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Weihnachten in den Blue Mountains

An Tag 1 und Tag 2 haben wir ausschließlich gegammelt, uns ein bisschen die Stadt angeschaut und sind einkaufen gewesen. Hier lässt sich bereits sagen, dass Katoomba über wirklich ausgezeichnete und günstige Trödel- und Antiquitätenläden verfügt. Schließlich haben wir nur noch darauf gewartet, dass Marcel eintrifft und wir unsere Reisegruppe, zumindest vorerst, als komplett bezeichnen konnten. Um 0:30 Uhr haben wir uns auf dem Weg zum Bahnhof gemacht. Die Tage zuvor sind wir um diese Uhrzeit quasi wieder aufgestanden, um uns wieder auf Reise zu machen. So war es etwas beschwerlich so lange durchzustehen. Letztlich haben wir alle unsere Erlebnisse der letzten Wochen/Monate besprochen und sind schlafen gegangen.

Tag 3 sollte sich so gestalten, dass wir für unser Weihnachtsdinner einkaufen gegangen sind, um dann noch etwas zu „Wandern“. Was für ein Glück, dass es in New South Wales Aldi gibt. So hatten wir ganz typisch Lebkuchen und Spekulatius. Leider war es bereits tagelang nicht so besonders schönes Wetter und nach morgendlichem Sonnenschein dachten wir, dass es der australische Wettergott an diesem Tag gut mit uns meint. Aber falsch gedacht. Gerade als wir losliefen fing es an zu regnen. Keiner von uns, außer Bine, hatte wirklich regentaugliche Klamotten an und wir entschieden uns umzukehren und das Auto zu nehmen. Wir wollten uns vorerst nur einen Wasserfall anschauen der nicht allzu weit entfernt war. Das Entfernungen und schlechtes Wetter keine Rolle spielen, sollten wir oder besonders ich bald am eigenem Leibe zu spüren bekommen. Da waren wir nun, ausgestattet mit Regenjacken, einer nassen schlammigen Route und dem absoluten Gegenteil von Wanderschuhen. Nach gefühlten 500 Stufen abwärts und einen klasse Blick über die Berge und Wasserfall, entschieden wir uns ein bisschen weiter zu gehen. Die Jungs wären natürlich noch eine Stunde weitergewandert aber die Mädels hatten Angst um ihre ungeeigneten Schuhe und das nicht nur weil sie dreckig werden könnten. Auf dem Rückweg mussten wir eine Metalltreppe hinabsteigen. Ich habe mich für hinabstürzen entschieden. Autsch!!! Im ersten Moment dachte ich wirklich, dass meine Hüfte gebrochen ist und im zweiten wer mich hier aus dem Wald schleppen soll. Naja am Ende war es nur der erste Schock, aber meine rechte Pohälfte hat mich spüren lassen, dass man nicht mit Chucks wandern gehen sollte. Am Auto angekommen musste ich feststellen, dass ich mir auch meinen linken Handballen geprellt hatte. In unserem Häuschen hatte ich Gelegenheit mir den Schaden genauer zu betrachten. Po und Oberschenkel waren jeweils mit roten Schrammen und Treppenmuster versehen. In den nächsten Tagen sollte sich das zu wunderschönen Blutergüssen entwickeln. Nicht nur, dass ich nach unserer Wanderei höllischen Muskelkater in den Waden hatte, ich konnte drei Tage lang nicht richtig sitzen. Aber egal… Es war Weihnachten und ich liebe Weihnachten. Umso schöner wenn man es in 10.000 Kilometer-Entfernung mit Freunden feiern kann.

