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Schweitzerisch-deutscher Ausflug zum Uluru

Nachdem ich wieder etwas saumselig mit der Aktualität meiner Beiträge war, nähern wir uns allmählich wieder der Gegenwart.
Ziemlich kurz, nämlich zwei Tage nach unserer Ankunft, entschieden wir uns mit Jana (Deutsch), Michael (Schweizer) und Roger (Schweizer) einen Trip in die Mitte Australiens zu starten. Wir hatten noch eine Woche bis zum Arbeitsbeginn und ob wir nun eine Woche Unterkunft zahlen und rumhängen oder eine Woche ein Auto mieten und noch etwas erleben hat finanziell kaum einen Unterschied gemacht. So haben wir uns ganz spontan am Dienstag letzte Woche entschieden am Mittwoch ein Auto zu mieten loszudüsen. Wie der Zufall es wollte, konnten wir auch noch am selben Abend ein 4Mann-Zelt auf Gumtree (australisches Ebay-Kleinanzeigen) für schlappe 50 Dollar ersteigern. Die Schweizer hatten ihr eigenes Auto und wir wollten uns einen kleinen Toyota Yaris mieten. Allerdings hatte uns die Dame bei der telefonischen Vorbestellung einige Kosten unterschlagen, weshalb wir uns allesamt dafür entschieden zu fünft im Ford Falcon zu fahren. Ganz gegen mein Misstrauen von zu eng und zu heiß war es beinahe komfortabel. Dieses Auto war gegen unseren Van ein Luxusmodell. Es hatte Klima, wir konnten schneller als 70 km/h fahren und sogar elektrische Fensterheber gehörten zur Ausstattung. Wir sind die Straße entlang geflogen und auch ich durfte wieder auf´s Gas treten und endlich einen Roadtrain überholen. Wuhuuuuu… Man stelle sich vor: In South Australia ist es erlaubt mit drei Anhängern zu fahren und in Northern Terretory sogar mit fünf. Unglaublich diese Teile. Dieses Mal waren die Straßen nicht nur von toten Kängurus, sondern auch von toten Kühen gesäumt und dann wird deutlich was diese Roadtrains für eine Kraft haben.

Am ersten Tag ging es wirklich nur darum das Auto zu mieten, einkaufen zu gehen, Schlafsäcke + Iso-Matten zu besorgen und zum ersten Schlafplatz zu gelangen. Das lustige war, dass wir exakt denselben Weg einschlugen und dieselben Campingplätze ansteuerten wie ich es damals bereits getan hatte. In meiner Erinnerung hatte Schlafort Nr. 1 Rasen, aber dem war leider nicht so. Gleich am ersten Abend haben wir uns also einen Hüftschaden zugezogen und waren ziemlich gerädert als wir später Coober Pedy erreichen sollten. Unser erstes Ziel war das ehemalige Zuhause von Crocodile Harry. Auch da war ich bereits damals gewesen, allerdings konnten wir ihn dieses Mal nicht schlafend in seinem Bett beobachten 😉 Außerdem waren es keine 2 Dollar Spende mehr, sondern 5 Dollar Eintritt. Jetzt ist es ein Quasi-Museum und ob sich sein guter Freund nun daran bereichert oder nicht sei dahingestellt. In nächster Zeit soll ein Hostel in Harrys alter Miene entstehen, mehrere Dokus stehen an und er möchte ein Becken mit Krokos anlegen. Auf jeden Fall hat er uns viele interessante Dinge aus Harrys Leben berichtet, wie er auf Krokodiljagd ging und natürlich auch seine Leidenschaft zu den Frauen, was in seinem Zuhause kaum bemerkbar ist. Außerdem hat er uns noch einige seiner Opalfunde gezeigt. Jaja, dass Opalfieber! Angeblich soll es in Coober Pedy kaum noch Frauen geben, da diese von Höhle und 50 Grad Außentemperatur die Schnauze voll haben. Wer kann es ihnen verübeln. Nach Harry haben wir uns eine fantastische Pizza bei John´s Pizza schmecken lassen. Wer hätte gedacht, dass es an solch einen Wüstenplanetenort so gute Pizza gibt. Übrigens haben wir uns diese auf dem Hin- und Rückweg schmecken lassen 😉
Insgesamt wirkt diese Stadt wirklich wie von einem anderen Planeten. Nirgends gibt es ein grünes Fleckchen. Hier und da ein Bäumchen in dessen Schatten Aborigines chillen. Ansonsten viel Staub und Sand. Nicht ohne Grund wurde hier Mad Max III, Pitch Black (das Raumschiff haben wir uns angeschaut) und viele andere Filme gedreht. Übrigens sieht man wohl bei Mad Max am Ende sogar das „Haus“ von Harry?!

