Kategorie-Archiv:Roadtrip

Schweitzerisch-deutscher Ausflug zum Uluru

Nachdem ich wieder etwas saumselig mit der Aktualität meiner Beiträge war, nähern wir uns allmählich wieder der Gegenwart.
Ziemlich kurz, nämlich zwei Tage nach unserer Ankunft, entschieden wir uns mit Jana (Deutsch), Michael (Schweizer) und Roger (Schweizer) einen Trip in die Mitte Australiens zu starten. Wir hatten noch eine Woche bis zum Arbeitsbeginn und ob wir nun eine Woche Unterkunft zahlen und rumhängen oder eine Woche ein Auto mieten und noch etwas erleben hat finanziell kaum einen Unterschied gemacht. So haben wir uns ganz spontan am Dienstag letzte Woche entschieden am Mittwoch ein Auto zu mieten loszudüsen. Wie der Zufall es wollte, konnten wir auch noch am selben Abend ein 4Mann-Zelt auf Gumtree (australisches Ebay-Kleinanzeigen) für schlappe 50 Dollar ersteigern. Die Schweizer hatten ihr eigenes Auto und wir wollten uns einen kleinen Toyota Yaris mieten. Allerdings hatte uns die Dame bei der telefonischen Vorbestellung einige Kosten unterschlagen, weshalb wir uns allesamt dafür entschieden zu fünft im Ford Falcon zu fahren. Ganz gegen mein Misstrauen von zu eng und zu heiß war es beinahe komfortabel. Dieses Auto war gegen unseren Van ein Luxusmodell. Es hatte Klima, wir konnten schneller als 70 km/h fahren und sogar elektrische Fensterheber gehörten zur Ausstattung. Wir sind die Straße entlang geflogen und auch ich durfte wieder auf´s Gas treten und endlich einen Roadtrain überholen. Wuhuuuuu… Man stelle sich vor: In South Australia ist es erlaubt mit drei Anhängern zu fahren und in Northern Terretory sogar mit fünf. Unglaublich diese Teile. Dieses Mal waren die Straßen nicht nur von toten Kängurus, sondern auch von toten Kühen gesäumt und dann wird deutlich was diese Roadtrains für eine Kraft haben.

Am ersten Tag ging es wirklich nur darum das Auto zu mieten, einkaufen zu gehen, Schlafsäcke + Iso-Matten zu besorgen und zum ersten Schlafplatz zu gelangen. Das lustige war, dass wir exakt denselben Weg einschlugen und dieselben Campingplätze ansteuerten wie ich es damals bereits getan hatte. In meiner Erinnerung hatte Schlafort Nr. 1 Rasen, aber dem war leider nicht so. Gleich am ersten Abend haben wir uns also einen Hüftschaden zugezogen und waren ziemlich gerädert als wir später Coober Pedy erreichen sollten. Unser erstes Ziel war das ehemalige Zuhause von Crocodile Harry. Auch da war ich bereits damals gewesen, allerdings konnten wir ihn dieses Mal nicht schlafend in seinem Bett beobachten 😉 Außerdem waren es keine 2 Dollar Spende mehr, sondern 5 Dollar Eintritt. Jetzt ist es ein Quasi-Museum und ob sich sein guter Freund nun daran bereichert oder nicht sei dahingestellt. In nächster Zeit soll ein Hostel in Harrys alter Miene entstehen, mehrere Dokus stehen an und er möchte ein Becken mit Krokos anlegen. Auf jeden Fall hat er uns viele interessante Dinge aus Harrys Leben berichtet, wie er auf Krokodiljagd ging und natürlich auch seine Leidenschaft zu den Frauen, was in seinem Zuhause kaum bemerkbar ist. Außerdem hat er uns noch einige seiner Opalfunde gezeigt. Jaja, dass Opalfieber! Angeblich soll es in Coober Pedy kaum noch Frauen geben, da diese von Höhle und 50 Grad Außentemperatur die Schnauze voll haben. Wer kann es ihnen verübeln. Nach Harry haben wir uns eine fantastische Pizza bei John´s Pizza schmecken lassen. Wer hätte gedacht, dass es an solch einen Wüstenplanetenort so gute Pizza gibt. Übrigens haben wir uns diese auf dem Hin- und Rückweg schmecken lassen 😉
Insgesamt wirkt diese Stadt wirklich wie von einem anderen Planeten. Nirgends gibt es ein grünes Fleckchen. Hier und da ein Bäumchen in dessen Schatten Aborigines chillen. Ansonsten viel Staub und Sand. Nicht ohne Grund wurde hier Mad Max III, Pitch Black (das Raumschiff haben wir uns angeschaut) und viele andere Filme gedreht. Übrigens sieht man wohl bei Mad Max am Ende sogar das „Haus“ von Harry?!

Nach einer etwas erholsameren Nacht auf dem nächsten Schlafplatz, erreichten wir am Freitag den Uluru. Wuhuuuuu!!! Ich frage mich, ob ich damals schon 25 Dollar (3 Tage gültig) für den Nationalpark bezahlt habe. Mein lieber Scholli, das ist nicht wenig. Und dann schlängelten wir uns 20 km die Straße entlang, um schließlich vor diesen gewaltigen orangenen Berg (für die Schweitzer eher Hügel) zu stehen. Wie auch damals entschieden wir uns wieder für eine Umrundung. Trotz der 11 km durch die glühende Hitze waren wir trotzdem immer noch total fasziniert von der Vielfältigkeit und Größe dieses australischen Merkmals. Wie kein anderes steht der Uluru (Ayers Rock) für Australien. Leider konnten sich meine Begleiter nicht so sehr am Sonnenuntergang erfreuen wie ich 😉 Ich finde es immer noch fantastisch, wie sich das Orange zu einem dunklen Ocker verändert. Am Samstag hatten wir nicht nur Kata Tjuta (Olgas) erkundet, sondern auch Michaels Geburtstag gefeiert. Wir waren alle derselben Meinung, dass die Olgas um einiges interessanter sind, als der Uluru, da sie einfach viel mehr Abwechslung, kleine grüne Oasen, Vogelgezwitscher und viel Schatten bieten. Nach einem kurzen Walk von 3km haben wir uns dann auch schon wieder in Richtung Adelaide aufgemacht. Während unserer Rückreise lernten wir auf einem der Campinggrounds Nico aus Frankreich und Wumbe aus Äthopien kennen. Nico dreht einen Film über Diabolo und die verschiedenen Styles die es in jedem Land gibt. Ich glaube er hat bereits die gesamte Welt bereist. Unglaublich! Aus seiner Leidenschaft hat er eine Berufung gemacht. Mich hat er jedenfalls gleich bekehrt. Ich muss unbedingt ein Diabolo bekommen!!! Damit kann ich mir in Asien wunderbar die Zeit vertreiben.

Und dann waren wir auch schon fast da. Es stand nur noch der Salzsee „Lake Hart“ auf dem Programm, was so ziemlich eines der Highlights war. Dort haben wir ordentlich Fotos geschossen und uns dann endgültig vom Outback verabschiedet. Nach solch einen wunderbaren Trip, mit wunderbaren Menschen, möchte man gar nicht zurück ins Hostel und arbeiten, sondern weiterreisen – einfach weiterfahren. Leider bleibt uns das für die nächsten 4 Wochen vergönnt, aber dafür gibt es dann eine große Entschädigung 😉

Freo

Wie in jedem Stadtführer beschrieben profitierte Fremantle (von den Einheimischen liebevoll Freo genannt) tatsächlich vom America´s Cup 1987. Viele der alten Gebäude wurden restauriert und erstrahlen wieder oder immer noch in ihrem ursprünglichen Glanz. Alles ganz nach meinem Geschmack! Überall gibt es kleine und größere süße Cafe´s, Restaurants, Shops und Galerien. Auch wenn wir es nicht wirklich genießen konnten, war es doch hübsch anzuschauen. Trotzdem haben wir uns einen Tag genommen, um Fremantle nicht nur visuell, sondern auch kulturell zu erkunden.