Am sonnigen Tag 4 (Weihnachten) haben wir eine Hauptattraktionen der Blue Mountains ausgetestet und wurden leider ein klein wenig enttäuscht. Die Scenic World kann auf verschiedene Wege erkundet werden. Wir wollten alles ausprobieren. Zum einen die steilste Seilbahn der Welt, und die war wirklich sehr sehr steil, eine weitere Seilbahn, um von unten wieder nach oben zu kommen und eine dritte, um über eine Schlucht zu gelangen.
Die steilste Bahn der Welt war zwar steil und eng, allerdings konnte man nicht wirklich nach draußen sehen, da über unseren Köpfen eine Plane gespannt war. Nach einem 30 Minuten-Walk durch den Regenwald sollte es mit Bahn Nr. 2 wieder nach oben gehen. Leider war diese genau dann ausgefallen. Prima! Also mit Bahn Nr. 1 wieder hoch, was noch schlimmer ist, als nach unten zu fahren. Bahn Nr. 3 war klasse. Nicht nur an den Seiten konnten wir nach draußen sehen, sondern auch durch einen Glasboden. Nachdem wir alle Ausblicke genossen hatten, mussten wir uns langsam an die Zubereitung unseres Dinners machen. Nach vielen Stunden Vor- und Zubereitung gab es schließlich Truthahn mit Kartoffelklößen und Möhrengemüse (leider gab es kein Rotkraut zu kaufen) und zum Dessert australischen Pudding (quasi Kuchen und in unserem Fall Schokokuchen ;)) und Shortbread. Keine Ahnung mit was man das vergleichen könnte. Alles sehr sehr lecker.

Am Tag 5 haben wir uns dann die absolute Hauptattraktion der Blue Mountains angesehen. Die Three Sisters. So haben wir ganz touristisch alles abgearbeitet was man sehen sollte. Marcel, Robi und ich haben uns die Giant Stairway hinabgetraut. Eigentlich sagt das Schild zuvor, dass ausschließlich erfahrene und starke Wanderer diese Treppe hinab- und wieder hinaufsteigen sollen (Ich weiß ja, dass ich auch nicht unbedingt darunter zähle;)) aber da macht sich wirklich alles auf dem Weg. Von Omi und Opi bis zu Mutti die das Kleinkind trägt. Dann geht halt mal eine Weile gar nichts weil irgendjemand noch ein Foto schießen muss. Aber es war wirklich lohnenswert! Der 25.12 war auch der heißeste Tag den wir in den Blue Mountains hatten.

Schließlich war bereits Tag 6 angebrochen, an dem das Wetter mal wieder nicht so pralle war und wir uns für einen Internetcafébesuch und Videotag entschieden. Das Internet war ein Witz! Stand 2000. Das Laden dauerte so lange, dass wir daran ganz schnell wieder die Lust verloren. Allerdings war mein Milchshake wirklich klasse! Unsere Filme waren von superkitschig bis toternst alle ganz gut geeignet um den Tag rumzukriegen.

Am 27.12 machte sich Marcel auf den Weg nach Adelaide und am 28.12 haben dann auch Robi, Bine und ich unsere Zelte Richtung Sydney und Adelaide abgebrochen.
Unsere Fahrt zurück nach Adelaide war kurz und intensiv. Wir entschieden uns dafür, dass wir den Weg in 2 Tagen fahren, so dass wir in Adelaide einen Tag mehr Zeit haben, um alles organisieren zu können. In den Blue Mountains hatten wir nochmal ein paar Früchte und Gemüse gekauft, die wir bis zur Grenze zu South Australia definitiv gegessen haben wollte. Allerdings führte uns eine Planänderung an Tag 1 in Richtung Mildura wo es ebenfalls eine Quarantäne-Zone gab und wir ernsthaft 2 Mangos, 1 Gurke, Tomaten, 4 Äpfel und 2 Paprika WEGSCHMEIßEN mussten. Es tut so weh Essen wegzuschmeißen :/ Naja danach waren wir auf einen wunderschönen Campingplatz der direkt am See gelegen war. Nach 800 km waren wir dann schließlich wieder in Adelaide.

Silvester Adelaide

Die letzten Tage in Adelaide waren wirklich ausgezeichnet. Besonders der 31.12 war so silvesteruntypisch. Gemeinsam haben wir es im Pool eines Freundes von Mel und Phil gut gehen lassen. Es gab kein großes Dinner wie geplant, sondern Bier und Pizza. Danach hat sich jeder fertig gemacht und wir haben in der Bar von Phil auf Silvester gewartet und daraufhin ausgiebig gefeiert.

