacht.

Auch dieser Part hat wieder die Naturvielfalt die Australien zu bieten hat unter Beweis gestellt. Dieses Mal führte uns der Weg durch Berge, auf und ab bis wir in den Blue Mountains angekamen. Nach dieser Fahrt hatte unser Auto seinen Namen weg. Bumblebee (Hummel). Manchmal flott, aber auch schwerfällig, groß und kuschelig und natürlich auch farblich fast angepasst. Auf jeden Fall hat er sich wirklich gut geschlagen, auch wenn wir so manchen Berg mit nur 20 km/h erklimmen konnten.

Wir ihr sicherlich bemerkt habt, war das Tag drei ohne Dusche und eigentlich war das auch das einzige, was alle wollten: Duschen und schlafen! So haben wir den Schlüssel abgeholt, sind einkaufen gegangen und zum Haus geeilt.

Sorge…

Wie bereits erwähnt, hatten wir feststellen müssen, dass wir Öl verlieren. Woraufhin wir Sarah fragten, ob sie einen Termin mit unseren Lieblingsmechaniker Ferd ausmachen kann. Gesagt getan und da wir arbeiten mussten und eh unseren präventiven Check vor Reisebeginn machen wollten, haben wir unser Ölleck provisorisch reparieren lassen, sind über das Wochenende arbeiten gegangen und am Montag haben wir es schließlich wieder in die Werkstatt gebracht. Anschließend kamen drei lange Tage des Wartens und am Donnerstag plötzlich der Anruf, dass es etwas Schlimmes ist und wir sofort in die Werkstatt kommen sollen. Mir war heiß und kalt. Schließlich ist dieses Auto sowas wie eine Finanzanlage, die uns später wieder etwas einbringen soll. Außerdem wären unsere kommenden Reisepläne vollkommen hinüber gewesen. Ferd hat uns dann tatsächlich mit einem Kopfschütteln begrüßt und vier Möglichkeiten angeboten.

Erste Möglichkeit: Wir versuchen das Auto direkt zu verkaufen, was schwierig ist, da jeder vernünftige Käufer, der das Auto in eine Werkstatt bringt herausfinden wird, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Zweite Möglichkeit: Ferd öffnet den Motor und versucht herauszufinden was das Geräusch tatsächlich bedeutet, was allerdings heißen kann, dass immer mehr Schaden zum Vorschein kommen. Quasi teuer!!

Dritte Möglichkeit: Wir lassen es einfach darauf ankommen und fahren so lange wie es geht. Er meinte, dass manche mit so einem Schaden noch 3 Jahre fahren können bis das Auto aufgibt. Leider viel zu riskant!

Vierte Möglichkeit: Ferd: „Habt ihr das Auto versichert? Wenn ja, dann brennt es halt ab und kassiert das Geld.“ Was für eine Empfehlung! Leider haben wir keine Versicherung bekommen, da es ein importiertes Auto ist.

Ja, was bleibt einem da übrig… Wir haben uns für die Reparatur entschieden und eine weitere Investitionsmöglichkeit von 1000 Dollar eingeräumt. Danach ist wieder eine lange Woche vergangen. Ferd wusste nicht, ob er es in Zeit schafft, was bedeutet hätte, dass wir nicht in die Blue Mountains hätten fahren können. Zum Glück hat er es geschafft und letztlich mussten wir sogar „nur“ knapp 800 Dollar bezahlen. Allerdings verlieren wir immer noch ein bisschen Öl und müssen immer Öl- und Wasserreserven bei uns haben. Somit konnten wir uns am 19.12 endlich auf den Weg Richtung Blue Mountains machen.

