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Keine Pläne sind die besten Pläne

Obwohl das gar nicht so genau stimmt. Wie bereits erwähnt haben wir uns auf Empfehlung von Locals bereits auf unserer Route durch die Nullabor dafür entschieden nicht die nördliche Westküste, sondern den südwestlichen Teil zu bereisen. Schließlich hatte Marcel nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung und wir wollten so viel wie möglich sehen. Um die Attraktionen der nördlichen Westküste zu erreichen müsste man jeden Tag viele hundert Kilometer fahren. Außerdem hätte das Auto so viele km einfach nicht geschafft. Jetzt war das große Ziel AUSSPANNEN und Perth erreichen, um das Auto dort wieder zu verkaufen.

Nur so als Nebeninfo. Eigentlich benötigt man für die Strecke von Adelaide bis nach Perth ca. 2700km. Wir haben ganze 3267km nach Reisebeginn in Adelaide Esperance erreicht. Über 500 km zu viel und wir sind nicht einmal in Perth angekommen.

Esperance mit seinem Kleinstadtcharme und direkten Zugang zum Meer war nach 1 Woche Wüste und Busch wirklich eine Erholung. Auch wenn wir auf der Nullabor immer mal den frischen Wind von der Küste genießen konnten, haben wir doch oft die pubstrockenen Winde aus dem Landesinneren zu spüren bekommen. Außerdem gab es in Esperance Zivilisation mit richtig vielen Menschen und einem SUPERMARKT!! Frisches Obst und Gemüse, was für ein Luxus. Auf jeden Fall haben wir uns schnell dafür entschieden nur eine Nacht in Esperance zu verbringen, um dann direkt den Cape le Grande Nationalpark anzusteuern. Anton, Henrietta und verschiedene andere Reisende, die wir unterwegs getroffen haben, hatten uns eine lange Liste mit wunderschönen Plätzen gegeben, die es abzuarbeiten galt.

Begonnen haben wir mit dem Duke of Orlean Bay. WOW! Da kam nun auch nicht mehr White Heaven Beach (Ostküste) ran. Bereits der Weg zum Strand hat uns eine unglaubliche Natur geboten. Wenn die Sonne nicht auf der Haut gebrannt hätte, hätte ich nicht sagen können, ob ich durch eine Dünen- oder Schneelandschaft fahre. Dieser Sand ist so unglaublich weiß. Ohne Sonnenbrille konnten wir nur mit schwer zusammengekniffenen Augen das Strandtreiben beobachten. Bei jedem Schritt hat der Sand durch den hohen Quarzgehalt quietschende Töne von sich gegeben. Das Wasser war glasklar und von vielen verschiedenen Blautönen geprägt. Der Strand schien unendlich lang. Wir hatten es uns an einer Seite des Strandes bequem gemacht, wo viele Felsen lagen und wir Windstille genießen konnten. Was allerdings wirklich unschön ist, dass die Australier mit ihrem 4WheelDrive-Autos bis auf den Strand fahren und sich dort so richtig ausbreiten. Das beinhaltet Pavillon, Stühle, Tische, Grill usw. Da fliegt der Müll halt auch einfach mal hinter das Auto. Was für Deppen! Ich glaube vielen Australiern ist wirklich nicht bewusst was ihr Land für eine einzigartige Natur zu bieten hat.
Der einzige Camping Ground der dort zu finden ist war allerdings verdammt schlecht. Wir nehmen immer einen Platz für den Van + Zelt und ohne Strom. Diese sogenannte „unpowered site“ war dort am hintersten Ende vom Campingplatz, ohne Beleuchtung, die Küche war 500m entfernt und ebenfalls Dusche und Toilette weit zu laufen. Ich bin abends präventiv auf Toilette gegangen oder habe überlegt, ob ich wirklich wirklich muss. Wir sind nicht anspruchsvoll, aber wenn wir viel Geld bezahlen, dann möchten wir auch was geboten bekommen.
Dafür war der Campingplatz am Lucky Bay mehr als entschädigend. Dieses Mal „nur“ ein Nationalpark-Campingplatz und tausend Mal besser als der Vorherige! Klein aber fein und jeder musste nur 9 Dollar bezahlen. Es gab eine Solardusche (Robi hat die Erfahrung gemacht, dass man diese nicht Frühs nutzen sollte ;)), eine niedliche Küche und überall WILDE Kängurus. So niedlich. Lucky Bay ist ebenfalls ein wunderschöner Strand. Leider war es ziemlich windig und kalt. Kurze Hose ja, aber bitte mit Strickjacke! Deshalb waren wir nur kurz am Beach und haben uns für eine kleine Wanderung entschieden. Der National Park ist ein beeindruckendes Fleckchen Erde. Die kleinen oder größeren weißen Strände werden immer wieder von felsigen Stücken unterbrochen. An diesen Abend haben wir Martin, Josi und Philipp aus Deutschland und Adam aus England kennen gelernt und hatten gemeinsam einen lustigen Abend.
Am nächsten Morgen ging es für uns weiter zum Cape le Grand Beach, wo wir ebenfalls eine Nacht verbracht haben. Der Campingplatz war auch irgendwie schön, aber keine Schatte und der weiße Strand etwas langweilig. Also haben wir auch hier nur eine kleine Wanderung entlang der Felsen gemacht, wo ich mir tatsächlich eine Brandblase unter dem Fuß zugezogen habe.