Nach einer etwas erholsameren Nacht auf dem nächsten Schlafplatz, erreichten wir am Freitag den Uluru. Wuhuuuuu!!! Ich frage mich, ob ich damals schon 25 Dollar (3 Tage gültig) für den Nationalpark bezahlt habe. Mein lieber Scholli, das ist nicht wenig. Und dann schlängelten wir uns 20 km die Straße entlang, um schließlich vor diesen gewaltigen orangenen Berg (für die Schweitzer eher Hügel) zu stehen. Wie auch damals entschieden wir uns wieder für eine Umrundung. Trotz der 11 km durch die glühende Hitze waren wir trotzdem immer noch total fasziniert von der Vielfältigkeit und Größe dieses australischen Merkmals. Wie kein anderes steht der Uluru (Ayers Rock) für Australien. Leider konnten sich meine Begleiter nicht so sehr am Sonnenuntergang erfreuen wie ich 😉 Ich finde es immer noch fantastisch, wie sich das Orange zu einem dunklen Ocker verändert. Am Samstag hatten wir nicht nur Kata Tjuta (Olgas) erkundet, sondern auch Michaels Geburtstag gefeiert. Wir waren alle derselben Meinung, dass die Olgas um einiges interessanter sind, als der Uluru, da sie einfach viel mehr Abwechslung, kleine grüne Oasen, Vogelgezwitscher und viel Schatten bieten. Nach einem kurzen Walk von 3km haben wir uns dann auch schon wieder in Richtung Adelaide aufgemacht. Während unserer Rückreise lernten wir auf einem der Campinggrounds Nico aus Frankreich und Wumbe aus Äthopien kennen. Nico dreht einen Film über Diabolo und die verschiedenen Styles die es in jedem Land gibt. Ich glaube er hat bereits die gesamte Welt bereist. Unglaublich! Aus seiner Leidenschaft hat er eine Berufung gemacht. Mich hat er jedenfalls gleich bekehrt. Ich muss unbedingt ein Diabolo bekommen!!! Damit kann ich mir in Asien wunderbar die Zeit vertreiben.

Und dann waren wir auch schon fast da. Es stand nur noch der Salzsee „Lake Hart“ auf dem Programm, was so ziemlich eines der Highlights war. Dort haben wir ordentlich Fotos geschossen und uns dann endgültig vom Outback verabschiedet. Nach solch einen wunderbaren Trip, mit wunderbaren Menschen, möchte man gar nicht zurück ins Hostel und arbeiten, sondern weiterreisen – einfach weiterfahren. Leider bleibt uns das für die nächsten 4 Wochen vergönnt, aber dafür gibt es dann eine große Entschädigung 😉

Reiseromantik versus Realität

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Den Artikel habe ich vor einer gefühlten Ewigkeit geschrieben…. Somit, nehmt euch Zeit beim Lesen!

Während der letzten 8 Tage habe ich über viele Titel nachgedacht: „On the road“, „Australien will uns auskotzen“, „Das Ende und ein Anfang“ usw. Schließlich schien mir „Reiseromantik versus Realität“ am geeignetsten.