Entlang der westaustralischen Küste liegen einige Schiffswracks von denen der größte Teil noch nicht genau erforscht wurde. Anders verhält es sich mit der Batavia. Hinter diesem Schiffsschicksal verbirgt sich eine tragische Geschichte. 1629 lief das Schiff auf Grund und kenterte. Die Überlebenden konnten sich auf zwei verschiedenen Inseln retten und während sich der Kapitän des Schiffs und einige andere auf dem Weg nach Java machten, um Wasser und Nahrungsmittel zu suchen, kam es zu einer Meuterei und einem Massaker. Eine überaus bewegende Geschichte. Daneben war es faszinierend zu sehen was die Archäologen aus dem Wasser bergen konnten. Winzige Häkchen, Nähnadel, Spitze, Stofffetzen und das übliche wie Geschirr ähnliches, aber alles wunderschön. Außerdem wurde ein Teil des Schiffs geborgen und die Konstruktion im Museum nachgestellt.

An diesem Tag war es wieder furchtbar heiß und wir haben uns bei über 40 Grad durch die Stadt geschleppt. Das Museum war eine absolute Erholung. Danach liefen wir zum sogenannten Round House, welches keines ist. Es ist achteckig und das älteste Gebäude West Australiens. 1830 wurde es erbaut und diente bis in die 1850er als Gefängnis, bis dieses zu klein wurde. Anschließend kamen alle Gefangenen in das neu erbaute Gefängnis, welches wir uns auch anschauten.

Dieses Mal wollten wir es im wahrsten Sinne des Wortes wissen und haben eine Tour dazu gebucht. Unser Guide war supertrocken und jeden Witz den er gerissen hat, war dermaßen ausgeleiert, dass wir nur dachten: „Hör auf diesen Job zu machen.“ Das Gefängnis an für sich war allerdings wirklich beeindruckend. In meiner gesamten Weltenbürgerlaufbahn habe ich es noch nicht einmal in ein Gefängnis geschafft. Somit war es ein interessantes und aufschlussreiches Erlebnis. Damals war es tatsächlich eine Strafe. Wir haben uns dabei erwischt, dass wir ab und zu wirklich Mitleid mit den Bengeln hatten. Als etwas fülliger und großer Mensch wäre dir bequemes Schlafen vollkommen versagt geblieben.

Danach ging es mit hochroten Köpfen einkaufen und Tennis schauen.

Keine Pläne sind die besten Pläne

Obwohl das gar nicht so genau stimmt. Wie bereits erwähnt haben wir uns auf Empfehlung von Locals bereits auf unserer Route durch die Nullabor dafür entschieden nicht die nördliche Westküste, sondern den südwestlichen Teil zu bereisen. Schließlich hatte Marcel nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung und wir wollten so viel wie möglich sehen. Um die Attraktionen der nördlichen Westküste zu erreichen müsste man jeden Tag viele hundert Kilometer fahren. Außerdem hätte das Auto so viele km einfach nicht geschafft. Jetzt war das große Ziel AUSSPANNEN und Perth erreichen, um das Auto dort wieder zu verkaufen.

Nur so als Nebeninfo. Eigentlich benötigt man für die Strecke von Adelaide bis nach Perth ca. 2700km. Wir haben ganze 3267km nach Reisebeginn in Adelaide Esperance erreicht. Über 500 km zu viel und wir sind nicht einmal in Perth angekommen.

Esperance mit seinem Kleinstadtcharme und direkten Zugang zum Meer war nach 1 Woche Wüste und Busch wirklich eine Erholung. Auch wenn wir auf der Nullabor immer mal den frischen Wind von der Küste genießen konnten, haben wir doch oft die pubstrockenen Winde aus dem Landesinneren zu spüren bekommen. Außerdem gab es in Esperance Zivilisation mit richtig vielen Menschen und einem SUPERMARKT!! Frisches Obst und Gemüse, was für ein Luxus. Auf jeden Fall haben wir uns schnell dafür entschieden nur eine Nacht in Esperance zu verbringen, um dann direkt den Cape le Grande Nationalpark anzusteuern. Anton, Henrietta und verschiedene andere Reisende, die wir unterwegs getroffen haben, hatten uns eine lange Liste mit wunderschönen Plätzen gegeben, die es abzuarbeiten galt.

Begonnen haben wir mit dem Duke of Orlean Bay. WOW! Da kam nun auch nicht mehr White Heaven Beach (Ostküste) ran. Bereits der Weg zum Strand hat uns eine unglaubliche Natur geboten. Wenn die Sonne nicht auf der Haut gebrannt hätte, hätte ich nicht sagen können, ob ich durch eine Dünen- oder Schneelandschaft fahre. Dieser Sand ist so unglaublich weiß. Ohne Sonnenbrille konnten wir nur mit schwer zusammengekniffenen Augen das Strandtreiben beobachten. Bei jedem Schritt hat der Sand durch den hohen Quarzgehalt quietschende Töne von sich gegeben. Das Wasser war glasklar und von vielen verschiedenen Blautönen geprägt. Der Strand schien unendlich lang. Wir hatten es uns an einer Seite des Strandes bequem gemacht, wo viele Felsen lagen und wir Windstille genießen konnten. Was allerdings wirklich unschön ist, dass die Australier mit ihrem 4WheelDrive-Autos bis auf den Strand fahren und sich dort so richtig ausbreiten. Das beinhaltet Pavillon, Stühle, Tische, Grill usw. Da fliegt der Müll halt auch einfach mal hinter das Auto. Was für Deppen! Ich glaube vielen Australiern ist wirklich nicht bewusst was ihr Land für eine einzigartige Natur zu bieten hat.
Der einzige Camping Ground der dort zu finden ist war allerdings verdammt schlecht. Wir nehmen immer einen Platz für den Van + Zelt und ohne Strom. Diese sogenannte „unpowered site“ war dort am hintersten Ende vom Campingplatz, ohne Beleuchtung, die Küche war 500m entfernt und ebenfalls Dusche und Toilette weit zu laufen. Ich bin abends präventiv auf Toilette gegangen oder habe überlegt, ob ich wirklich wirklich muss. Wir sind nicht anspruchsvoll, aber wenn wir viel Geld bezahlen, dann möchten wir auch was geboten bekommen.
Dafür war der Campingplatz am Lucky Bay mehr als entschädigend. Dieses Mal „nur“ ein Nationalpark-Campingplatz und tausend Mal besser als der Vorherige! Klein aber fein und jeder musste nur 9 Dollar bezahlen. Es gab eine Solardusche (Robi hat die Erfahrung gemacht, dass man diese nicht Frühs nutzen sollte ;)), eine niedliche Küche und überall WILDE Kängurus. So niedlich. Lucky Bay ist ebenfalls ein wunderschöner Strand. Leider war es ziemlich windig und kalt. Kurze Hose ja, aber bitte mit Strickjacke! Deshalb waren wir nur kurz am Beach und haben uns für eine kleine Wanderung entschieden. Der National Park ist ein beeindruckendes Fleckchen Erde. Die kleinen oder größeren weißen Strände werden immer wieder von felsigen Stücken unterbrochen. An diesen Abend haben wir Martin, Josi und Philipp aus Deutschland und Adam aus England kennen gelernt und hatten gemeinsam einen lustigen Abend.
Am nächsten Morgen ging es für uns weiter zum Cape le Grand Beach, wo wir ebenfalls eine Nacht verbracht haben. Der Campingplatz war auch irgendwie schön, aber keine Schatte und der weiße Strand etwas langweilig. Also haben wir auch hier nur eine kleine Wanderung entlang der Felsen gemacht, wo ich mir tatsächlich eine Brandblase unter dem Fuß zugezogen habe.

Danach ging es dann wieder nach Esperance, wo wir unsere Nahrungsmittelvorräte aufbesserten, nach einer gefühlten Ewigkeiten mal wieder das Internet bei MC Donalds genutzt haben und ich mir endlich mal wieder ein Buch kaufen konnte. Außerdem haben wir den Great Ocean Drive gemacht. Traumhaft wenn dies Tag ein Tag aus dein Weg zur Arbeit ist. Allerdings konnte keiner der Strände den Duke of Orlean Bay schlagen.