Danach ging es dann wieder nach Esperance, wo wir unsere Nahrungsmittelvorräte aufbesserten, nach einer gefühlten Ewigkeiten mal wieder das Internet bei MC Donalds genutzt haben und ich mir endlich mal wieder ein Buch kaufen konnte. Außerdem haben wir den Great Ocean Drive gemacht. Traumhaft wenn dies Tag ein Tag aus dein Weg zur Arbeit ist. Allerdings konnte keiner der Strände den Duke of Orlean Bay schlagen.

Dann ging es weiter nach Ravensthorpe, um dort die Nacht zu verbringen. Der einzige Campingplatz den wir dort ausmachen konnten, war eigentlich wirklich charmant, aber auch irgendwie spooky. Die Dame die den Platz verwaltet, war eine ältere sehr dünne Frau, die mehr Tattoos als Robert hat. Vor ihrem Büro standen bepflanzte Toilettensitze und im Grunde war so ziemlich alles bepflanzt. Selbst die Duschen und Toiletten. In Ecken und an den Wegen befanden sich verrostete bewachsene Töpfe und Gießkannen. Das war der einzige Campingplatz, wo ich das Gefühl hatte, dass sich hier wirklich jemand Mühe gegeben hat. Die Küche war ebenfalls prima ausgestattet. Allerdings kamen nachts so viele fliegende Ohrenkneiper und Mücken, dass ich mir nicht sicher bin, ob wir alle aus unseren Essen lesen konnten. Gerade als wir mit unserem Abendessen fertig waren kam ein Typ in Arbeitsklamotten, langem Bart und wenig Zähnen und meint zu Robi und mir, dass heute kein guter Tag dafür ist hier zu übernachten. Hää… Da waren sie wieder, meine Fantasien vom Axtmörder. Zum Glück, nur für 5 Sekunden später löste er die Situation auf und sagte, dass in einer 20km entfernten Stadt ein Festival stattfindet und das doch sicher eher was für uns gewesen wäre. Die Jungs haben mit einmal ganz freiwillig angefangen abzuwaschen und ich musste mich mit ihm unterhalten. Man soll Axtmörder nicht unnötig verärgern 😉 Eigentlich war er nett. Ziemlich merkwürdig, aber er hat uns noch mit Tipps für Albany versorgt. Gerade an diesen Tag waren wir zu faul das Zelt aufzubauen, was bedeutete, dass wir zu dritt bei 40 Grad Innentemperatur und Viehzeug im Auto geschlafen haben. Boah, waren wir genervt und haben uns für die ersten 30 Minuten nur belegt 😉 Tja, selbst schuld.