Beachhouse

IMG_1182

IMG_1180

IMG_1034

IMG_1026

Bereits als wir in Adelaide ankamen hat uns Mel in das Strandhaus ihres Vaters eingeladen. Ende November war es endlich soweit. Bine, Robi, ich und natürlich die gesamte australische Bande (über die vier Tage waren wir insgesamt 9 Personen + Hund) haben uns an einem Sonntag, nachdem wir alle drei noch einmal arbeiten mussten, auf den Weg nach Carrickalinga gemacht. Bereits die Fahrt war mal wieder der Wahnsinn! Leider habe ich am Steuer gesessen und konnte den Ausblick nicht wirklich genießen. Schließlich führte unser Weg durch ein Wasserreservoir, dessen Landschaft uns durch viele Tannen und Seen tatsächlich an Deutschland erinnert hat. Wie wir von Mel und Phil erfahren haben, bezieht Adelaide und Umgebung sein Wasser aus diesem Reservoir. Vor einigen Jahren waren die Reserven so sehr erschöpft, dass die Bewohner eine Regulierung des Wassers erhielten, was zu vielen vertrockneten und trostlosen Gärten und Parks geführt hat. Nach 1 ½ Stunden kamen wir in unserem schnuckeligen Strandhäuschen an, welches wir gleich inspizieren mussten. Nach dem Betreten des Hauses befindet man sich im Ess- und Küchenbereich, welcher sich nach rechts, verbunden durch eine kleine Treppe, zu dem Wohnbereich erweitert. Richtig gemütlich wurde dieser durch ein Panoramafenster mit Blick zum Meer, einen kleinen Kamin und kuscheligen Sofas. Von hier führte der Weg hinaus auf die Terrasse, auf der wir viel Zeit verbrachten. Als Schlafmöglichkeit boten sich uns zwei Zimmer mit Doppelbett und eines mit zwei Doppelstockbetten. Robi, Bine und ich haben es uns in diesem Letzt genannten chaotisch eingerichtet. Als erfahrene Bankbettenschläferin weiß ich, dass unten schlafen immer besser ist, da es entgegen dem coolen oben schlafen, einfach viel mehr praktische Vorteile bietet: All das Zeug (Bücher, Handy, Taschentücher, Lippenbalsam, Mp3-Player…) was man so braucht kann direkt neben mir auf dem Boden aufgebaut werden. Ich überlege nur halb so lange, ob ich auf Toilette gehe oder nicht. Gleiches gilt für generelles aufstehen. UND eigentlich lebt man weniger gefährlich, da unnötiges Klettern ebenfalls wegfällt. Die Betten waren allerdings so winzig, dass ich mir nicht sicher war, ob ich darunter Platzangst bekomme. Man konnte nicht mal halbwegs gerade sitzen, weshalb ich mich dann doch für oben schlafen und dann wieder für unten schlafen entschied. Was mir im ersten Moment nicht aufgefallen war, dass das von mir ausgesucht Bett kein Begrenzung quasi Geländer hatte. Zu gefährlich! Lieber von Robi zerquetscht werden, als ein Bein brechen 😉

Nachdem wir alles aus dem Auto ins Haus geschleppt hatten, machten wir es uns auf der Terrasse gemütlich und warteten auf Sarah, Sanjit und Rockit. Mal wieder ganz australisch wollten wir unseren „Urlaub“ mit einem Barbie einleiten. Nun saßen wir da mit Weinchen und Bierchen, als Mel meint, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir Delfine sehen sehr hoch ist. Nicht viel später passiert es auch schon. Wunderschön!! Über die vier Tage hinweg, hatten wir jeden Tag das Glück und wie es scheint, war es dieses Mal nicht nur für uns etwas besonders, sondern auch die Aussies waren begeistert. Unser erster Abend wurde schließlich mit einem leckeren Barbie + wunderschönen Sonnenuntergang beschlossen.

Der nächste Tag war leider nicht mehr so sonnig, allerdings hatten wir trotzdem 32 Grad. Von 11:30 Uhr bis 17 Uhr haben wir am Strand gelegen, gequatscht, versucht zu Fischen und geschlafen. Da an diesem Tag Sarah und Sanjit ihren ersten Hochzeitstags hatten, sind wir in ein schickes Restaurant gefahren und haben uns viel zu teures und zu wenig Essen schmecken lassen. Als wir wieder im Haus ankamen, gab es zur Feier des Tages einen etwas zwischen 20 und 25 Jahre (ich habs vergessen) alten Port (Shiraz). Die Farbe, Geruch und Geschmack waren unbeschreiblich.

Schließlich war Tag drei angebrochen, an dem es leider gar nicht mehr so schön war. Regen und Sonne gepaart mit viel Wind im Wechselspiel. Ich hatte keine Lust im Haus rumzuhängen und habe einen Spaziergang gemacht. Vorerst muss erwähnt sein, dass Carrickalinga aus Ferienhäusern besteht und um diese Zeit verbringen dort noch nicht wirklich viele Touristen ihre Urlaubszeit. Somit war ich auf meinem Weg durch das Dörfchen und schließlich am Strand entlang die meiste Zeit wirklich allein. Abends war ich Bine, als Küchenhilfe dienlich, da sie ihr berühmtes und wirklich leckeres Thai-Curry zubereitet hat. Danach sind Sarah, Sanjit, Alix und Rockit abgereist und eine neue Besucherin kam. Pech für sie, das an diesem Abend ein fieser Storm losbrach. Es war auf der einen Seite wirklich beeindruckend und auf der anderen leider viel zu kalt. Von 33 Grad an Tag 1 hatten wir uns am Tag 3 auf 17 Grad herab gearbeitet. Trotzdem haben wir uns den Abend nicht vermiesen lassen und schließlich angefangen zu puzzeln 😉