Dann ging es weiter nach Ravensthorpe, um dort die Nacht zu verbringen. Der einzige Campingplatz den wir dort ausmachen konnten, war eigentlich wirklich charmant, aber auch irgendwie spooky. Die Dame die den Platz verwaltet, war eine ältere sehr dünne Frau, die mehr Tattoos als Robert hat. Vor ihrem Büro standen bepflanzte Toilettensitze und im Grunde war so ziemlich alles bepflanzt. Selbst die Duschen und Toiletten. In Ecken und an den Wegen befanden sich verrostete bewachsene Töpfe und Gießkannen. Das war der einzige Campingplatz, wo ich das Gefühl hatte, dass sich hier wirklich jemand Mühe gegeben hat. Die Küche war ebenfalls prima ausgestattet. Allerdings kamen nachts so viele fliegende Ohrenkneiper und Mücken, dass ich mir nicht sicher bin, ob wir alle aus unseren Essen lesen konnten. Gerade als wir mit unserem Abendessen fertig waren kam ein Typ in Arbeitsklamotten, langem Bart und wenig Zähnen und meint zu Robi und mir, dass heute kein guter Tag dafür ist hier zu übernachten. Hää… Da waren sie wieder, meine Fantasien vom Axtmörder. Zum Glück, nur für 5 Sekunden später löste er die Situation auf und sagte, dass in einer 20km entfernten Stadt ein Festival stattfindet und das doch sicher eher was für uns gewesen wäre. Die Jungs haben mit einmal ganz freiwillig angefangen abzuwaschen und ich musste mich mit ihm unterhalten. Man soll Axtmörder nicht unnötig verärgern 😉 Eigentlich war er nett. Ziemlich merkwürdig, aber er hat uns noch mit Tipps für Albany versorgt. Gerade an diesen Tag waren wir zu faul das Zelt aufzubauen, was bedeutete, dass wir zu dritt bei 40 Grad Innentemperatur und Viehzeug im Auto geschlafen haben. Boah, waren wir genervt und haben uns für die ersten 30 Minuten nur belegt 😉 Tja, selbst schuld.

Am darauffolgenden Tag kam der längste Part der Strecke, aber auch diesen hat das Auto ohne Probleme gepackt und wir waren in Albany angekommen. Ebenfalls eine charmante Stadt, wo wir gleich mal in einem Big4 (5 Sterne Campingplatz) eingecheckt haben. Sogar einen Pool gab es, allerdings war der voller Kinder und wir haben verzichtet. So haben wir hauptsächlich nichts gemacht, Wäsche gewaschen, gekocht und einen schönen Abend gehabt. Wobei es an der Nachruhe haperte. Neben uns hat jemand geschnarcht. Aber wie… Konstant, als ob jemand eine Wasserpfeife raucht. Um die eine Nacht im Big4 wieder ausgleichen zu können, kamen wir auf einen der Tipps vom merkwürdigen Typen zurück. In der Nähe von Albany gibt es den Cosy Corner, wo man kostenlos campen kann. Zuvor haben wir uns allerdings noch die Stadt angesehen und wollten wirklich Kultur machen. Mit Museen besuchen usw. Leider war ALLES so teuer, dass es sich auf Ansehen begrenzte. Der Cosy Corner stellte sich als sehr guter Tipp heraus. Der Platz hat zwar nur ein Plumpsklo, aber war dafür direkt am Strand gelegen. Marcel und ich haben uns die Campingstühle geschnappt und haben uns an den Strand gesetzt und gelesen. Dort hat uns dann Martin überrascht, den wir in Lucky Bay kennengelernt hatten. Zusammen hatten wir wieder mal einen schönen Abend, zu dem Martin deutsche Gummibärchen beigesteuert hat. Lecker! Von Gummibärchen verstehen die Aussies leider gar nichts. Schließlich haben wir uns dazu entschieden eine Weile zusammen zu reisen.

Der nächste Teil unserer Strecke führte uns nach Denmark, wo wir uns die Green Pools und Elephant Rocks anschauen und den Tree Top Walk machen wollten. Endlich konnte Marcel mal wieder an seinen geliebten Beach. Warum die Green Pools so heißen ist mir verschlossen geblieben. Pools ja, aber grün? Diese Pools entstehen durch eine Art Riff, welches eine Abgrenzung zum Meer bildet, weshalb das Meer dort ziemlich ruhig ist. Aus diesen „Pools“ ragen größere Felsen heraus, die perfekte Anforderungen zum Kopfsprung lernen und Schnorcheln bieten. Die Jungs haben das auch ordentlich ausgenutzt. Mir war es immer noch etwas zu kalt. Außerdem hatte das Ganze von der Masse an Kindern Ostseecharme in der Hochsaison. Das habe ich noch nicht erwähnt. In Australien sind gerade Sommerferien. Ganze 6 Wochen und unsere gesamte Reisezeit über!
Zu den Elephant Rocks musste wir einen kleinen Miniwalk auf uns nehmen, eine Holztreppe die sich durch Felsen schlängelte hinabsteigen, durch zwei größere Felsen hindurchlaufen und dann waren wir an diesem kleinen fantastischen Beach. Danach hatten wir es tatsächlich bereut die meiste Zeit an den Pools verbracht zu haben. Dort waren weniger Menschen, das Wasser klarer und diese Felsen hatten tatsächlich etwas von Elephantenpo´s! Dann ging es weiter, um den Tree Top Walk zu machen. Dieser gab uns die Möglichkeit ohne viel Mühe Baumkronen besteigen zu können. Der Südwesten von Western Australia ist so unglaublich grün, dass wir viele Male nicht mehr sicher waren uns noch in diesem trockenen Land zu befinden. Dementsprechend gibt es viele Wälder mit bis zu 80 Meter hohen Bäumen. Der Tree Top Walk wird durch eine immer weiter aufsteigende Metallbrücke gebildet, die bei ca. 40 Meter ihren Höhepunkt erreicht. Wir fanden es klasse. Die Brücke hat zwar geschwankt und gewackelt, aber der Ausblick war einmalig. Eine Frau hatte das überhaupt nicht so empfunden und lief schnellen Schrittes an uns vorbei und meinte nur: „Furchtbar!“. Die Nacht verbrachten wir wieder in einem National Park mit Plumpsklo, aber einen wirklich sehr guten. Die einzige Baumsorte, die dort wächst nennt sich Peppermint Tree (Pfefferminzbaum). Warum wusste der Ranger auch nicht. Die Blätter riechen und schmecken nicht danach. Allerdings wachsen diese Bäume hoch und die Äste hängen weit herunter und gaben dem ganzen eine Märchenwaldatmosphäre.

Eigentlich war geplant den Gloucster Tree noch am selben Tag zu besichtigen, was zeitlich unmöglich war und auf den nächsten Tag verschoben wurde. In diesen Baum wurden Metallstangen geschlagen, die eine Treppe bilden. Mutige können 60 Meter hochsteigen und den Ausblick genießen. Eigentlich habe ich kein Problem mit Höhe, solange der Boden geschlossen ist. Ich hatte wirklich zu viel Respekt 60 Meter hochzusteigen, um auf der Hälfte oder beim Abstieg festzustellen, dass ich doch zu viel Angst habe. Robi war ernsthaft zu faul und so sind nur Marcel und Martin hochgeklettert. Währenddessen hat uns die Dame erklärt, dass bisher nur zwei Menschen ums Leben gekommen sind, da sie auf der Plattform einen Herzinfarkt hatten. Hinabgestürzt war bisher ebenfalls noch niemand. Nur viele Brüche und Schürfwunden.