Im Grunde hat unsere Reise wirklich ruhig begonnen. Das Wetter war nicht zu heiß, die Stimmung war gut und es ging voran. Der erste Camping Ground in Port Pirie war auch ganz in Ordnung. Ausgenommen des Strandes! Dieser befand sich ganz idyllisch nächst zu einer Fabrik. Robi und Marcel sind tatsächlich ins Wasser gegangen. Ich habe nur auf den Fisch mit 10 Augen gewartet oder immer noch darauf, dass den beiden dritte Gliedmaßen wachsen.

Dann ging es nach Ceduna, um dort 2 Tage zu verbringen und in Ruhe Marcels Geburtstag feiern zu können. Dieser Camping Ground war wirklich deluxe! Angefangen bei den sanitären Anlagen bis zu der Camp-Küche. Leider war auch hier der Beach nicht so pralle. So haben wir uns entschieden den nächsten Tag zu nutzen, um zur Touri-Info zu fahren und nach lohnenswerten Stränden zu fragen. Die Lady erklärte uns, dass eine Vielzahl der Strände nur mit einem 4 Wheel Drive zu erreichen seien, aber da wäre ein wirklich schöner der sich nur 10 km entfernt befindet. Wir nur halbprovisorisch mit Sprit ausgestattet machen uns auf den Weg und müssen ziemlich bald feststellen, dass sie eine Falschaussage getroffen hat. Nachdem wir mit dem Auro bereits 20km über Stock und Stein gestolpert waren, sind wir dann doch umgedreht, um zu tanken und nochmals nach dem Weg zu fragen. Hier wird einem dann doch erst einmal deutlich, was in Australien Entfernungen bedeuten. Wir sind an diesem Tag 40km hin und wieder zurückgefahren, nur um an einen Strand zu liegen, der zwar wunderschön war und wir völlig allein, aber voller vertrockneten Seegras und dieser ätzende Wind!
Ebenfalls in Ceduna hatten lernten wir 2 kanadische Pärchen kennen, die sich im Ruhestand befinden und für 4 Monate mit dem Camper durch Australien reisen. Eigentlich wollten wir uns alle in Eucla wiedertreffen, um dort nochmal einen schönen Abend zu verbringen. Allerdings sollte das alles ganz anders kommen. Ceduna gilt als Tor zur Nullabor Plain, in deren Richtung wir voller Spannung, mit nächsten Stop Eucla, gestartet sind. Es hat wirklich alles wunderbar geklappt. Das Auto ist gerollt und schließlich hatten wir die Grenze zur Nullabor Plain erreicht. Noch einmal voll tanken und dann wieder ein Stück zurück, um uns die „Great Australian Bight“ anzuschauen. Bereits auf dem Weg dahin mussten wir feststellen, dass die Temperaturanzeige des Autos in den roten Bereich zu rutschen schien. Wir dachten uns erst mal nicht viel dabei, da wir bereits einige km gefahren waren. Also links ran und warten. In diesem Moment kamen uns die Kanadier entgegen, denen wir freundlich zugewinkten. Dann ging es weiter zur Bight wofür wir zwar 5 Dollar bezahlen mussten, allerdings war es das auch wirklich wert! WOW!!! Weit entfernt waren riesige Sanddünen zu sehen, die durch die Sonne mit dem Himmel eins zu werden schienen. Die Küste selbst ist durch riesige Kliffe geprägt, die im Laufe der Jahrtausende durch den Ozean eine einzigartige Form erhalten haben. Nachdem wir den visuellen Hunger gestillt hatten, gab es auch noch etwas zu Futtern, um den physischen Appetit zu befriedigen. Außerdem galt es das gesamte Obst und Gemüse zu essen, da auch in Western Australia das Quarantänegebot gilt. Eucla war nur noch ca. 120km entfernt, allerdings wurde der Motor bereits auf dem Weg zu der Tankstelle, wo wir zuvor waren, wieder viel zu heiß, was uns dann doch zu denken gab. Robi und ich hatten uns vorsorglich eine Mitgliedschaft bei der RAA (der australische ADAC) zugelegt und was für ein Glück, dass eben diesen Service bei diesem Roadhouse gab. Nachdem wir uns hilfesuchend an einen der Mitarbeiter des Roadhouses gewendet hatten, konnte der uns nur mitteilen, dass der Zuständige heute seinen Tag frei hat. „OK, könntest dann nicht du einen Blick darauf werfen?!“ Ziemlich halbherzig hat er das auch getan, indem er nochmals den Motor angeworfen und mit seiner Hand im Motor rumgetätschelt hat. Anschließend meinte er zu uns, dass wir es ruhig weiterfahren sollen und fragte, ob wir auch ja genug Wasser dabei haben.