Am letzen Tag waren wir alle ziemlich faul, haben gelesen, geschlafen, gepuzzelt, sind spazieren gegangen und fingen schließlich an aufzuräumen, um uns wieder auf dem Heimweg zu machen. Schweren Herzens haben wir uns von dem schnuckeligen Häuschen am Strand verabschiedet und sind wieder gen Adelaide gedüst, wo uns auffiel, dass wir Öl verlieren. Aber das ist eine andere Geschichte…

Cleland Wildlife Park

IMG_0878

IMG_0944

IMG_0864

IMG_0967

Nach beinahe 3 Monaten Australien und zwei Mini-Roadtrips beschränkte sich die Sichtung wilder Kängurus nur auf „Schlafende“ am Wegesrand oder den gebratenen Zustand auf Robis Teller. Ebenso konnten wir während einer Busfahrt nur einen flüchtigen Blick auf Koalas werfen! Hallo, wir befinden uns in Australien… Eigentlich müssten die Kängurus täglich durch die Straßen hüpfen und ganz natürlich – im Sinne von „AUSTRALIEN“ – sollte in jedem Baum ein Koala hausen. Aber nein, stattdessen haben wir für eine Woche einen sehr großen achtbeinigen fünften Mitbewohner in der Küche oder eine kleine Ratte, die sich auf ihren nächtlichen Streifzügen immer auf dem Weg zur Sturt Avenue macht.

Aus diesem Grunde haben wir uns zu sechst auf den Weg zum Cleland Wildlife Park gemacht (So ein Auto mit acht Sitzen ist klasse!). Da wir diese niedlichen australientypischen Tierchen nicht nur sehen, sondern ganz touristisch streicheln wollten, war klar, dass wir in einen Wildlife Park fahren müssen 😀 Auf Empfehlung unserer australischen Freunde haben wir uns für den Cleland Wildlife Park entschieden. Dieser ist im Cleland Conservation Park gelegen und ca. 20 bis 30 Minuten vom Adelaide Center entfernt. Auf dem Hinweg sind wir den Highway entlang gebraust, da es nach oben einfach schneller geht und für unseren Liebling nicht ganz so anstrengend. Bezahlt haben wir letztlich 20 Dollar pro Person. 18 Dollar Eintritt + 2 Dollar für kleine Futtertütchen. Einen Koala auf den Arm nehmen zu können und diesen Moment durch professionelle Fotografenhand für die Ewigkeit und besonders für daheim zum Rumprotzen festhalten zu können kostete schlappe 50 Dollar. Darauf haben wir liebend gern verzichtet und haben uns auf das Streicheln und auf ein selbstgemachtes Foto beschränkt. Koalas sind trotz ihres enormen Drogenkonsums wirklich zuckersüße, kuschlige und liebenswerte Tierchen. Allerdings fand ich es schon fragwürdig, wie die Kleinen zur Show gestellt werden. Auf einen Baumstumpf wird der Koala in Position gebracht, die Pflegerin hält es einen Ast mit Euka vors Gesicht und schließlich dürfen jeweils 4 Personen das Tier streicheln, auf den Arm nehmen und ein Foto machen. Alles schön der Reihe nach bis 2 Stunden vergangen sind und das abgenutzte und verbrauchte Koalabärchen durch ein neues ersetzt wird. Sowas kann man kaum mit seinem Gewissen vereinbaren, allerdings geht es den Koalas, die nicht gerade für ihre Unterkunft arbeiten müssen ziemlich gut. Viel Euka, Platz zum Rumhängen und Rausch ausschlafen 😉 Ansonsten haben wir einen Tasmanischen Teufel besucht, der sich zum Glück auch gerade hat blicken lassen, Echidnas, Dingos, Wombats, Peligane, Emus, kleine und große Vögel und natürlich lümmelnde und chillige Kängurus! Ich glaube Robi, Bine und ich sind uns einig, dass die Wallebees am niedlichsten waren. Die Standardkängurus sind dagegen wirkliche Poser. Während des Fütterns halten die Schnuckelchen deine Hand fest und machen kleine süße Fäustchen. Ich weiß, dass es ziemlich unnatürlich und absurd klingt, da diese Tiere einen Teil des Wildlifes von Australien ausmachen und wir fahren in einen quasi Zoo und kuscheln alle einmal durch, allerdings war es trotzdem eine schöne Erfahrung. Der Park ist riesig und die Tiere haben somit ausreichend Platz, um zumindest ein wenig ein normales tierisches Leben – mit Vorzügen – verbringen zu können.