Am darauffolgenden Tag kam der längste Part der Strecke, aber auch diesen hat das Auto ohne Probleme gepackt und wir waren in Albany angekommen. Ebenfalls eine charmante Stadt, wo wir gleich mal in einem Big4 (5 Sterne Campingplatz) eingecheckt haben. Sogar einen Pool gab es, allerdings war der voller Kinder und wir haben verzichtet. So haben wir hauptsächlich nichts gemacht, Wäsche gewaschen, gekocht und einen schönen Abend gehabt. Wobei es an der Nachruhe haperte. Neben uns hat jemand geschnarcht. Aber wie… Konstant, als ob jemand eine Wasserpfeife raucht. Um die eine Nacht im Big4 wieder ausgleichen zu können, kamen wir auf einen der Tipps vom merkwürdigen Typen zurück. In der Nähe von Albany gibt es den Cosy Corner, wo man kostenlos campen kann. Zuvor haben wir uns allerdings noch die Stadt angesehen und wollten wirklich Kultur machen. Mit Museen besuchen usw. Leider war ALLES so teuer, dass es sich auf Ansehen begrenzte. Der Cosy Corner stellte sich als sehr guter Tipp heraus. Der Platz hat zwar nur ein Plumpsklo, aber war dafür direkt am Strand gelegen. Marcel und ich haben uns die Campingstühle geschnappt und haben uns an den Strand gesetzt und gelesen. Dort hat uns dann Martin überrascht, den wir in Lucky Bay kennengelernt hatten. Zusammen hatten wir wieder mal einen schönen Abend, zu dem Martin deutsche Gummibärchen beigesteuert hat. Lecker! Von Gummibärchen verstehen die Aussies leider gar nichts. Schließlich haben wir uns dazu entschieden eine Weile zusammen zu reisen.

Der nächste Teil unserer Strecke führte uns nach Denmark, wo wir uns die Green Pools und Elephant Rocks anschauen und den Tree Top Walk machen wollten. Endlich konnte Marcel mal wieder an seinen geliebten Beach. Warum die Green Pools so heißen ist mir verschlossen geblieben. Pools ja, aber grün? Diese Pools entstehen durch eine Art Riff, welches eine Abgrenzung zum Meer bildet, weshalb das Meer dort ziemlich ruhig ist. Aus diesen „Pools“ ragen größere Felsen heraus, die perfekte Anforderungen zum Kopfsprung lernen und Schnorcheln bieten. Die Jungs haben das auch ordentlich ausgenutzt. Mir war es immer noch etwas zu kalt. Außerdem hatte das Ganze von der Masse an Kindern Ostseecharme in der Hochsaison. Das habe ich noch nicht erwähnt. In Australien sind gerade Sommerferien. Ganze 6 Wochen und unsere gesamte Reisezeit über!
Zu den Elephant Rocks musste wir einen kleinen Miniwalk auf uns nehmen, eine Holztreppe die sich durch Felsen schlängelte hinabsteigen, durch zwei größere Felsen hindurchlaufen und dann waren wir an diesem kleinen fantastischen Beach. Danach hatten wir es tatsächlich bereut die meiste Zeit an den Pools verbracht zu haben. Dort waren weniger Menschen, das Wasser klarer und diese Felsen hatten tatsächlich etwas von Elephantenpo´s! Dann ging es weiter, um den Tree Top Walk zu machen. Dieser gab uns die Möglichkeit ohne viel Mühe Baumkronen besteigen zu können. Der Südwesten von Western Australia ist so unglaublich grün, dass wir viele Male nicht mehr sicher waren uns noch in diesem trockenen Land zu befinden. Dementsprechend gibt es viele Wälder mit bis zu 80 Meter hohen Bäumen. Der Tree Top Walk wird durch eine immer weiter aufsteigende Metallbrücke gebildet, die bei ca. 40 Meter ihren Höhepunkt erreicht. Wir fanden es klasse. Die Brücke hat zwar geschwankt und gewackelt, aber der Ausblick war einmalig. Eine Frau hatte das überhaupt nicht so empfunden und lief schnellen Schrittes an uns vorbei und meinte nur: „Furchtbar!“. Die Nacht verbrachten wir wieder in einem National Park mit Plumpsklo, aber einen wirklich sehr guten. Die einzige Baumsorte, die dort wächst nennt sich Peppermint Tree (Pfefferminzbaum). Warum wusste der Ranger auch nicht. Die Blätter riechen und schmecken nicht danach. Allerdings wachsen diese Bäume hoch und die Äste hängen weit herunter und gaben dem ganzen eine Märchenwaldatmosphäre.