Und dann war es mal wieder so weit. Wir mussten einen Schlafplatz finden. Nach 2 Tagen ohne Dusche kann man schon mal auf fließendes Wasser bestehen und haben uns entschlossen direkt nach Margaret River zu fahren. Auf dem Weg gibt es drei Höhlen zu besichtigen. Wir kamen kurz vor 17 Uhr an, wo man uns sagte, dass sie jetzt schließen. Höhlen werden geschlossen? Und was, 27 Dollar Eintritt? OK, dann ist es nicht schlimm, dass wir das verpassen. In Margaret River fanden wir einen tollen Campingplatz etwas außerhalb auf einer Schaffarm. Die Besitzerin meinte, dass während der großen Krise viele Schaffarmer auf Weinanbau umstiegen. Darauf hatten sie keine Lust und öffneten einen Teil ihres Landes für Camper. 2011 war das erste Jahr seit langer Zeit, dass sie den Campingplatz nicht als Einkunftsquelle gebraucht haben. Die Küche war quasi eine riesige offene Scheune mit Fernseher, vielen Sitzmöglichkeiten und relativ guter Ausstattung. Auf dem Platz lebten viele Backpacker, die auf umliegenden Farmen oder Weingütern arbeiteten. Ausnahmsweise waren diese mal nicht ganz so jung und wir hatten einen lustigen Abend mit Billard deutscher und englischer Art, sowie Jänga (wie auch immer dieses Holzblockspiel geschrieben wird). Margaret River hat verdammt viel Charme. Dort kommt wirklich alles zusammen: Vom Hippie über den Normalo bis zum Surfer Dude ist alles vertreten. In der Touristeninfo haben wir uns verschiedene Dinge empfehlen lassen. Haben uns dann aber ausschließlich für Strände entschieden. An einem dieser Strände sollten Stachelrochen zu sehen sein, weshalb wir diesen als erstes ansteuerten. Was für eine Enttäuschung. Beach hübsch (mein erstes Mal baden im Meer seit Ankunft), aber wo sind die Rochen? Später haben Robi und Marcel herausgefunden, dass die Rochen angefüttert werden müssen. Arme Dinger! Ich habe vergessen Sammy the Seal zu erwähnen. In Esperance machen sie Werbung mit ihrer Robbe Sammy. Genau dasselbe. Dieses dicke Ding, das aussieht wie eine Seekuh hängt dort am Strand rum und wartet auf Touries die ihn füttern. Traurig! Außerdem konnte sich Robi in Margaret River endlich mal mit seinem Body Board richtig austoben und Marcel surfen gehen. Robi hat dabei ganz vergessen, dass er eigentlich Angst vor tiefen Gewässern und Haien hat 😉 Ich war dabei nur Starfotografien und habe das Ganze für die Nachwelt dokumentiert. Dann war es auch wieder Zeit zum Weiterdüsen.

In Yallingup sollte ein Surffilmfestival stattfinden, welches wir uns nicht entgehen lassen wollten. Leider war es verdammt teuer und wir haben uns nur den Strand angeschaut. An diesem Abend war es wieder schwierig einen Schlafplatz zu finden, da alles ausgebucht war. Letztlich sind wir auf einem christlichen Campingplatz gelandet, wo wir zwar übernachten konnten aber keinen Alkohol trinken oder rauchen durften. Null Problemo!! Robi hat mal wieder lecker gekocht und wir haben Tennis geschaut. Der Platz hatte einen eigenen Zugang zum Meer, was wir nach der Ankunft direkt auskosten wollten. Dort hat uns ein Local dann mal wieder die besten Tipps für rund um Bunburry gegeben UND wir haben einen wilden Stachelrochen zu Gesicht bekommen!!

Die Tipps waren leider nicht ganz so pralle. Das Cape kostete wahnsinnig viel Geld und Eagle Bay hat nach Seegras gemuffelt, aber die Jungs hatten Spaß beim Schnorcheln. An diesem Tag war es bereits verdammt heiß. Für uns waren es gefühlte 40, aber es waren „nur“ 37 Grad. In Bunburry befindet sich der längste Holzsteg der Welt, den man entweder mit einer Bahn und 11 Euro befahren kann oder man läuft die 1,8 km und zahlt nur 2,50 Dollar. Dafür hatten wir uns entschieden. Da es an diesem Abend mal wieder kostenlos campen hieß, mussten wir uns noch irgendwo duschen. Martin der sich als Hardcore-Backpacker herausstellte hatte die besten Alternativen parat. So waren wir ganz umsonst in der Stranddusche showern. Danach ging es zu dem „Campingplatz“ an dem wir erst mal vorbeigefahren sind, da dieser als solcher überhaupt nicht ersichtlich war. Genau an der Straße gelegen, mit einem Plumpsklo übelster Sorte, dreckigen Grill und Viehzeug. Aber auch diese Nacht haben wir überstanden und sind nach Bunburry gedüst, wo wir unsere Autobatterie wechseln mussten, das Internet gecheckt haben und zu unserem Campingground weitergefahren sind. Dieser lag nur noch 160 km von Perth entfernt, an einem großen See gelegen. Lake Martin, was für ein Zufall, ist ein Salzwassersee, der noch salziger ist als das Meer selbst. Eigentlich hatten wir uns gefreut, dass wir dort etwas Schwimmen gehen können. Das hatte sich aber schnell erledigt. Das Wasser roch furchtbar und Martin der sich rein traute, meinte, dass der Grund weich und schwammig sei. Nicht wirklich zu genießen. OK, dann eben nicht Schwimmen, sondern die kleinen bis riesengroßen Spinnen zählen. Unglaublich. Diese Viecher waren überall. Teilweise meterweite Spinnennetz zwischen den Baumkronen. Was für eine Freude nachts aufs Plumpsklo zu laufen, nur mit Taschenlampe bewaffnet. Als wir da nun nachts saßen und quatschten, hörten wir ein Rascheln. Da war ein kleines Opossum gerade daran unsere Tasche mit Soßen abzuschlecken. So süüüüß! Es war ein bisschen scheu, aber auch neugierig zugleich und war ganz scharf auf Robis Telefon. Dann kam auch noch ein Quokka (Mischung aus Ratte und Kaenguru) angehüpft. Was für eine wilde Nacht!

Am darauffolgenden Tag sind wir nach Mandura gefahren. Eine schrecklich durchgeplante Stadt. Alles schick und irgendwie nicht die Bohne sympathisch. So haben wir uns für eine Weiterfahrt nach Rockingham entschieden. Dort hat uns dann auch Martin verlassen, der sich mit seinem eigentlichen Reisepartner in Perth wiedertreffen wollte. Es war verdammt schwierig einen relativ günstigen Campingplatz ausfindig zu machen. Letztlich sind wir auf einem mittelprächtigen gelandet, der sein Geld nicht wirklich wert war. Wir sind noch einige Strände abgefahren und haben uns seelisch und moralisch auf unseren Trip nach Penguin Island vorbereitet. An diesen Tag hatten wir 40 Grad und eigentlich war es eine wirklich schlechte Idee auf eine Inseln ohne Bäume zu fahren, aber die Pinguine waren einfach zu verführerisch. Wir wollten uns auch die Fütterung nicht entgehen lassen und haben anstatt der 11Dollar 18 gezahlt. 5 Minuten mit der Fähre (wir hätten auch durch das Meer laufen können) und wir waren angekommen. Auf der Insel leben verschiedenste Vogelarten. Von Möwen bis Pelikanen haben wir alles gesehen, aber eben keine Pinguine. Bei 40Grad sind wir über die Insel gestapft und nicht ein Pinguin. Zum Glück hatten wir die Fütterung bezahlt und konnten uns die Pinguine aus eigener Hauszucht anschauen. Dort haben wir erfahren, dass sich die Pinguine gerade mausern und sich in dieser Zeit eher versteckt halten. Am selben Tag waren wir zu Anton und Henrietta eingeladen. Deshalb haben wir danach noch eine Flasche Wein, Bier und Kuchen besorgt. Wir hatten einen wirklich schönen Abend. Es gab Lamm, Kartoffeln, Spargel, Bohnen, Salat und als Nachspeise Vanilleeis mit warmen beschwipsten Kirschen. Eigentlich war geplant, dass wir irgendwo in der Pampa schlafen. Bei der Verabschiedung kam dann das dann raus und die beiden wollten uns partout nicht irgendwo schlafen lassen und haben uns förmlich zu einer Nacht in ihrem Haus überredet. Nach einer Dusche sind wir nach 4 Wochen mal wieder in ein bequemes Bett geschlüpft. Anton war so nett und hatte sich umgehört wo ein Campingplatz zur Verfügung steht, weshalb wir schließlich auf dem Woodmanspoint gelandet sind. Dieser Platz ist ebenfalls ein Big4, allerdings ein weniger guter und eigentlich wollten wir hier an jedem Tag wieder auschecken.