Auf dem Rückweg sind wir durch die Adelaide Hills gefahren. Fantastisch! Steile Serpentinen schlängeln sich durch die Berge, mit einem unglaublichen Ausblick über Adelaide und das Meer. Diese Szenerie war mal wieder ein perfekter Abschluss für einen tollen Ausflug.

Highlight

Gerade sind wir von unserem Minijob heimgekehrt und es lohnt sich tatsächlich Euch darüber zu informieren. Normalerweise sieht unser Arbeitsalltag wie folgt aus:

– zu einem bestimmten Zeitpunkt im Shop ankommen, alle Schächtelchen mit Frittiergut, sowie Öl und Fritteuse entgegennehmen
– zum Job fahren, auspacken und losfrittieren
– ca. eine halbe Stunde später spaziere ich mit meinem schönsten Lächeln durch bezaubernde Häuser, Gärten oder angemietete Räumlichkeiten
– schließlich wird alles wieder verpackt, geputzt und vom Kunden verabschiedet
– Trinkgeld, wenn auch sehr selten, entgegennehmen und zum Shop zurückdüsen, wo wir dann meistens noch die Küche säubern

Wie Ihr seht, nicht wirklich spektakulär. Letztes Wochenende bin ich ausschließlich Fahrer gewesen. Was bedeutet, dass ich Robi, Bine und Jose von A nach B und von B nach A gefahren habe. Danach hatte ich selber noch einen Job (Bei einem Minijob muss das Essen nur zubereitet und nicht serviert werden. Somit wird dafür nur eine Person benötigt.). Ich kam ziemlich abgehetzt, gestresst und 10 Minuten zu spät zu diesem bestimmten Job. Nach weiteren fünf Minuten, in denen ich versucht habe das Tor zu öffnen, hat mich die Kundin schließlich befreit und mir mitgeteilt, dass ich eine Woche zu früh bin. Glück für mich. Ich musste nämlich Bine und Robi wieder abholen. Später ist mir wieder eingefallen, dass ich im Vorgarten des Hauses ein Wallaby gesehen habe, aber wegen dem ganzen Stress gar keine Aufmerksamkeit schenken konnte. Nachdem ich es Robi erzählt hatte, hatten wir insgeheim gehofft, dass wir am Freitag, also heute, dort arbeiten können. Leider, wie wir am Montag erfahren mussten, war das nicht der Fall. Aber siehe da, heute haben wir den Anruf erhalten, dass jemand ausgefallen ist und ob wir den Job übernehmen können. Und yeeeeeeey, wir haben Marcy kennen gelernt. Erst haben wir fleißig unsere Arbeit getan und danach wurden wir zu Cocktail und Wallaby streicheln eingeladen. Es war so süß und flauschig. Die Art und Weise wie diese zuckersüßen Dinger Toast in ihren Pfötchen halten oder generell ihre kleinen Fäustchen sind einfach unwiderstehlich. Wir haben uns schon ziemlich gewundert, dass man sich Wallabys im Garten halten kann. Ihr Vater züchtet diese putzigen Tierchen und am Australia Day dachten sie sich, dass sie so etwas im Garten gebrauchen könnten. Seitdem lebt Marcy bei ihnen. Der Grund warum sie sich das kleine Ding zugelegt haben, ist ziemlich abschreckend aber sie kümmern sich herzallerliebst um die Kleine.

So, das nur am Rande 🙂

Liebste Grüße und Gute Nacht
Robi & Anja

Strand und Wein, das muss sein!

G´Day ihr Lieben,

wir haben nun schon eine halbe Ewigkeit nichts mehr von uns hören lassen. Im Grunde gibt es auch nicht wirklich viel Neues, wodurch wir hier nur über unsere Ausflüge berichten können. Um ganz ehrlich zu sein, können wir es kaum noch abwarten, bis es endlich in die Vollen geht und wir Richtung Blue Mountains starten. Adelaide ist eines der besten Dinge, die uns geschehen konnten, allerdings wird es langsam Zeit vorwärts zu kommen.

Schon vor ein paar Wochen haben Robi und ich eine Tour durch das bekannteste Weinanbaugebiet von Australien unternommen. Es liegt quasi in meiner Pflicht, als Tochter eines „Weingutbesitzers“ 😉 mir auch diesen Teil von Australien nicht entgehen zu lassen. Das Barossa Valley verfügt über eine 10.000 ha weite Rebfläche. Im Gegensatz zum Saale-Unstrut Weinanbaugebiet sind dies nur 9.265 unbedeutende Hektar mehr. WOW! Unsere geliebten Steilhänge sind hier nicht zu finden. Es gibt leichte Steigungen, aber ansonsten sind es weite grüne Felder, die in einem starken Kontrast zu den trocken Hügelreihen stehen. Wirklich wunderschön! Von den „Städten“ Drumherum haben wir uns etwas mehr erwartet, aber der Fokus liegt hier wirklich auf den Weingütern. Wenn ich nicht die Fahrerin gewesen wäre, hätte ich mich sicher auf eine Weinverkostung eingelassen.