Eigentlich war geplant den Gloucster Tree noch am selben Tag zu besichtigen, was zeitlich unmöglich war und auf den nächsten Tag verschoben wurde. In diesen Baum wurden Metallstangen geschlagen, die eine Treppe bilden. Mutige können 60 Meter hochsteigen und den Ausblick genießen. Eigentlich habe ich kein Problem mit Höhe, solange der Boden geschlossen ist. Ich hatte wirklich zu viel Respekt 60 Meter hochzusteigen, um auf der Hälfte oder beim Abstieg festzustellen, dass ich doch zu viel Angst habe. Robi war ernsthaft zu faul und so sind nur Marcel und Martin hochgeklettert. Währenddessen hat uns die Dame erklärt, dass bisher nur zwei Menschen ums Leben gekommen sind, da sie auf der Plattform einen Herzinfarkt hatten. Hinabgestürzt war bisher ebenfalls noch niemand. Nur viele Brüche und Schürfwunden.

Und dann war es mal wieder so weit. Wir mussten einen Schlafplatz finden. Nach 2 Tagen ohne Dusche kann man schon mal auf fließendes Wasser bestehen und haben uns entschlossen direkt nach Margaret River zu fahren. Auf dem Weg gibt es drei Höhlen zu besichtigen. Wir kamen kurz vor 17 Uhr an, wo man uns sagte, dass sie jetzt schließen. Höhlen werden geschlossen? Und was, 27 Dollar Eintritt? OK, dann ist es nicht schlimm, dass wir das verpassen. In Margaret River fanden wir einen tollen Campingplatz etwas außerhalb auf einer Schaffarm. Die Besitzerin meinte, dass während der großen Krise viele Schaffarmer auf Weinanbau umstiegen. Darauf hatten sie keine Lust und öffneten einen Teil ihres Landes für Camper. 2011 war das erste Jahr seit langer Zeit, dass sie den Campingplatz nicht als Einkunftsquelle gebraucht haben. Die Küche war quasi eine riesige offene Scheune mit Fernseher, vielen Sitzmöglichkeiten und relativ guter Ausstattung. Auf dem Platz lebten viele Backpacker, die auf umliegenden Farmen oder Weingütern arbeiteten. Ausnahmsweise waren diese mal nicht ganz so jung und wir hatten einen lustigen Abend mit Billard deutscher und englischer Art, sowie Jänga (wie auch immer dieses Holzblockspiel geschrieben wird). Margaret River hat verdammt viel Charme. Dort kommt wirklich alles zusammen: Vom Hippie über den Normalo bis zum Surfer Dude ist alles vertreten. In der Touristeninfo haben wir uns verschiedene Dinge empfehlen lassen. Haben uns dann aber ausschließlich für Strände entschieden. An einem dieser Strände sollten Stachelrochen zu sehen sein, weshalb wir diesen als erstes ansteuerten. Was für eine Enttäuschung. Beach hübsch (mein erstes Mal baden im Meer seit Ankunft), aber wo sind die Rochen? Später haben Robi und Marcel herausgefunden, dass die Rochen angefüttert werden müssen. Arme Dinger! Ich habe vergessen Sammy the Seal zu erwähnen. In Esperance machen sie Werbung mit ihrer Robbe Sammy. Genau dasselbe. Dieses dicke Ding, das aussieht wie eine Seekuh hängt dort am Strand rum und wartet auf Touries die ihn füttern. Traurig! Außerdem konnte sich Robi in Margaret River endlich mal mit seinem Body Board richtig austoben und Marcel surfen gehen. Robi hat dabei ganz vergessen, dass er eigentlich Angst vor tiefen Gewässern und Haien hat 😉 Ich war dabei nur Starfotografien und habe das Ganze für die Nachwelt dokumentiert. Dann war es auch wieder Zeit zum Weiterdüsen.