Happy New Year by the way 😀

Am 2.1 in aller Frühe war es dann soweit. Marcel, Robi und ich haben uns auf dem Weg von Adelaide nach Perth gemacht. 2700 km nicht ohne Probleme…

1369 km hin

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Endlich, nach 2 Monaten arbeiten sollte es endlich Richtung Holiday gehen. Ich muss wohlverdient ergänzen  Auch wenn wir eine Menge Spaß hatten und wirklich viel erlebt haben, sind wir doch hier um auf der Straße zu sein und zu Reisen. So haben wir uns am 19.12, um 8 Uhr, auf den Weg zu Ferd gemacht, um nochmal eine Ladung Öl abzuholen, einkaufen zu gehen, Bine einzuladen und weiter zu unserer Mitfahrerin. Kate ist 20 Jahre alt, kommt aus Melbourne und ist Hippie durch und durch. Von Achselbehaarung, Teilnahme an der Occupie-Bewegung bis hin zu Geschichten über diverse bewusstseinserweiternde Erfahrungen wurden alle Cliches erfüllt. Nur die Dreadlooks haben gefehlt. Nach unserer ersten Etappe von ca. 460 km haben wir sie in Ouyen an einer Tankstelle abgesetzt, von wo sie noch 100 km bis zu ihrem eigentlichen Ziel brauchte. Nachdem ich ihr gesagt habe, dass ich zu ängstlich wäre um alleine durch Australien zu trampen, meinte sie zu mir, dass sie sich sicher ist, dass sie jemand mitnehmen wird, ob sie lebendig ankommt ist die nächste Frage 😉

Bereits im Voraus hatten wir nach Campingplätzen geschaut die kostenlos und neben einer Toilette vielleicht sogar mit einer Dusche ausgestattet sind. Allerdings war der erste, obwohl mit Dusche versehen, direkt an der Straße gelegen und wir haben uns für Weiterfahren entschieden. Der nächste Camping-Ground wurde, obwohl keine Dusche, als akzeptabel befunden und zum ersten Mal unsere Ausstattung aufgebaut. Nachdem alles gut funktioniert hatte, entschied ich mich die erste Nacht mit Robi im Zelt zu schlafen. Horror! Es war nicht kalt und nur mittelmäßig unbequem, aber so laaaaut!! Geschlafen haben wir zwei nicht besonders viel und wie wir am nächsten Morgen erfahren sollten auch Bine nicht. Sie hatte so gefroren, dass sie sich in die Matratze eingewickeln musste und gefunden habe ich sie in der Sonne schlafend, auf einer Bank vor dem Toilettenhäuschen.

Nach einem ausgewogenen Frühstück ging es auf unsere über 500 km Strecke Richtung Schlafort Nr. 2, in der Nähe von Greenfell, in einem National Park gelegen. Die Fahrt war dieses Mal wirklich beeindruckend. Von typisch australischer Vegetation, zu einem Teil wo es nichts außer Weite, Büsche, Rinder und Schafe gab bis hin zu halbwegs saftigen grünen Bergen. Die Trucks oder auch Road Trains waren manches Mal beängstigend. Man stelle sich vor, dass diese Monster genauso schnell fahren dürfen wir ein kleines Standardauto. Ich wurde wirklich oft überholt…
Der National Park war etwas verwirrend beschildert, so dass wir auf dem Privatgrundstück eines Farmers landeten. Dessen doofe Köter waren definitiv dressiert Fremde direkt anzufallen und zu zerfleischen. Nach unserem Besuch war „nur“ die Beifahrertür etwas zerkratzt. Aber er war nett und hat uns den Weg erklärt. Auf dem Weg zu dem Camping-Ground haben wir Kühe gesehen, die nicht eingezäunt waren oder Kängurus die über den Weg gehüpft sind. Angekommen, haben wir den Platz, den wir uns mit einem älteren Pärchen teilten, als idyllisch befunden, was direkt wieder versaut wurde. Plötzlich kam uns der Farmer entgegen. Er wollte nur sichergehen, dass wir auch angekommen sind. Ähhh was? Ist das jetzt typisch australische Nettigkeit ODER wollte er checken, dass wir auch tatsächlich an diesem Platz campen und vielleicht sogar alleine sind, um uns nachts noch einmal besuchen zu können?! Natur pur und absolute Einsamkeit kann auch wirklich gruselig sein. Aber egal, wir hatten ein schönes Dinner mit noch mehr tierischen Besuch. Familie Wallebee (Mutter, Vater, Kind) und ein Fuchs haben uns besucht. Dummerweise haben wir unseren Müll nicht direkt wieder im Auto verstaut, sondern haben abgewartet, bis unser Film zu Ende war. Robi hatte seine Schuhe vor dem Auto stehen gelassen und plötzlich war da nur noch einer. Der Müll war natürlich über die nächsten 2 Meter Umkreis verteilt, was dazu geführt hat, dass wir nur noch gemeinschaftlich auf Toilette gegangen sind und wir drei gemeinsam, wie die Sardinen, im Auto schliefen. Ich für meine Wenigkeit habe mir mehr Gedanken um meinen Axtmörder gemacht, als um niedliche Wallebees oder kleine Füchse. Meine Halbschlafnacht war um 5 Uhr zu Ende. Nach einem schönen Sonnenaufgang und ein paar 100 Seiten meines Buches, sind dann auch die anderen beiden wach geworden und wir haben uns auf unsere letzte Etappe, von nur noch 280 km gemacht.