Nur zu Erklärung. Die Nullabor Plain ist absolutes Ödland! Es ist das größte Stück Kalkstein Australiens, worauf etwas nördlicher des Highways kein Baum und nichts wachsen. Dieser Highway ist erst seit ca. 20 Jahren betoniert. Zuvor haben sich nur Roadtrains auf den Weg durch die Nullabor gemacht. Keiner reist gerne durch diesen Part von Australien. Auf der gesamten Strecke von Ceduna bis nach Norseman gibt es keine Stadt, keine Supermärkte und wirklich nur sehr spärlichen Handyempfang. Wir haben uns sicherlich etwas naiv auf dem Weg gemacht. Uns war klar, dass wir Wasser benötigen werden, aber die Essensvorräte?! Nun zurück zum Nullabor Plain Roadhouse!

Wie angeraten haben wir uns wieder auf den Weg in Richtung Eucla gemacht und es ganze 37km geschafft, um dann wieder im beinahe roten Bereich zu schweben. Dann war es auch wirklich genug und entschieden uns für einen Anruf bei der RAA. Allerdings ist das gar nicht so einfach mit keinem bis einem Strich Empfang. Um eine SMS zu schreiben war es dann doch genug. Und mal wieder halfen uns Sahra und Sanji. Eigentlich hatten wir uns bereits auf stundenlanges Warten eingerichtet, was sich letztlich doch auf eine Stunde begrenzte. Was mich trotzdem nicht davor gerettet hat, dass ich im Busch auf „Toilette“ gehen musste. Und nun versuch das mal in einer baumlosen Zone! Nach 1 ½ Stunden trafen unsere vermeintlichen Lebensretter ein. Und siehe da, anscheinend hatte der Kollege doch keinen Urlaub. Es war nämlich jener welcher des Nullabor Roadhouses. Das Problem war schnell gefunden. Der Toyota Town Ace hat zwei Wassertanks. Einen Überlauf und einen aus Metall, den wir Deppen nicht als solchen wahrgenommen haben. Die beiden schütten nun Wasser auf. Daraufhin sollten wir den Motor starten, um die Luft aus dem Kühlsystem zu pressen. Plötzlich sehen wir Schaum und Blasen, woraufhin wir uns verwundert an die beiden richteten, ob das so sein soll. Sie lachen und meinen, dass sich ein bisschen Fit darin befindet und es würde den Motor reinigen. Wir wissen nicht über was sie lachen. Schließlich sollten wir es dann nochmals probieren aber in Richtung Roadhouse für den Fall, dass sie uns doch abschleppen müssen. Wir waren total euphorisch und happy, dass es sicher gleich weiter geht, doch stoppten uns die beiden bereits vor den verabredeten 10km und die Temperatur ging wieder hoch. Verdammt! Also wurden wir abgeschleppt. Lasst euch mal 37km bei 20 km/h Abschleppen durch den Kopf gehen. Schnarch! Dort angekommen meinten die Deppen zu mir, dass sie mal ausrechnen, was ich Ihnen schuldig bin. Außerdem denkt er, dass wir den 150km entfernten Mechaniker anrufen müssen, dass der sich das Auto anschaut aber er jetzt schon vermutet, dass auch er uns in seine Werkstatt schleppen muss, da es sicher ein größerer Schaden ist. Da sitzen wir nun. In the middle of fucking nowwhere. Unsere RAA-Mitgliedschaft deckt nur 32 km freies abschleppen. Jeder km kostet 2,60 $. Kein Bus. Keine Bahn. Nur dieses verdammte Roadhouse. Wir und insbesondere ich waren verzweifelt. Das