In Yallingup sollte ein Surffilmfestival stattfinden, welches wir uns nicht entgehen lassen wollten. Leider war es verdammt teuer und wir haben uns nur den Strand angeschaut. An diesem Abend war es wieder schwierig einen Schlafplatz zu finden, da alles ausgebucht war. Letztlich sind wir auf einem christlichen Campingplatz gelandet, wo wir zwar übernachten konnten aber keinen Alkohol trinken oder rauchen durften. Null Problemo!! Robi hat mal wieder lecker gekocht und wir haben Tennis geschaut. Der Platz hatte einen eigenen Zugang zum Meer, was wir nach der Ankunft direkt auskosten wollten. Dort hat uns ein Local dann mal wieder die besten Tipps für rund um Bunburry gegeben UND wir haben einen wilden Stachelrochen zu Gesicht bekommen!!

Die Tipps waren leider nicht ganz so pralle. Das Cape kostete wahnsinnig viel Geld und Eagle Bay hat nach Seegras gemuffelt, aber die Jungs hatten Spaß beim Schnorcheln. An diesem Tag war es bereits verdammt heiß. Für uns waren es gefühlte 40, aber es waren „nur“ 37 Grad. In Bunburry befindet sich der längste Holzsteg der Welt, den man entweder mit einer Bahn und 11 Euro befahren kann oder man läuft die 1,8 km und zahlt nur 2,50 Dollar. Dafür hatten wir uns entschieden. Da es an diesem Abend mal wieder kostenlos campen hieß, mussten wir uns noch irgendwo duschen. Martin der sich als Hardcore-Backpacker herausstellte hatte die besten Alternativen parat. So waren wir ganz umsonst in der Stranddusche showern. Danach ging es zu dem „Campingplatz“ an dem wir erst mal vorbeigefahren sind, da dieser als solcher überhaupt nicht ersichtlich war. Genau an der Straße gelegen, mit einem Plumpsklo übelster Sorte, dreckigen Grill und Viehzeug. Aber auch diese Nacht haben wir überstanden und sind nach Bunburry gedüst, wo wir unsere Autobatterie wechseln mussten, das Internet gecheckt haben und zu unserem Campingground weitergefahren sind. Dieser lag nur noch 160 km von Perth entfernt, an einem großen See gelegen. Lake Martin, was für ein Zufall, ist ein Salzwassersee, der noch salziger ist als das Meer selbst. Eigentlich hatten wir uns gefreut, dass wir dort etwas Schwimmen gehen können. Das hatte sich aber schnell erledigt. Das Wasser roch furchtbar und Martin der sich rein traute, meinte, dass der Grund weich und schwammig sei. Nicht wirklich zu genießen. OK, dann eben nicht Schwimmen, sondern die kleinen bis riesengroßen Spinnen zählen. Unglaublich. Diese Viecher waren überall. Teilweise meterweite Spinnennetz zwischen den Baumkronen. Was für eine Freude nachts aufs Plumpsklo zu laufen, nur mit Taschenlampe bewaffnet. Als wir da nun nachts saßen und quatschten, hörten wir ein Rascheln. Da war ein kleines Opossum gerade daran unsere Tasche mit Soßen abzuschlecken. So süüüüß! Es war ein bisschen scheu, aber auch neugierig zugleich und war ganz scharf auf Robis Telefon. Dann kam auch noch ein Quokka (Mischung aus Ratte und Kaenguru) angehüpft. Was für eine wilde Nacht!