Am 26.1 ist Australia Day, welcher in Perth ganz groß begangen wird. Das Feuerwerk ist das zweitgrößte nach Sydney. An diesem Tag hatten wir bereits seit 3 Tagen über 40Grad und wir ganz schön im Eimer, aber zu fünft (Vanessa und Eike aus Deutschland waren ebenfalls auf unserem Campingground) haben wir uns auf dem Weg nach Perth gemacht, um uns in den Kings Park zu legen und auf die große Show zu warten. Bereits eine Woche zuvor hatten wir die Verkaufsanzeige für das Auto online gestellt und uns mit drei Interessenten für den 26.1 verabredet. Robi war mit Eike Wasser kaufen, als sich eben jene meldeten. Wir parkten nicht weit vom Festivaleingang entfernt, wo ich auf die drei wartete. Sie hatten schon 20 Minuten Verspätung, als mich Robi anruft, dass sie in unser Auto eingebrochen sind. Unglaublich. Da ist unser großes Ziel Perth und ausgenommen von den vielen Dingen die in den letzten Wochen kaputtgegangen sind, war doch mit dem Auto fast alles in Ordnung. Schließlich geht in Perth wieder etwas schief. Sie haben all unsere Klamotten durchwühlt, Robis Rucksack, unser Geld, mp3-Player, Nintendo usw. geklaut. Aber zum Glück haben sie uns unsere Pässe dagelassen und Marcel hatte alle Laptops unter den Sitzen versteckt. Es war klar, dass sie wenig Zeit hatten. Schließlich standen wir an einer vielbefahrenen Hauptstraße. Gerade als ich die Polizei vom Festivalgelände holen wollte, kamen natürlich unsere Interessenten, die ich dann zum Auto und Robert geschickt habe. Die Polizei war ein Witz. Sie können mir nicht helfen. Ich solle doch diese Nummer anrufen und dann wird das registriert. Aha. Danke! Naja, die Interessenten haben sich natürlich nicht für das Auto entschieden. Waren superskeptisch usw. Wir sind dann wieder zum Gelände zurückgekehrt wo sich langsam dicke fette Gewitterwolken breit machten. Ab und zu gab es auch etwas Regen, aber alle sind hartnäckig sitzen geblieben. Das Feuerwerk bekam natürliche Unterstützung durch das Gewitter und für eine Weile saßen wir gemeinsam unter einer Plane und haben dieses Spektakel genossen. Nach einer halbe Stunde war alles vorbei und wir haben uns wieder auf dem Weg zurück zum Camping Ground gemacht.
Hier beschließe ich das Ganze auch erst mal. So viel lässt sich noch sagen: Nach 5 Tagen über 40 Grad, haben wir heute das erste Mal wieder angenehme 33 Grad. Yey! In der Hoffnung in Zivilisation sich öfter melden zu können,

bis bald und liebste Grüße
Robi & Anja

Reiseromantik versus Realität

IMG_1901

Den Artikel habe ich vor einer gefühlten Ewigkeit geschrieben…. Somit, nehmt euch Zeit beim Lesen!

Während der letzten 8 Tage habe ich über viele Titel nachgedacht: „On the road“, „Australien will uns auskotzen“, „Das Ende und ein Anfang“ usw. Schließlich schien mir „Reiseromantik versus Realität“ am geeignetsten.

Im Grunde hat unsere Reise wirklich ruhig begonnen. Das Wetter war nicht zu heiß, die Stimmung war gut und es ging voran. Der erste Camping Ground in Port Pirie war auch ganz in Ordnung. Ausgenommen des Strandes! Dieser befand sich ganz idyllisch nächst zu einer Fabrik. Robi und Marcel sind tatsächlich ins Wasser gegangen. Ich habe nur auf den Fisch mit 10 Augen gewartet oder immer noch darauf, dass den beiden dritte Gliedmaßen wachsen.

Dann ging es nach Ceduna, um dort 2 Tage zu verbringen und in Ruhe Marcels Geburtstag feiern zu können. Dieser Camping Ground war wirklich deluxe! Angefangen bei den sanitären Anlagen bis zu der Camp-Küche. Leider war auch hier der Beach nicht so pralle. So haben wir uns entschieden den nächsten Tag zu nutzen, um zur Touri-Info zu fahren und nach lohnenswerten Stränden zu fragen. Die Lady erklärte uns, dass eine Vielzahl der Strände nur mit einem 4 Wheel Drive zu erreichen seien, aber da wäre ein wirklich schöner der sich nur 10 km entfernt befindet. Wir nur halbprovisorisch mit Sprit ausgestattet machen uns auf den Weg und müssen ziemlich bald feststellen, dass sie eine Falschaussage getroffen hat. Nachdem wir mit dem Auro bereits 20km über Stock und Stein gestolpert waren, sind wir dann doch umgedreht, um zu tanken und nochmals nach dem Weg zu fragen. Hier wird einem dann doch erst einmal deutlich, was in Australien Entfernungen bedeuten. Wir sind an diesem Tag 40km hin und wieder zurückgefahren, nur um an einen Strand zu liegen, der zwar wunderschön war und wir völlig allein, aber voller vertrockneten Seegras und dieser ätzende Wind!
Ebenfalls in Ceduna hatten lernten wir 2 kanadische Pärchen kennen, die sich im Ruhestand befinden und für 4 Monate mit dem Camper durch Australien reisen. Eigentlich wollten wir uns alle in Eucla wiedertreffen, um dort nochmal einen schönen Abend zu verbringen. Allerdings sollte das alles ganz anders kommen. Ceduna gilt als Tor zur Nullabor Plain, in deren Richtung wir voller Spannung, mit nächsten Stop Eucla, gestartet sind. Es hat wirklich alles wunderbar geklappt. Das Auto ist gerollt und schließlich hatten wir die Grenze zur Nullabor Plain erreicht. Noch einmal voll tanken und dann wieder ein Stück zurück, um uns die „Great Australian Bight“ anzuschauen. Bereits auf dem Weg dahin mussten wir feststellen, dass die Temperaturanzeige des Autos in den roten Bereich zu rutschen schien. Wir dachten uns erst mal nicht viel dabei, da wir bereits einige km gefahren waren. Also links ran und warten. In diesem Moment kamen uns die Kanadier entgegen, denen wir freundlich zugewinkten. Dann ging es weiter zur Bight wofür wir zwar 5 Dollar bezahlen mussten, allerdings war es das auch wirklich wert! WOW!!! Weit entfernt waren riesige Sanddünen zu sehen, die durch die Sonne mit dem Himmel eins zu werden schienen. Die Küste selbst ist durch riesige Kliffe geprägt, die im Laufe der Jahrtausende durch den Ozean eine einzigartige Form erhalten haben. Nachdem wir den visuellen Hunger gestillt hatten, gab es auch noch etwas zu Futtern, um den physischen Appetit zu befriedigen. Außerdem galt es das gesamte Obst und Gemüse zu essen, da auch in Western Australia das Quarantänegebot gilt. Eucla war nur noch ca. 120km entfernt, allerdings wurde der Motor bereits auf dem Weg zu der Tankstelle, wo wir zuvor waren, wieder viel zu heiß, was uns dann doch zu denken gab. Robi und ich hatten uns vorsorglich eine Mitgliedschaft bei der RAA (der australische ADAC) zugelegt und was für ein Glück, dass eben diesen Service bei diesem Roadhouse gab. Nachdem wir uns hilfesuchend an einen der Mitarbeiter des Roadhouses gewendet hatten, konnte der uns nur mitteilen, dass der Zuständige heute seinen Tag frei hat. „OK, könntest dann nicht du einen Blick darauf werfen?!“ Ziemlich halbherzig hat er das auch getan, indem er nochmals den Motor angeworfen und mit seiner Hand im Motor rumgetätschelt hat. Anschließend meinte er zu uns, dass wir es ruhig weiterfahren sollen und fragte, ob wir auch ja genug Wasser dabei haben.

Nur zu Erklärung. Die Nullabor Plain ist absolutes Ödland! Es ist das größte Stück Kalkstein Australiens, worauf etwas nördlicher des Highways kein Baum und nichts wachsen. Dieser Highway ist erst seit ca. 20 Jahren betoniert. Zuvor haben sich nur Roadtrains auf den Weg durch die Nullabor gemacht. Keiner reist gerne durch diesen Part von Australien. Auf der gesamten Strecke von Ceduna bis nach Norseman gibt es keine Stadt, keine Supermärkte und wirklich nur sehr spärlichen Handyempfang. Wir haben uns sicherlich etwas naiv auf dem Weg gemacht. Uns war klar, dass wir Wasser benötigen werden, aber die Essensvorräte?! Nun zurück zum Nullabor Plain Roadhouse!