wäre das Ende gewesen. Nur um das Auto zu dem Mechaniker schleppen zu lassen hätten wir knapp 800$ bezahlt und zu diesem Zeitpunkt hätte der Mechaniker noch nicht mal einen Blick hineingeworfen. Wir hatten das Auto bereits abgeschrieben. Ich heulte Rotz und Wasser. Was passiert mit dem Auto? Was passiert mit dem Camping-Stuff und was passiert mit uns? Auf dem Weg zur Toilette kommen mir wieder die zwei Typen entgegen und sie sehen, dass ich geflennt habe! Da drückt mir einer von denen eine Rechnung von 157$ fürs Abschleppen in die Hand. Völlig paralysiert gehe ich mit denen zum Auto und wir bezahlen. Da wussten wir noch nicht, dass die Standardmitgliedschaft 32km freies Abschleppen beinhaltet. Also haben wir für ganze 5km 157$ bezahlt. Abgezogen! Dort haben wir schließlich noch eine Nacht verbracht, mit dem Vorhaben, dass wir es morgens einfach selber noch einmal wagen bis nach Nundroo und dem Mechaniker zu fahren. Da wir kein Zelt aufstellen konnten mussten wir eben zu dritt im Van schlafen, was gar nicht so schlimm war und ich hatte sogar ziemlich gut geschlafen. Am darauffolgenden Morgen ist Marcel gefühlte 100-mal hin und her gefahren, um zu testen, ob der Motor wieder heiß läuft. Als dann immer noch nichts passiert war, entschlossen wir uns wieder zurück nach Adelaide zu fahren. Nach 140km Richtung Adelaide und einem immer noch wunderbar laufenden Auto entschlossen wir uns dann für einen kompletten Routenwechsel, der ebenfalls schöne Strände versprach und keine 4700km andauern würde. Also wieder zurück und dieses Mal haben wir es sogar bis nach Eucla geschafft! An diesem Abend hatten wir ein supernettes Pärchen aus Perth, ursprünglich aus Südafrika, getroffen. Weil wir so einen schönen Abend verbracht hatten und Henrietta am nächsten Tag Geburtstag feiern wollte, vereinbarten wir uns gemeinsam auf der Fraser Range treffen, um dort die nächste Nacht zu verbringen. Wir waren größenwahnsinnig und dachten, dass das Auto 700km schaffe würde, aber falsch gedacht. 160km vor der Fraser Range und 30km vor dem nächsten Roadhouse sind wir dann wieder liegen geblieben. Wir dachten, dass sich der Motor vielleicht von allein abkühlen würde und haben uns für 2 Stunden warten entschieden, um es dann noch einmal zu riskieren. Währenddessen hielt ein Auto und bot Hilfe an, die wir mit einem Lächeln abwiesen. Später kamen dann auch Anton und Henrietta, die uns mit Nahrungsmitteln versorgten und dem Versprechen, dass sie uns nicht im Busch zurücklassen. Falls wir um 18 Uhr noch nicht auf der Fraser Range angekommen sind, dann fahren sie zurück. Nach unseren 2 Stunden und 5 weiteren km, mussten wir einsehen, dass das keinen Sinn macht und wir wieder die RAA anrufen müssen. Leider gab es keinen Empfang, also Autos anhalten. Auto Nr. 1 konnte nicht helfen, Auto Nr. 2 hätte uns abschleppen können, aber wir hatten kein Seil, Auto Nr. 3 ist hemmungslos an uns vorbeigefahren und Auto Nr. 4, eine Familie aus Esperance, hat uns schließlich nach 1 Stunde Autos anhalten weitergeholfen. Wir haben ihnen die Daten