Auch dieser Part hat wieder die Naturvielfalt die Australien zu bieten hat unter Beweis gestellt. Dieses Mal führte uns der Weg durch Berge, auf und ab bis wir in den Blue Mountains angekamen. Nach dieser Fahrt hatte unser Auto seinen Namen weg. Bumblebee (Hummel). Manchmal flott, aber auch schwerfällig, groß und kuschelig und natürlich auch farblich fast angepasst. Auf jeden Fall hat er sich wirklich gut geschlagen, auch wenn wir so manchen Berg mit nur 20 km/h erklimmen konnten.

Wir ihr sicherlich bemerkt habt, war das Tag drei ohne Dusche und eigentlich war das auch das einzige, was alle wollten: Duschen und schlafen! So haben wir den Schlüssel abgeholt, sind einkaufen gegangen und zum Haus geeilt.

Sorge…

Wie bereits erwähnt, hatten wir feststellen müssen, dass wir Öl verlieren. Woraufhin wir Sarah fragten, ob sie einen Termin mit unseren Lieblingsmechaniker Ferd ausmachen kann. Gesagt getan und da wir arbeiten mussten und eh unseren präventiven Check vor Reisebeginn machen wollten, haben wir unser Ölleck provisorisch reparieren lassen, sind über das Wochenende arbeiten gegangen und am Montag haben wir es schließlich wieder in die Werkstatt gebracht. Anschließend kamen drei lange Tage des Wartens und am Donnerstag plötzlich der Anruf, dass es etwas Schlimmes ist und wir sofort in die Werkstatt kommen sollen. Mir war heiß und kalt. Schließlich ist dieses Auto sowas wie eine Finanzanlage, die uns später wieder etwas einbringen soll. Außerdem wären unsere kommenden Reisepläne vollkommen hinüber gewesen. Ferd hat uns dann tatsächlich mit einem Kopfschütteln begrüßt und vier Möglichkeiten angeboten.

Erste Möglichkeit: Wir versuchen das Auto direkt zu verkaufen, was schwierig ist, da jeder vernünftige Käufer, der das Auto in eine Werkstatt bringt herausfinden wird, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Zweite Möglichkeit: Ferd öffnet den Motor und versucht herauszufinden was das Geräusch tatsächlich bedeutet, was allerdings heißen kann, dass immer mehr Schaden zum Vorschein kommen. Quasi teuer!!

Dritte Möglichkeit: Wir lassen es einfach darauf ankommen und fahren so lange wie es geht. Er meinte, dass manche mit so einem Schaden noch 3 Jahre fahren können bis das Auto aufgibt. Leider viel zu riskant!

Vierte Möglichkeit: Ferd: „Habt ihr das Auto versichert? Wenn ja, dann brennt es halt ab und kassiert das Geld.“ Was für eine Empfehlung! Leider haben wir keine Versicherung bekommen, da es ein importiertes Auto ist.

Ja, was bleibt einem da übrig… Wir haben uns für die Reparatur entschieden und eine weitere Investitionsmöglichkeit von 1000 Dollar eingeräumt. Danach ist wieder eine lange Woche vergangen. Ferd wusste nicht, ob er es in Zeit schafft, was bedeutet hätte, dass wir nicht in die Blue Mountains hätten fahren können. Zum Glück hat er es geschafft und letztlich mussten wir sogar „nur“ knapp 800 Dollar bezahlen. Allerdings verlieren wir immer noch ein bisschen Öl und müssen immer Öl- und Wasserreserven bei uns haben. Somit konnten wir uns am 19.12 endlich auf den Weg Richtung Blue Mountains machen.