Wie angeraten haben wir uns wieder auf den Weg in Richtung Eucla gemacht und es ganze 37km geschafft, um dann wieder im beinahe roten Bereich zu schweben. Dann war es auch wirklich genug und entschieden uns für einen Anruf bei der RAA. Allerdings ist das gar nicht so einfach mit keinem bis einem Strich Empfang. Um eine SMS zu schreiben war es dann doch genug. Und mal wieder halfen uns Sahra und Sanji. Eigentlich hatten wir uns bereits auf stundenlanges Warten eingerichtet, was sich letztlich doch auf eine Stunde begrenzte. Was mich trotzdem nicht davor gerettet hat, dass ich im Busch auf „Toilette“ gehen musste. Und nun versuch das mal in einer baumlosen Zone! Nach 1 ½ Stunden trafen unsere vermeintlichen Lebensretter ein. Und siehe da, anscheinend hatte der Kollege doch keinen Urlaub. Es war nämlich jener welcher des Nullabor Roadhouses. Das Problem war schnell gefunden. Der Toyota Town Ace hat zwei Wassertanks. Einen Überlauf und einen aus Metall, den wir Deppen nicht als solchen wahrgenommen haben. Die beiden schütten nun Wasser auf. Daraufhin sollten wir den Motor starten, um die Luft aus dem Kühlsystem zu pressen. Plötzlich sehen wir Schaum und Blasen, woraufhin wir uns verwundert an die beiden richteten, ob das so sein soll. Sie lachen und meinen, dass sich ein bisschen Fit darin befindet und es würde den Motor reinigen. Wir wissen nicht über was sie lachen. Schließlich sollten wir es dann nochmals probieren aber in Richtung Roadhouse für den Fall, dass sie uns doch abschleppen müssen. Wir waren total euphorisch und happy, dass es sicher gleich weiter geht, doch stoppten uns die beiden bereits vor den verabredeten 10km und die Temperatur ging wieder hoch. Verdammt! Also wurden wir abgeschleppt. Lasst euch mal 37km bei 20 km/h Abschleppen durch den Kopf gehen. Schnarch! Dort angekommen meinten die Deppen zu mir, dass sie mal ausrechnen, was ich Ihnen schuldig bin. Außerdem denkt er, dass wir den 150km entfernten Mechaniker anrufen müssen, dass der sich das Auto anschaut aber er jetzt schon vermutet, dass auch er uns in seine Werkstatt schleppen muss, da es sicher ein größerer Schaden ist. Da sitzen wir nun. In the middle of fucking nowwhere. Unsere RAA-Mitgliedschaft deckt nur 32 km freies abschleppen. Jeder km kostet 2,60 $. Kein Bus. Keine Bahn. Nur dieses verdammte Roadhouse. Wir und insbesondere ich waren verzweifelt. Das wäre das Ende gewesen. Nur um das Auto zu dem Mechaniker schleppen zu lassen hätten wir knapp 800$ bezahlt und zu diesem Zeitpunkt hätte der Mechaniker noch nicht mal einen Blick hineingeworfen. Wir hatten das Auto bereits abgeschrieben. Ich heulte Rotz und Wasser. Was passiert mit dem Auto? Was passiert mit dem Camping-Stuff und was passiert mit uns? Auf dem Weg zur Toilette kommen mir wieder die zwei Typen entgegen und sie sehen, dass ich geflennt habe! Da drückt mir einer von denen eine Rechnung von 157$ fürs Abschleppen in die Hand. Völlig paralysiert gehe ich mit denen zum Auto und wir bezahlen. Da wussten wir noch nicht, dass die Standardmitgliedschaft 32km freies Abschleppen beinhaltet. Also haben wir für ganze 5km 157$ bezahlt. Abgezogen! Dort haben wir schließlich noch eine Nacht verbracht, mit dem Vorhaben, dass wir es morgens einfach selber noch einmal wagen bis nach Nundroo und dem Mechaniker zu fahren. Da wir kein Zelt aufstellen konnten mussten wir eben zu dritt im Van schlafen, was gar nicht so schlimm war und ich hatte sogar ziemlich gut geschlafen. Am darauffolgenden Morgen ist Marcel gefühlte 100-mal hin und her gefahren, um zu testen, ob der Motor wieder heiß läuft. Als dann immer noch nichts passiert war, entschlossen wir uns wieder zurück nach Adelaide zu fahren. Nach 140km Richtung Adelaide und einem immer noch wunderbar laufenden Auto entschlossen wir uns dann für einen kompletten Routenwechsel, der ebenfalls schöne Strände versprach und keine 4700km andauern würde. Also wieder zurück und dieses Mal haben wir es sogar bis nach Eucla geschafft! An diesem Abend hatten wir ein supernettes Pärchen aus Perth, ursprünglich aus Südafrika, getroffen. Weil wir so einen schönen Abend verbracht hatten und Henrietta am nächsten Tag Geburtstag feiern wollte, vereinbarten wir uns gemeinsam auf der Fraser Range treffen, um dort die nächste Nacht zu verbringen. Wir waren größenwahnsinnig und dachten, dass das Auto 700km schaffe würde, aber falsch gedacht. 160km vor der Fraser Range und 30km vor dem nächsten Roadhouse sind wir dann wieder liegen geblieben. Wir dachten, dass sich der Motor vielleicht von allein abkühlen würde und haben uns für 2 Stunden warten entschieden, um es dann noch einmal zu riskieren. Währenddessen hielt ein Auto und bot Hilfe an, die wir mit einem Lächeln abwiesen. Später kamen dann auch Anton und Henrietta, die uns mit Nahrungsmitteln versorgten und dem Versprechen, dass sie uns nicht im Busch zurücklassen. Falls wir um 18 Uhr noch nicht auf der Fraser Range angekommen sind, dann fahren sie zurück. Nach unseren 2 Stunden und 5 weiteren km, mussten wir einsehen, dass das keinen Sinn macht und wir wieder die RAA anrufen müssen. Leider gab es keinen Empfang, also Autos anhalten. Auto Nr. 1 konnte nicht helfen, Auto Nr. 2 hätte uns abschleppen können, aber wir hatten kein Seil, Auto Nr. 3 ist hemmungslos an uns vorbeigefahren und Auto Nr. 4, eine Familie aus Esperance, hat uns schließlich nach 1 Stunde Autos anhalten weitergeholfen. Wir haben ihnen die Daten für die RAA gegeben und Antons Nr. Wiederum haben Sie uns mehr Wasser gegeben. Danach war wieder Warten angesagt. Um 20:30 Uhr, ganz 6 ½ Stunden später kam Anton und hat uns bis zur Fraser Range abgeschleppt. Für Marcel war es der absolute Horror. Anton hat uns nämlich bei 80km/h abgeschleppt und war der Meinung, dass Robi und ich lieber bei Ihm mitfahren sollten, weil es dann sicherer wäre. Auf der Range angekommen gab es gegrilltes und getoastetes von Henrietta. Wir haben uns etwas schlecht gefühlt, da Anton an ihrem Geburtstag abgeschleppt hat und das hat einige Stunden in Anspruch genommen. Außerdem ist es auch nicht ungefährlich, da Kängurus, Emus usw. alles nachtaktive Tiere sind und wir tatsächlich einige am Wegesrand haben stehen sehen. Am nächsten Morgen rief ich also wiedermal bei der RAA an, wo ich feststellen musste, dass unser Auftrag von Vorabend nicht verarbeitet wurde. Wäre Anton nicht gewesen, dann hätten wir die Nacht im Busch an der Straße verbracht. Die hilfsbereite Familie vom Vortag hatte nicht nur RAA und Anton angerufen, sondern auch die Polizei. Aber auch diese hatte an unserem Schicksal kein Interesse. Anton und Henrietta waren bereits sehr früh nach Perth abgereist und im nächsten Moment hatten wir schon die nächste Bekanntschaft gemacht. Auch diese Familie hatte uns noch etwas zu knappern dagelassen. Wie peinlich und nett zugleich 😉 Gegen Mittag kam schließlich der Abschleppservice, der uns nach Norseman brachte. Leider haben wir uns zum Liegenbleiben ein Wochenende ausgesucht und am Sonntag macht ja bekanntlich niemand etwas. So hätten wir uns eigentlich wieder etwas für eine Nacht suchen müssen. Allerdings haben wir uns mit dem jungen Mann vom Abschleppdienst so gut verstanden, dass er mit seinem Kollegen sprach, ob wir nicht eine Nacht bei ihm auf dem Schrottplatz verbringen könnten. Null Problemo! Was für ein Spaß. Wer kann das schon von sich behaupten eine Nacht aufn Autofriedhof zu verbringen. Gerhardt und Ivana haben uns tags über und in die Nacht hinein die Zeit vertrieben. Gerhardts Vater kam aus Deutschland und Ivana stammt ursprünglich aus Kroatien. Die beiden hatten wirklich viel zu berichten und die Einladung zum abendlichen Bier wollten und konnten wir nicht ausschlagen. Seit einiger Zeit leben sie in einem Wohnwagen auf dem Platz und passen auf, dass sich niemand an den schrottreifen Autos vergreift. Später wollen sie sich ein Haus kaufen. Um es uns gemütlicher zu machen haben sie die Lichterkette angeschmissen und deutsche Volksmusik auflegt. Sehr sympathisch aber auch irgendwie etwas seltsam. Zum Abendbrot gab es an diesem Abend übrigens unser letztes Essen: Reis mit Dosenmais und Dosenbohnen.
Am nächsten Morgen sind wir dann in die Werkstatt gedüst, wo bereits ein großes Wohnmobil stand und wie wir wartete. Nur, dass diese Familie dort bereits seit Donnerstag seine Zelte aufgeschlagen hatte. Unsere gesamte Wartezeit über hatten wir ein Schwätzchen mit den dreien, wobei diese Australier eine Neigung zum Pessimismus und Rassismus hatten.