IMG_0642

IMG_0615

Das Barossa Valley wurde von Engländern und Deutschen gleichermaßen geprägt und ich war wirklich gespannt, wie viel von der deutschen Kultur wiederzufinden ist. Leider begrenzte sich das auf Stadtnamen, Familiennamen, Bäckereien die sich „Deutsche Bäckerei“ nennen, aber leider kein einziges Produkt führen und natürlich Bayern.

IMG_0631

Zum Ende unserer Tour sind wir in das berühmt berüchtigte Hahndorf (zuvor hatte uns jeder davon abgeraten) gefahren. Durch dieses Städtchen führt eine lange Hauptstraße, welche dermaßen touristisch angehaucht ist, dass man das Gefühl hat, dass in Hahndorf keine Menschenseele lebt.
Trotzdem haben wir unseren Ausflug genossen! Einen kurzen Stop haben wir in Williamstown an einem Wasserreservoir gemacht, um die Whispering Wall auszutesten. Dieser Staudamm wurde von 1899 bis 1903 erbaut und verfügt über eine exzellente Akustik. Der Staudamm hat eine Breite von über 100 Metern. Positioniere nun jeweils eine Person an die beiden Enden des Damms und lasse sie in Normallautstärke oder eben sogar flüsternd miteinander kommunizieren. Es funktioniert! Glasklar. Wirklich beeindruckend. Wir haben nach den Lautsprechern gesucht, aber konnten keine finden 😉

IMG_0582

Ein weiterer Hotspot unserer Route stellte der „Herbig Family Tree“ dar. 1855 machte sich der Bremer Johann Friedrich Herbig (27) auf den Weg nach Australien, um ein neues Leben zu beginnen. Der arme Kerl kaufte sich ein Stück Land ohne finanzielle Mittel, um es auch bebauen zu können und suchte sich als Übergangslösung einen hohlen Gummibaum in dem er, seine Frau und drei Kinder für die nächsten fünf Jahre leben sollten. Der Baum ist riesig, aber auch verdammt klein. Das muss wahre Liebe gewesen sein 😉

IMG_0653

Schließlich waren wir noch Erdbeeren sammeln und haben damit den Tag beschlossen! Yummy…

Meine persönliche Erinnerung, die ich immer noch unübersehbar an mir trage, ist mein rechter Fahrerarm. Das leuchtende rot ist in ein schönes braun übergegangen. Mein linker Arm und der restliche Teil meines Körpers wünscht sich so auszusehen 😉

Ein weiterer Ausflug führte uns zu dem schönsten Strand von Adelaide: „Maslin Beach“. Der Strand ist in einem weiter entfernten Suburb von Adelaide gelegen. Die 45 Minuten Fahrt haben sich für Robi, Bine et moi mehr als gelohnt.

IMG_0677

Der Strand ist umgeben von kleineren und größeren Felsriffen und so hat sich für uns nach der Ankunft ein Wahnsinnsblick von oben herab über den gesamten Strand geboten. Das Wasser ist durch viele kleine Sandbanken nicht nur blau, sondern auch weiß, hellblau, dunkelblau, anthrazit usw.

IMG_0721

Eine Hälfte des 3 km langen Strandes ist seit 1975 ein Nacktbadestrand und zwar der erste in gesamt Australien. Da wir so gut wie allein waren, können wir überhaupt nicht sagen, ob wir uns auf der richtigen Seite befunden haben. Was wir sehr wohl beobachten konnten: Menschen mit Ferngläsern 😉 Es war wirklich ein heißer Tag, aber leider auch ein sehr windiger. Erfahrene Strandnutzer wissen sicherlich, dass an solchen Tagen ein gemütlicher Beach-Ausflug zu einem sehr qualvollen und nervigen Besuch werden kann. Diese kleinen Sandstürme die über uns hinwegfegten, waren wirklich mehr als schmerzhaft. Selbst nach drei Tagen fanden wir immer noch Sand in Haaren und Ohren. Heute denken wir, dass der starke Wind die Erklärung für unsere beinahe Einsamkeit am Strand darstellte.

Der nächste Beitrag kommt sehr bald! Es gilt einiges aufzuholen.