für die RAA gegeben und Antons Nr. Wiederum haben Sie uns mehr Wasser gegeben. Danach war wieder Warten angesagt. Um 20:30 Uhr, ganz 6 ½ Stunden später kam Anton und hat uns bis zur Fraser Range abgeschleppt. Für Marcel war es der absolute Horror. Anton hat uns nämlich bei 80km/h abgeschleppt und war der Meinung, dass Robi und ich lieber bei Ihm mitfahren sollten, weil es dann sicherer wäre. Auf der Range angekommen gab es gegrilltes und getoastetes von Henrietta. Wir haben uns etwas schlecht gefühlt, da Anton an ihrem Geburtstag abgeschleppt hat und das hat einige Stunden in Anspruch genommen. Außerdem ist es auch nicht ungefährlich, da Kängurus, Emus usw. alles nachtaktive Tiere sind und wir tatsächlich einige am Wegesrand haben stehen sehen. Am nächsten Morgen rief ich also wiedermal bei der RAA an, wo ich feststellen musste, dass unser Auftrag von Vorabend nicht verarbeitet wurde. Wäre Anton nicht gewesen, dann hätten wir die Nacht im Busch an der Straße verbracht. Die hilfsbereite Familie vom Vortag hatte nicht nur RAA und Anton angerufen, sondern auch die Polizei. Aber auch diese hatte an unserem Schicksal kein Interesse. Anton und Henrietta waren bereits sehr früh nach Perth abgereist und im nächsten Moment hatten wir schon die nächste Bekanntschaft gemacht. Auch diese Familie hatte uns noch etwas zu knappern dagelassen. Wie peinlich und nett zugleich 😉 Gegen Mittag kam schließlich der Abschleppservice, der uns nach Norseman brachte. Leider haben wir uns zum Liegenbleiben ein Wochenende ausgesucht und am Sonntag macht ja bekanntlich niemand etwas. So hätten wir uns eigentlich wieder etwas für eine Nacht suchen müssen. Allerdings haben wir uns mit dem jungen Mann vom Abschleppdienst so gut verstanden, dass er mit seinem Kollegen sprach, ob wir nicht eine Nacht bei ihm auf dem Schrottplatz verbringen könnten. Null Problemo! Was für ein Spaß. Wer kann das schon von sich behaupten eine Nacht aufn Autofriedhof zu verbringen. Gerhardt und Ivana haben uns tags über und in die Nacht hinein die Zeit vertrieben. Gerhardts Vater kam aus Deutschland und Ivana stammt ursprünglich aus Kroatien. Die beiden hatten wirklich viel zu berichten und die Einladung zum abendlichen Bier wollten und konnten wir nicht ausschlagen. Seit einiger Zeit leben sie in einem Wohnwagen auf dem Platz und passen auf, dass sich niemand an den schrottreifen Autos vergreift. Später wollen sie sich ein Haus kaufen. Um es uns gemütlicher zu machen haben sie die Lichterkette angeschmissen und deutsche Volksmusik auflegt. Sehr sympathisch aber auch irgendwie etwas seltsam. Zum Abendbrot gab es an diesem Abend übrigens unser letztes Essen: Reis mit Dosenmais und Dosenbohnen.
Am nächsten Morgen sind wir dann in die Werkstatt gedüst, wo bereits ein großes Wohnmobil stand und wie wir wartete. Nur, dass diese Familie dort bereits seit Donnerstag seine Zelte aufgeschlagen hatte. Unsere gesamte Wartezeit über hatten wir ein Schwätzchen mit den dreien, wobei diese Australier eine Neigung zum Pessimismus und Rassismus hatten.