Endlich sollten wir erfahren, was nun wirklich mit dem Auto nicht stimmte. Einer der Zylinder im Kühlsystem hatte einen Haarriss, den der Mechaniker mit einer Masse füllte und wir daraufhin problemlos Richtung Esperance, den Anfang unserer neu bestimmten Strecke, starten konnten.

Wenn auch noch etwas angespannt kam nach 8 Tagen Wüste, mit der Aussicht auf Sonne, Strand und Meer dann doch endlich Urlaubsgefühl auf. Die Nullabor Plain ist wirklich ein heißes Pflaster und wir drei blicken jetzt respektvoll und nicht ohne ein Kopfschütteln auf unsere Vorbereitungen zurück. Trotz des vielen Fahrens und wenig bis gar keinen Bäumen fand ich die Natur und die Weite die diese Strecke zu bieten hat wirklich beeindruckend. Eine Schande sind die Roadhäuser, die wahrscheinlich Millionäre sind… Die Nullabor Plain war definitiv eine EINMALIGE Erfahrung, die mir klar gemacht hat, wie schnell der Spaß auch zu Ende sein kann und das man sich viel mehr mit den Gegebenheiten der Umgebung auseinandersetzen muss, um nicht wie wir ohne Essen und Trinken dazusitzen.

Weihnachten in den Blue Mountains

An Tag 1 und Tag 2 haben wir ausschließlich gegammelt, uns ein bisschen die Stadt angeschaut und sind einkaufen gewesen. Hier lässt sich bereits sagen, dass Katoomba über wirklich ausgezeichnete und günstige Trödel- und Antiquitätenläden verfügt. Schließlich haben wir nur noch darauf gewartet, dass Marcel eintrifft und wir unsere Reisegruppe, zumindest vorerst, als komplett bezeichnen konnten. Um 0:30 Uhr haben wir uns auf dem Weg zum Bahnhof gemacht. Die Tage zuvor sind wir um diese Uhrzeit quasi wieder aufgestanden, um uns wieder auf Reise zu machen. So war es etwas beschwerlich so lange durchzustehen. Letztlich haben wir alle unsere Erlebnisse der letzten Wochen/Monate besprochen und sind schlafen gegangen.

Tag 3 sollte sich so gestalten, dass wir für unser Weihnachtsdinner einkaufen gegangen sind, um dann noch etwas zu „Wandern“. Was für ein Glück, dass es in New South Wales Aldi gibt. So hatten wir ganz typisch Lebkuchen und Spekulatius. Leider war es bereits tagelang nicht so besonders schönes Wetter und nach morgendlichem Sonnenschein dachten wir, dass es der australische Wettergott an diesem Tag gut mit uns meint. Aber falsch gedacht. Gerade als wir losliefen fing es an zu regnen. Keiner von uns, außer Bine, hatte wirklich regentaugliche Klamotten an und wir entschieden uns umzukehren und das Auto zu nehmen. Wir wollten uns vorerst nur einen Wasserfall anschauen der nicht allzu weit entfernt war. Das Entfernungen und schlechtes Wetter keine Rolle spielen, sollten wir oder besonders ich bald am eigenem Leibe zu spüren bekommen. Da waren wir nun, ausgestattet mit Regenjacken, einer nassen schlammigen Route und dem absoluten Gegenteil von Wanderschuhen. Nach gefühlten 500 Stufen abwärts und einen klasse Blick über die Berge und Wasserfall, entschieden wir uns ein bisschen weiter zu gehen. Die Jungs wären natürlich noch eine Stunde weitergewandert aber die Mädels hatten Angst um ihre ungeeigneten Schuhe und das nicht nur weil sie dreckig werden könnten. Auf dem Rückweg mussten wir eine Metalltreppe hinabsteigen. Ich habe mich für hinabstürzen entschieden. Autsch!!! Im ersten Moment dachte ich wirklich, dass meine Hüfte gebrochen ist und im zweiten wer mich hier aus dem Wald schleppen soll. Naja am Ende war es nur der erste Schock, aber meine rechte Pohälfte hat mich spüren lassen, dass man nicht mit Chucks wandern gehen sollte. Am Auto angekommen musste ich feststellen, dass ich mir auch meinen linken Handballen geprellt hatte. In unserem Häuschen hatte ich Gelegenheit mir den Schaden genauer zu betrachten. Po und Oberschenkel waren jeweils mit roten Schrammen und Treppenmuster versehen. In den nächsten Tagen sollte sich das zu wunderschönen Blutergüssen entwickeln. Nicht nur, dass ich nach unserer Wanderei höllischen Muskelkater in den Waden hatte, ich konnte drei Tage lang nicht richtig sitzen. Aber egal… Es war Weihnachten und ich liebe Weihnachten. Umso schöner wenn man es in 10.000 Kilometer-Entfernung mit Freunden feiern kann.

Am sonnigen Tag 4 (Weihnachten) haben wir eine Hauptattraktionen der Blue Mountains ausgetestet und wurden leider ein klein wenig enttäuscht. Die Scenic World kann auf verschiedene Wege erkundet werden. Wir wollten alles ausprobieren. Zum einen die steilste Seilbahn der Welt, und die war wirklich sehr sehr steil, eine weitere Seilbahn, um von unten wieder nach oben zu kommen und eine dritte, um über eine Schlucht zu gelangen.
Die steilste Bahn der Welt war zwar steil und eng, allerdings konnte man nicht wirklich nach draußen sehen, da über unseren Köpfen eine Plane gespannt war. Nach einem 30 Minuten-Walk durch den Regenwald sollte es mit Bahn Nr. 2 wieder nach oben gehen. Leider war diese genau dann ausgefallen. Prima! Also mit Bahn Nr. 1 wieder hoch, was noch schlimmer ist, als nach unten zu fahren. Bahn Nr. 3 war klasse. Nicht nur an den Seiten konnten wir nach draußen sehen, sondern auch durch einen Glasboden. Nachdem wir alle Ausblicke genossen hatten, mussten wir uns langsam an die Zubereitung unseres Dinners machen. Nach vielen Stunden Vor- und Zubereitung gab es schließlich Truthahn mit Kartoffelklößen und Möhrengemüse (leider gab es kein Rotkraut zu kaufen) und zum Dessert australischen Pudding (quasi Kuchen und in unserem Fall Schokokuchen ;)) und Shortbread. Keine Ahnung mit was man das vergleichen könnte. Alles sehr sehr lecker.

Am Tag 5 haben wir uns dann die absolute Hauptattraktion der Blue Mountains angesehen. Die Three Sisters. So haben wir ganz touristisch alles abgearbeitet was man sehen sollte. Marcel, Robi und ich haben uns die Giant Stairway hinabgetraut. Eigentlich sagt das Schild zuvor, dass ausschließlich erfahrene und starke Wanderer diese Treppe hinab- und wieder hinaufsteigen sollen (Ich weiß ja, dass ich auch nicht unbedingt darunter zähle;)) aber da macht sich wirklich alles auf dem Weg. Von Omi und Opi bis zu Mutti die das Kleinkind trägt. Dann geht halt mal eine Weile gar nichts weil irgendjemand noch ein Foto schießen muss. Aber es war wirklich lohnenswert! Der 25.12 war auch der heißeste Tag den wir in den Blue Mountains hatten.