Liebste Grüße an Euch
Robi & Anja

Wohlfühlfaktor Adelaide

Auto
traumhaus

Wir haben 27 Grad Außentemperatur, ich befinde mich im angenehm kühlen Wohnzimmer des Hauses in welches wir uns einmieten durften, wir haben ein Auto, einen Job und wahnsinnig tolle Menschen um uns. Es geht uns wirklich richtig gut!

In den letzten drei Wochen Adelaide ist so einiges passiert und ich muss mir beim Ordnen meiner Gedanken Mühe geben nichts auszulassen.

Was wir oder eher ich meinen Eltern jedes Mal beim Telefonieren unterschlagen habe: Einen Tag nach unserer Ankunft in Adelaide gab es ein Erdbeben! Es wurde nichts zerstört, nur ein kleines Beben, welches auch nur ein bestimmter Part von Adelaide zu spüren bekommen hat. Aber das nur am Rande.

Wie ich bereits in meinem vorherigen Beitrag erwähnt habe wurden wir hier auf das herzlichste empfangen und wirklich jeder war bemüht uns irgendwie zu integrieren, was teilweise mit viel Geduld verbunden ist, da wir ja nun doch noch nicht die flüssigsten Konversationen führen können. So haben wir mittlerweile sogar eine Art Stamm-Pub, wo es tolle Gerichte für schlappe 10 Dollar gibt. Außerdem arbeiten wir uns durch die asiatische Küche und die ganzen kleinen australischen Leckereien, wie z.B. Custard Tart (Uns wurde gesagt, dass das neben Donuts ein Lieblingsdessert der Australier darstellt.) oder Rocky Road. Custart Tart ist ein kleines Törtchen gefüllt mit Vanillepudding und mit Zimt bestreut. Dagegen benötigt man zur Herstellung einer „Rocky Road“ Marshmellows, Nüsse, glasierte Kirschen, Kokosnuss und natürlich Schokolade. Wenn ich essen könnte was ich wollte, dann würde ich behaupten, dass ich mich im Himmel befinde. Da ich aber nicht mit 20 Kilo zu viel und einem Herzschaden nach Deutschland zurückkehren möchte, gibt es natürlich auch einiges an gesundem zu futtern. Die große Markthalle in der City von Adelaide bietet dafür die besten Voraussetzungen. Obst, Gemüse, Fleisch, wahnsinnig schmackhafter Käse und Brot, das beinahe an das deutsche herankommt, werden hier angeboten. Wenn man dann noch zur richtigen Zeit, nämlich kurz vor Ladenschluss einkaufen geht, kann man wirklich gute Schnäppchen schlagen. Leider wissen das natürlich alle und im Grunde müsste ich nach knapp 6 Jahren Berlin meine Großstadtkenntnisse – meine Ellenbogen – ausfahren können, aber ich bin letztlich doch diejenige, die von links nach rechts springt, um Platz zu machen. Was auch nicht schlimm ist. Schließlich bin ich nur zu Gast 😉 Allerdings fühlen wir uns beide wirklich heimisch, was sicherlich auch darauf zurückzuführen ist, dass uns Mel und Phil eingeladen haben für ein paar Wochen in ihrem Haus leben zu dürfen. Für 100 Dollar die Woche (was 200 Dollar Ersparnis pro Woche bedeutet) bewohnen wir ein gemütliches Zimmer in einem wunderschönen Haus. Letztens kamen wir in den Genuss unseres ersten australischen Barbecues. Yummy!! Mel und ich haben zwei leckere Salate zubereitet. Ansonsten gab es Fleisch, Fleisch, Fleisch 😉 mit gerösteten Zwiebeln, lecker Brot und verschiedenen Soßen. Für mich gab es Gemüseburger, welcher auch richtig gut war. Insgesamt war es ein wirklich suuuuperlustiger Abend. Alle waren bemüht uns in die Gespräche einzubinden und wir freuen uns jetzt schon auf das nächste „Barbie“.