Endlich sollten wir erfahren, was nun wirklich mit dem Auto nicht stimmte. Einer der Zylinder im Kühlsystem hatte einen Haarriss, den der Mechaniker mit einer Masse füllte und wir daraufhin problemlos Richtung Esperance, den Anfang unserer neu bestimmten Strecke, starten konnten.

Wenn auch noch etwas angespannt kam nach 8 Tagen Wüste, mit der Aussicht auf Sonne, Strand und Meer dann doch endlich Urlaubsgefühl auf. Die Nullabor Plain ist wirklich ein heißes Pflaster und wir drei blicken jetzt respektvoll und nicht ohne ein Kopfschütteln auf unsere Vorbereitungen zurück. Trotz des vielen Fahrens und wenig bis gar keinen Bäumen fand ich die Natur und die Weite die diese Strecke zu bieten hat wirklich beeindruckend. Eine Schande sind die Roadhäuser, die wahrscheinlich Millionäre sind… Die Nullabor Plain war definitiv eine EINMALIGE Erfahrung, die mir klar gemacht hat, wie schnell der Spaß auch zu Ende sein kann und das man sich viel mehr mit den Gegebenheiten der Umgebung auseinandersetzen muss, um nicht wie wir ohne Essen und Trinken dazusitzen.

Sorge…

Wie bereits erwähnt, hatten wir feststellen müssen, dass wir Öl verlieren. Woraufhin wir Sarah fragten, ob sie einen Termin mit unseren Lieblingsmechaniker Ferd ausmachen kann. Gesagt getan und da wir arbeiten mussten und eh unseren präventiven Check vor Reisebeginn machen wollten, haben wir unser Ölleck provisorisch reparieren lassen, sind über das Wochenende arbeiten gegangen und am Montag haben wir es schließlich wieder in die Werkstatt gebracht. Anschließend kamen drei lange Tage des Wartens und am Donnerstag plötzlich der Anruf, dass es etwas Schlimmes ist und wir sofort in die Werkstatt kommen sollen. Mir war heiß und kalt. Schließlich ist dieses Auto sowas wie eine Finanzanlage, die uns später wieder etwas einbringen soll. Außerdem wären unsere kommenden Reisepläne vollkommen hinüber gewesen. Ferd hat uns dann tatsächlich mit einem Kopfschütteln begrüßt und vier Möglichkeiten angeboten.

Erste Möglichkeit: Wir versuchen das Auto direkt zu verkaufen, was schwierig ist, da jeder vernünftige Käufer, der das Auto in eine Werkstatt bringt herausfinden wird, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Zweite Möglichkeit: Ferd öffnet den Motor und versucht herauszufinden was das Geräusch tatsächlich bedeutet, was allerdings heißen kann, dass immer mehr Schaden zum Vorschein kommen. Quasi teuer!!

Dritte Möglichkeit: Wir lassen es einfach darauf ankommen und fahren so lange wie es geht. Er meinte, dass manche mit so einem Schaden noch 3 Jahre fahren können bis das Auto aufgibt. Leider viel zu riskant!

Vierte Möglichkeit: Ferd: „Habt ihr das Auto versichert? Wenn ja, dann brennt es halt ab und kassiert das Geld.“ Was für eine Empfehlung! Leider haben wir keine Versicherung bekommen, da es ein importiertes Auto ist.

Ja, was bleibt einem da übrig… Wir haben uns für die Reparatur entschieden und eine weitere Investitionsmöglichkeit von 1000 Dollar eingeräumt. Danach ist wieder eine lange Woche vergangen. Ferd wusste nicht, ob er es in Zeit schafft, was bedeutet hätte, dass wir nicht in die Blue Mountains hätten fahren können. Zum Glück hat er es geschafft und letztlich mussten wir sogar „nur“ knapp 800 Dollar bezahlen. Allerdings verlieren wir immer noch ein bisschen Öl und müssen immer Öl- und Wasserreserven bei uns haben. Somit konnten wir uns am 19.12 endlich auf den Weg Richtung Blue Mountains machen.