Schließlich war bereits Tag 6 angebrochen, an dem das Wetter mal wieder nicht so pralle war und wir uns für einen Internetcafébesuch und Videotag entschieden. Das Internet war ein Witz! Stand 2000. Das Laden dauerte so lange, dass wir daran ganz schnell wieder die Lust verloren. Allerdings war mein Milchshake wirklich klasse! Unsere Filme waren von superkitschig bis toternst alle ganz gut geeignet um den Tag rumzukriegen.

Am 27.12 machte sich Marcel auf den Weg nach Adelaide und am 28.12 haben dann auch Robi, Bine und ich unsere Zelte Richtung Sydney und Adelaide abgebrochen.
Unsere Fahrt zurück nach Adelaide war kurz und intensiv. Wir entschieden uns dafür, dass wir den Weg in 2 Tagen fahren, so dass wir in Adelaide einen Tag mehr Zeit haben, um alles organisieren zu können. In den Blue Mountains hatten wir nochmal ein paar Früchte und Gemüse gekauft, die wir bis zur Grenze zu South Australia definitiv gegessen haben wollte. Allerdings führte uns eine Planänderung an Tag 1 in Richtung Mildura wo es ebenfalls eine Quarantäne-Zone gab und wir ernsthaft 2 Mangos, 1 Gurke, Tomaten, 4 Äpfel und 2 Paprika WEGSCHMEIßEN mussten. Es tut so weh Essen wegzuschmeißen :/ Naja danach waren wir auf einen wunderschönen Campingplatz der direkt am See gelegen war. Nach 800 km waren wir dann schließlich wieder in Adelaide.

Silvester Adelaide

Die letzten Tage in Adelaide waren wirklich ausgezeichnet. Besonders der 31.12 war so silvesteruntypisch. Gemeinsam haben wir es im Pool eines Freundes von Mel und Phil gut gehen lassen. Es gab kein großes Dinner wie geplant, sondern Bier und Pizza. Danach hat sich jeder fertig gemacht und wir haben in der Bar von Phil auf Silvester gewartet und daraufhin ausgiebig gefeiert.

Happy New Year by the way 😀

Am 2.1 in aller Frühe war es dann soweit. Marcel, Robi und ich haben uns auf dem Weg von Adelaide nach Perth gemacht. 2700 km nicht ohne Probleme…

1369 km hin

IMG_1307

IMG_1373

IMG_1384

IMG_1391

Endlich, nach 2 Monaten arbeiten sollte es endlich Richtung Holiday gehen. Ich muss wohlverdient ergänzen  Auch wenn wir eine Menge Spaß hatten und wirklich viel erlebt haben, sind wir doch hier um auf der Straße zu sein und zu Reisen. So haben wir uns am 19.12, um 8 Uhr, auf den Weg zu Ferd gemacht, um nochmal eine Ladung Öl abzuholen, einkaufen zu gehen, Bine einzuladen und weiter zu unserer Mitfahrerin. Kate ist 20 Jahre alt, kommt aus Melbourne und ist Hippie durch und durch. Von Achselbehaarung, Teilnahme an der Occupie-Bewegung bis hin zu Geschichten über diverse bewusstseinserweiternde Erfahrungen wurden alle Cliches erfüllt. Nur die Dreadlooks haben gefehlt. Nach unserer ersten Etappe von ca. 460 km haben wir sie in Ouyen an einer Tankstelle abgesetzt, von wo sie noch 100 km bis zu ihrem eigentlichen Ziel brauchte. Nachdem ich ihr gesagt habe, dass ich zu ängstlich wäre um alleine durch Australien zu trampen, meinte sie zu mir, dass sie sich sicher ist, dass sie jemand mitnehmen wird, ob sie lebendig ankommt ist die nächste Frage 😉

Bereits im Voraus hatten wir nach Campingplätzen geschaut die kostenlos und neben einer Toilette vielleicht sogar mit einer Dusche ausgestattet sind. Allerdings war der erste, obwohl mit Dusche versehen, direkt an der Straße gelegen und wir haben uns für Weiterfahren entschieden. Der nächste Camping-Ground wurde, obwohl keine Dusche, als akzeptabel befunden und zum ersten Mal unsere Ausstattung aufgebaut. Nachdem alles gut funktioniert hatte, entschied ich mich die erste Nacht mit Robi im Zelt zu schlafen. Horror! Es war nicht kalt und nur mittelmäßig unbequem, aber so laaaaut!! Geschlafen haben wir zwei nicht besonders viel und wie wir am nächsten Morgen erfahren sollten auch Bine nicht. Sie hatte so gefroren, dass sie sich in die Matratze eingewickeln musste und gefunden habe ich sie in der Sonne schlafend, auf einer Bank vor dem Toilettenhäuschen.

Nach einem ausgewogenen Frühstück ging es auf unsere über 500 km Strecke Richtung Schlafort Nr. 2, in der Nähe von Greenfell, in einem National Park gelegen. Die Fahrt war dieses Mal wirklich beeindruckend. Von typisch australischer Vegetation, zu einem Teil wo es nichts außer Weite, Büsche, Rinder und Schafe gab bis hin zu halbwegs saftigen grünen Bergen. Die Trucks oder auch Road Trains waren manches Mal beängstigend. Man stelle sich vor, dass diese Monster genauso schnell fahren dürfen wir ein kleines Standardauto. Ich wurde wirklich oft überholt…
Der National Park war etwas verwirrend beschildert, so dass wir auf dem Privatgrundstück eines Farmers landeten. Dessen doofe Köter waren definitiv dressiert Fremde direkt anzufallen und zu zerfleischen. Nach unserem Besuch war „nur“ die Beifahrertür etwas zerkratzt. Aber er war nett und hat uns den Weg erklärt. Auf dem Weg zu dem Camping-Ground haben wir Kühe gesehen, die nicht eingezäunt waren oder Kängurus die über den Weg gehüpft sind. Angekommen, haben wir den Platz, den wir uns mit einem älteren Pärchen teilten, als idyllisch befunden, was direkt wieder versaut wurde. Plötzlich kam uns der Farmer entgegen. Er wollte nur sichergehen, dass wir auch angekommen sind. Ähhh was? Ist das jetzt typisch australische Nettigkeit ODER wollte er checken, dass wir auch tatsächlich an diesem Platz campen und vielleicht sogar alleine sind, um uns nachts noch einmal besuchen zu können?! Natur pur und absolute Einsamkeit kann auch wirklich gruselig sein. Aber egal, wir hatten ein schönes Dinner mit noch mehr tierischen Besuch. Familie Wallebee (Mutter, Vater, Kind) und ein Fuchs haben uns besucht. Dummerweise haben wir unseren Müll nicht direkt wieder im Auto verstaut, sondern haben abgewartet, bis unser Film zu Ende war. Robi hatte seine Schuhe vor dem Auto stehen gelassen und plötzlich war da nur noch einer. Der Müll war natürlich über die nächsten 2 Meter Umkreis verteilt, was dazu geführt hat, dass wir nur noch gemeinschaftlich auf Toilette gegangen sind und wir drei gemeinsam, wie die Sardinen, im Auto schliefen. Ich für meine Wenigkeit habe mir mehr Gedanken um meinen Axtmörder gemacht, als um niedliche Wallebees oder kleine Füchse. Meine Halbschlafnacht war um 5 Uhr zu Ende. Nach einem schönen Sonnenaufgang und ein paar 100 Seiten meines Buches, sind dann auch die anderen beiden wach geworden und wir haben uns auf unsere letzte Etappe, von nur noch 280 km gemacht.

Auch dieser Part hat wieder die Naturvielfalt die Australien zu bieten hat unter Beweis gestellt. Dieses Mal führte uns der Weg durch Berge, auf und ab bis wir in den Blue Mountains angekamen. Nach dieser Fahrt hatte unser Auto seinen Namen weg. Bumblebee (Hummel). Manchmal flott, aber auch schwerfällig, groß und kuschelig und natürlich auch farblich fast angepasst. Auf jeden Fall hat er sich wirklich gut geschlagen, auch wenn wir so manchen Berg mit nur 20 km/h erklimmen konnten.

Wir ihr sicherlich bemerkt habt, war das Tag drei ohne Dusche und eigentlich war das auch das einzige, was alle wollten: Duschen und schlafen! So haben wir den Schlüssel abgeholt, sind einkaufen gegangen und zum Haus geeilt.