Natürlich darf es bei dem vielen Spaß auch nicht an Ernsthaftigkeit – Arbeit – fehlen. Was für ein Glück, dass wir durch die Hilfe von Phil bereits nach einer Woche Adelaide einer Catering-Firma auf einem Festival aushelfen durften. Das WOMADelaide (World of Music Festival in Adelaide) findet eigentlich im März 2012 statt, allerdings wurde dieses Jahr ein kleiner Vorläufer in einem Nationalpark gestartet. Wunderschön! Ich habe es wirklich bereut, dass wir an keinen der zwei Tage eine Kamera dabei hatten. Das Festvialgelände war in einem kleinen Tal gelegen, umgeben von den verschiedensten Baumarten und zwei Tagen voller Sonnenschein. Das ganze hatte einen angenehmen Hippiecharme und letztlich ging bei diesem Festival der Traum aller Kulturmanager in Erfüllung. So gut wie alle Zielgruppen waren vertreten! Ganze Generationen hatten sich auf den Weg gemacht, um den Musikern aus aller Welt zu lauschen. Sogar Cate Blanchett hat sich blicken lassen. Nur gut, dass Robert und ich im Backstage-Bereich tätig waren. Er hat in der Küche ausgeholfen (oder manchmal auch komplett allein geschmissen) und ich hab die Bestellungen entgegen genommen, kassiert und versucht auch sprachlich mein bestes zu geben. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich am ersten Tag etwas frustriert war, da wir so viele waren und ich mir völlig fehl am Platz vorkam. Laut werden ist schon in Deutsch nicht meine Stärke, nun musste ich die fertigen Bestellungen ausrufen. Anstatt wir Namen aufschreiben, musste ich „Wagyu Burger“, „Hot Panini“ oder „Chicken Gyros“ grölen. Ich wurde öfter auf meinen „interessanten Akzent“ angesprochen. Der nächste Tag lief dann schon um einiges besser, wobei ich mir sicher war, dass uns Nick nicht wieder wegen einem Job anrufen würde ist das dann doch eingetroffen. Seitdem gehen wir drei/vier Mal die Woche für seine Catering-Firma arbeiten. Das sieht so aus, dass Robi ab und an in der Küche beim Vorbereiten der Speisen hilft oder wir zwei düsen durch Adelaide und stellen das Catering in Büros oder für Privatpersonen. Letztes Wochenende waren wir auf einem 80igsten Geburtstag (in netten Englisch „Double Forty“), um die Speisen Vorort aufzuwärmen und zu servieren. Das Haus ist den Bellevue Heights Adelaide gelegen und einfach fantastisch! Von der Küche aus konnte ich über Adelaide hinweg bis zum Meer blicken, überall Antiquitäten und außerhalb ein Pool. Obwohl mich die Tatsache, dass wir uns hier scheinbar bei vermögenden Menschen befinden abgeschreckt hat, waren ALLE, die Gäste wie auch die Gastgeber, supernett und zuckersüß. Letztlich haben wir sogar 50 Dollar Trinkgeld und ein Küsschen von der Gastgeberin bekommen. WOW!! Warum alle von dem Essen so dermaßen begeistert sind können wir bisher nicht so richtig nachvollziehen. Alles wird frittiert und der Kram aus dem Ofen ist auch nicht wirklich gesund, aber wir müssen es ja nicht essen und solange alle glücklich und zufrieden sind, sind wir es auch.

Das auch ich arbeiten kann haben wir unseren neuen Auto verdanken. Ich glaube schon, dass wir in diesem Fall von Liebe auf den ersten Blick sprechen können. Eigentlich sollte es 4700 Dollar kosten, doch dank des Pokerface von Phils Vater haben wir das Auto für 4300 Dollar + neuen Ölfilter und Bremsbeläge bekommen. Ein Freund von Phil hat das Auto nochmals durchgecheckt und hatte es ebenfalls als gut befunden. Trotzdem musste es zwei Tage später in die Werkstatt. Zum Glück hatten wir genau an diesem Tag eine Art Garantie abgeschlossen und mussten anstatt von knapp 500 nur 130 Dollar zahlen.

Das neuste Ereignis, präsentierte sich vor vier Tagen in Form von Bine. Nun sind wir schon drei und es fehlt nur noch Nummer vier, um unsere Reisegruppe West Australia komplett zu machen. Letzten Sonntag und Montag waren wir drei für einen Freund der „Adelaide-Bande“ tätig. Es war davon die Rede, dass er eines seiner Pubs schließt und wir beim Ausziehen und Putzen helfen können. Wie sich herausstellte war es aber ein wirklich verdammt großes Haus! Wir haben eine halbe Etage ausgeräumt, eine verdammt widerliche Küche geputzt (Danke, dass wir niemals in diesem Pub essen waren) und mehrere Bars, mit freundlicher Unterstützung einiger Schaben. Würgh 😉 Aber auch hier gab es wirklich gutes Geld!

So nun neige ich mich dem Ende. Mit den Wochen kehrt auch so etwas wie der normale Trott ein. Arbeiten gehen, putzen, Wäsche waschen, Essen, Fernsehen, Freunde treffen… Es ist wie daheim, nur das die besonders Lieben fehlen 😉

Liebste Grüße an Alle
Robi & Anja

Ergänzung zum einleitenden Satz. Ich habe gerade meine Flasche „Cloudy Apple Cider“ geleert. Mein neues und absolut schmackhaftes Lieblingsgetränk. Alkoholiker bin ich noch nicht, aber ich versuche wirklich den Australian Way of Life zu leben und der schreibt mir vor ab einer gewissen Außentemperatur Bier zu trinken. Ich habe Bier durch Cider ausgetauscht und ja, es sorgt für Erfrischung 😉

Ein Fazit

Diesen Eintrag wollte ich bereits vor Tagen absenden…

Nachdem wir Sydney zu einer wirklich unchristlichen Zeit verlassen haben, wird es Zeit ein Sydney-Fazit zu ziehen!