Am darauffolgenden Tag sind wir nach Mandura gefahren. Eine schrecklich durchgeplante Stadt. Alles schick und irgendwie nicht die Bohne sympathisch. So haben wir uns für eine Weiterfahrt nach Rockingham entschieden. Dort hat uns dann auch Martin verlassen, der sich mit seinem eigentlichen Reisepartner in Perth wiedertreffen wollte. Es war verdammt schwierig einen relativ günstigen Campingplatz ausfindig zu machen. Letztlich sind wir auf einem mittelprächtigen gelandet, der sein Geld nicht wirklich wert war. Wir sind noch einige Strände abgefahren und haben uns seelisch und moralisch auf unseren Trip nach Penguin Island vorbereitet. An diesen Tag hatten wir 40 Grad und eigentlich war es eine wirklich schlechte Idee auf eine Inseln ohne Bäume zu fahren, aber die Pinguine waren einfach zu verführerisch. Wir wollten uns auch die Fütterung nicht entgehen lassen und haben anstatt der 11Dollar 18 gezahlt. 5 Minuten mit der Fähre (wir hätten auch durch das Meer laufen können) und wir waren angekommen. Auf der Insel leben verschiedenste Vogelarten. Von Möwen bis Pelikanen haben wir alles gesehen, aber eben keine Pinguine. Bei 40Grad sind wir über die Insel gestapft und nicht ein Pinguin. Zum Glück hatten wir die Fütterung bezahlt und konnten uns die Pinguine aus eigener Hauszucht anschauen. Dort haben wir erfahren, dass sich die Pinguine gerade mausern und sich in dieser Zeit eher versteckt halten. Am selben Tag waren wir zu Anton und Henrietta eingeladen. Deshalb haben wir danach noch eine Flasche Wein, Bier und Kuchen besorgt. Wir hatten einen wirklich schönen Abend. Es gab Lamm, Kartoffeln, Spargel, Bohnen, Salat und als Nachspeise Vanilleeis mit warmen beschwipsten Kirschen. Eigentlich war geplant, dass wir irgendwo in der Pampa schlafen. Bei der Verabschiedung kam dann das dann raus und die beiden wollten uns partout nicht irgendwo schlafen lassen und haben uns förmlich zu einer Nacht in ihrem Haus überredet. Nach einer Dusche sind wir nach 4 Wochen mal wieder in ein bequemes Bett geschlüpft. Anton war so nett und hatte sich umgehört wo ein Campingplatz zur Verfügung steht, weshalb wir schließlich auf dem Woodmanspoint gelandet sind. Dieser Platz ist ebenfalls ein Big4, allerdings ein weniger guter und eigentlich wollten wir hier an jedem Tag wieder auschecken.

Am 26.1 ist Australia Day, welcher in Perth ganz groß begangen wird. Das Feuerwerk ist das zweitgrößte nach Sydney. An diesem Tag hatten wir bereits seit 3 Tagen über 40Grad und wir ganz schön im Eimer, aber zu fünft (Vanessa und Eike aus Deutschland waren ebenfalls auf unserem Campingground) haben wir uns auf dem Weg nach Perth gemacht, um uns in den Kings Park zu legen und auf die große Show zu warten. Bereits eine Woche zuvor hatten wir die Verkaufsanzeige für das Auto online gestellt und uns mit drei Interessenten für den 26.1 verabredet. Robi war mit Eike Wasser kaufen, als sich eben jene meldeten. Wir parkten nicht weit vom Festivaleingang entfernt, wo ich auf die drei wartete. Sie hatten schon 20 Minuten Verspätung, als mich Robi anruft, dass sie in unser Auto eingebrochen sind. Unglaublich. Da ist unser großes Ziel Perth und ausgenommen von den vielen Dingen die in den letzten Wochen kaputtgegangen sind, war doch mit dem Auto fast alles in Ordnung. Schließlich geht in Perth wieder etwas schief. Sie haben all unsere Klamotten durchwühlt, Robis Rucksack, unser Geld, mp3-Player, Nintendo usw. geklaut. Aber zum Glück haben sie uns unsere Pässe dagelassen und Marcel hatte alle Laptops unter den Sitzen versteckt. Es war klar, dass sie wenig Zeit hatten. Schließlich standen wir an einer vielbefahrenen Hauptstraße. Gerade als ich die Polizei vom Festivalgelände holen wollte, kamen natürlich unsere Interessenten, die ich dann zum Auto und Robert geschickt habe. Die Polizei war ein Witz. Sie können mir nicht helfen. Ich solle doch diese Nummer anrufen und dann wird das registriert. Aha. Danke! Naja, die Interessenten haben sich natürlich nicht für das Auto entschieden. Waren superskeptisch usw. Wir sind dann wieder zum Gelände zurückgekehrt wo sich langsam dicke fette Gewitterwolken breit machten. Ab und zu gab es auch etwas Regen, aber alle sind hartnäckig sitzen geblieben. Das Feuerwerk bekam natürliche Unterstützung durch das Gewitter und für eine Weile saßen wir gemeinsam unter einer Plane und haben dieses Spektakel genossen. Nach einer halbe Stunde war alles vorbei und wir haben uns wieder auf dem Weg zurück zum Camping Ground gemacht.
Hier beschließe ich das Ganze auch erst mal. So viel lässt sich noch sagen: Nach 5 Tagen über 40 Grad, haben wir heute das erste Mal wieder angenehme 33 Grad. Yey! In der Hoffnung in Zivilisation sich öfter melden zu können,

