Unser erster Tag in Bangkok sah so aus, dass ich anfangs das Bett nicht verlassen wollte. Ich war immer noch so erledigt von der Anreise. Schließlich habe ich mich dann trotzdem rausgequält und wir haben uns dieser brütenden und dunstigen Hitze gestellt. In der gesamten Zeit habe ich noch nicht einmal die Sonne gesehen. Durch den vielen Smog blieb uns eben diese voellig verborgen. Wobei ich auch glücklich darüber bin, da ich nicht weiß, ob ich es dann durchstehen würde mich länger als 4 Stunden draußen aufzuhalten. Noch nie in meinem Leben bin ich dermaßen zerschmolzen wie es hier der Fall ist. Der April ist zusätzlich auch noch der heißeste Monat des Jahres. Selbst nachts sind es immer noch 31 Grad und die Luftfeuchtigkeit muss bei gefühlten 200% liegen.
Insgesamt sind die Thais in Bangkok ganz gewifte Burschen. Mit immer wieder denselben Methoden versuchen sie Touries das Geld aus den Rippen zu leiern. Zum Beispiel Tuk Tuk’s. Tuks Tuk’s oder eher Samosir, erhielten ihren Namen von den Geräuschen die sie machen. Diese motorisierten Dreiräder sehen lustig aus und machen Spaß, aber sie stinken und sind eine der größten Fallen, um Opfer eines Betruges (Scam) zu werden. John und Shona hatten uns bereits darauf vorbereitet, dass der Tuk Tuk-Fahrer versuchen wird uns in einen Shop zu fahren, wir uns dort für 5 Minuten umsehen sollen, um uns dann zu unseren eigentlichen Zie zu bringenl. An Tag 1 verließen wir das Hotel und es dauerte keine 2 Sekunden und wir wurden von einem Tuk Tuk-Fahrer angesprochen. Robert handelte 60 Bht aus. 3 Straßen weiter fährt er plötzlich links ran und fragt uns, ob er mit uns zu einem Shop fahren könnte. Er würde dafür einen Spritgutschein bekommen und wir müssten auch nichts kaufen, nur schauen. OK… Wir bei dem Shop angekommen, was übrigens ein Herrenschneider war, und schauen uns um. Die Thais vermeiden es gerne Frauen anzusprechen, besonders wenn sie ihnen einen Mann vorziehen können. So geschah es auch dort. Ich hatte gar nicht so recht verstanden, aber Robert meinte nur noch zu mir, dass wir rausgehen sollten. Wir wurden anstandslos weitergefahren. Auf der Fahrt erzählte mir Robi, dass der Verkäufer ihn auf einen Kauf ansprach und Robi meinte, dass wir nur schauen. Darauf erwiederte der Verkäufer, dass man sich im Museum umschauen kann aber nicht in seinem Shop. Wir sind noch zwei mal Tuk Tuk (ohne Shops) gefahren und mussten jedes mal wieder die Erfahrung machen, dass es vollkommen überteuerte Angebote sind und um einiges kostenintensiver, als ein Taxi. Aber auch Taxifahrer sind gewieft. Wir wussten, dass Taxifahrer innerhalb der Stadt nicht mehr als 100 Bht nehmen können. Als Robi und ich an einem Regentag wieder zum Hotel fahren wollten versuchten wir ein Taxi zu finden, dass uns für 60 Bht zum Hotel fährt. Keine Chance! Der Verkehr wäre zu heftig blablabla. Wir wurden immer wieder abgewiesen, bis wir doch auf die 100 Bht eingegangen sind. Die Jungs weigern sich auch vehement das Taximeter anzustellen. Manches mal haben wir Angebote von 200 Bht bekommen, wufür 60 Bht angemessen gewesen wären. Es ist immer noch supergünstig. 200 Bht sind einfach mal 4,86 Euro und das ist lächerlich.
Ein weiteres Beispiel für Abzocke: Du gehst zu einer Sehenswürdigkeit oder sogar zum Einkaufszentrum und die Tuk Tuk-Fahrer halten dich an und sagen dir, dass genau heute geschlossen ist, aber sie hätten eine ganz tolle Ersatztour für dich. Besonders Robi und Ben werden immer wieder angesprochen. Die Tattoos geben jeden einen leichten Einstieg. Am Anfang lässt man sich noch auf Gespräche ein, aber das wird weniger und weniger. Es ist wirklich unhöflich Thais anzustarren, aber so wie sie Robert und Ben anstarren und teilweise sogar betatschen, naja ich weiß nicht.
Neben diesen ganzen Geschichten gibt es auch viele wunderbare Dinge. Das Essen ist einfach fantastisch. Meistens kaufen wir unser Essen von den Garküchen an der Strasse. Fleisch, Fisch, Nudeln, Reis und viele viele Früchte für sehr sehr wenig Geld. Wir bekommen wirklich gutes Essen für 2 Euro. Und obwohl die Stadt dreckig, stickig und grau ist, erscheint sie trotzdem bunt. Es ist wirklich schwer in Worte zu fassen. Hier und dort strahlen Tempel in allen Farben und so gut wie an jeder Ecke oder an Hälsen von Thai-Frauen sieht man das Portrait des Königs. Der wird hier abgrundtief verehrt. Es ist z.B. erlaubt ein Foto von Portraits zu machen, aber wenn du dich mit dem König fotografieren lassen möchtest, dann bitte schön mit Hemd und ohne viele Emotionen. Ansonsten sind alle unwahrscheinlich freundlich. Nicht ohne Grund wird Thailand, als Land des Lächelns bezeichnet.
Im Großen und Ganzen denke ich, dass jetzt das wahre Abenteuer beginnt. Diese Kultur ist einfach so anders und an jeder Ecke wartet das nächste Fettnäpfen oder eben auch Betrüger. Englisch sprechen die wenigsten und auch öffentliche Verkehrsmittel zu organisieren ist nicht so einfach. Morgen gehen wir zur Post und hoffen ein Busticket nach Krabi zu bekommen. Nach fast einer Woche Bangkok reicht es langsam. Wir wollen Strand! Also Daumen feste drücken!