Eines kann ich sagen, meine Meinung hat sich im Gegensatz zu meiner letzten Reise verbessert, aber immer noch ist mir diese Stadt einfach zu groß und wuselig. Obwohl ich auch dieses Mal wieder von der Größe überwältigt war. Der Botanical Garden ist einfach wunderschön, auch wenn man dort am Wochenende keine ruhige Sekunde verbringen kann, da überall Hochzeiten stattfinden. Allerdings ist es einer der gemütlichsten und natürlich romantischsten Plätze die ich jemals gesehen habe. Ebenso die Harbour Bridge und die Opera vermitteln einem letztlich doch das Gefühl, dass man sich in Australien befindet. Dieses fehlt nämlich die meiste Zeit! Heute würde ich niemanden mehr empfehlen in Kings Kross zu leben, ausgenommen natürlich man möchte ausgewogene Partynächte verbringen. Als wir nach Newtown gezogen sind hat sich bei uns bereits das Gefühl breit gemacht, dass wir in einer vollkommen anderen Stadt angekommen sind. Newtown ist ein wunderschöner Stadtteil von Sydney in dem durch die nahe gelegene Universität viele Studenten wohnen, aber auch Künstler und alternatives Publikum. Das komplette Leben spielt sich auf der Kings Street ab, wo es keinen Mc Donalds oder Subway zu finden gibt und das hat in Australien Seltenheitswert 😉

Unser Hostel war im Gegensatz zu Nummer1 in Kings Kross ebenfalls klasse! Es gab einen Pool, eine OK-Küche, einen wirklich gemütlichen TV-Raum und an unseren 5 Bett-Dorm, war ein eigenes Bad angebunden. Nur unsere Room-Mates waren wirklich merkwürdig. OK, eigentlich war es nur der `Old Man`. Er kommt aus Australien wohnt aber seit ein paar Jahren in Japan. Um ihn zu verstehen mussten wir uns wirklich stark anstrengen weil er sooo leise gesprochen hat. Wenn er auf Toilette wollte oder duschen, hat er uns vorher gefragt, ob es für uns in Ordnung ist. Wirklich komischer Kauz. Es ging um Europa und er fängt an von seinem Großvater zu erzählen und ich dachte, dass er uns jetzt erzählen wird von welchen europäischen Land er abstammt, aber nein, er hat uns berichtet, dass sein Großvater in den 2. Weltkrieg gezogen und tatsächlich wiedergekommen ist. Er selbst ist darüber wirklich glücklich, da er sonst nicht geboren worden wäre. OK! Room-Mate Nr. 2 kommt aus den Niederlanden und hat fürchterlich geschnarcht, aber ansonsten wirklich OK. Achja, er war ein bisschen stinkig, was in der Vergangenheit dazu geführt hatte, dass einige Hostelbewohner, wie wir erfahren mussten, das Zimmer gewechselt haben.

Nun sind wir vorgestern nach Adelaide aufgebrochen, um Arbeit zu finden und wie ich bereits erwähnte viel zu früh! Wir mussten um 4:30 Uhr aus den Federn, um 6:30 Uhr den Flieger nach Adelaide nehmen zu können. Jacob ist ebenfalls mit uns mitgekommen. Durch Marcel hatten wir bereits in Berlin Phil und Mel aus Adelaide kennen gelernt, die uns hier aufs herzlichste empfangen haben! Seit zwei Tagen bespaßen uns die beiden mit Ausflügen in verschiedene Pubs, Restaurants, den eigenen Club und an den Beach! Ja genau, gestern waren wir das erste Mal so richtig am Strand. Das musste auch sein, um uns von den 35 Grad abzukühlen. Heute sah die Welt schon wieder ganz anders aus: Regen, Regen, Regen und von anfänglich 24 Grad und kurzen Klamotten mussten wir bei 19 Grad auf warme Kleidung umsteigen. Das Wetter ist wirklich verrückt! Am Samstag und Sonntag werden wir das erste Mal arbeiten gehen und auf einem Festival beim Catering aushelfen. 12 Stunden pro Tag, was die Reisekasse um einiges aufbessern wird. Diesen Job haben wir übrigens auch Phil zu verdanken! Aber dazu später mehr.

Liebste Grüße an Euch alle!
Robi & Anja