bis bald und liebste Grüße
Robi & Anja

Beachhouse

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Bereits als wir in Adelaide ankamen hat uns Mel in das Strandhaus ihres Vaters eingeladen. Ende November war es endlich soweit. Bine, Robi, ich und natürlich die gesamte australische Bande (über die vier Tage waren wir insgesamt 9 Personen + Hund) haben uns an einem Sonntag, nachdem wir alle drei noch einmal arbeiten mussten, auf den Weg nach Carrickalinga gemacht. Bereits die Fahrt war mal wieder der Wahnsinn! Leider habe ich am Steuer gesessen und konnte den Ausblick nicht wirklich genießen. Schließlich führte unser Weg durch ein Wasserreservoir, dessen Landschaft uns durch viele Tannen und Seen tatsächlich an Deutschland erinnert hat. Wie wir von Mel und Phil erfahren haben, bezieht Adelaide und Umgebung sein Wasser aus diesem Reservoir. Vor einigen Jahren waren die Reserven so sehr erschöpft, dass die Bewohner eine Regulierung des Wassers erhielten, was zu vielen vertrockneten und trostlosen Gärten und Parks geführt hat. Nach 1 ½ Stunden kamen wir in unserem schnuckeligen Strandhäuschen an, welches wir gleich inspizieren mussten. Nach dem Betreten des Hauses befindet man sich im Ess- und Küchenbereich, welcher sich nach rechts, verbunden durch eine kleine Treppe, zu dem Wohnbereich erweitert. Richtig gemütlich wurde dieser durch ein Panoramafenster mit Blick zum Meer, einen kleinen Kamin und kuscheligen Sofas. Von hier führte der Weg hinaus auf die Terrasse, auf der wir viel Zeit verbrachten. Als Schlafmöglichkeit boten sich uns zwei Zimmer mit Doppelbett und eines mit zwei Doppelstockbetten. Robi, Bine und ich haben es uns in diesem Letzt genannten chaotisch eingerichtet. Als erfahrene Bankbettenschläferin weiß ich, dass unten schlafen immer besser ist, da es entgegen dem coolen oben schlafen, einfach viel mehr praktische Vorteile bietet: All das Zeug (Bücher, Handy, Taschentücher, Lippenbalsam, Mp3-Player…) was man so braucht kann direkt neben mir auf dem Boden aufgebaut werden. Ich überlege nur halb so lange, ob ich auf Toilette gehe oder nicht. Gleiches gilt für generelles aufstehen. UND eigentlich lebt man weniger gefährlich, da unnötiges Klettern ebenfalls wegfällt. Die Betten waren allerdings so winzig, dass ich mir nicht sicher war, ob ich darunter Platzangst bekomme. Man konnte nicht mal halbwegs gerade sitzen, weshalb ich mich dann doch für oben schlafen und dann wieder für unten schlafen entschied. Was mir im ersten Moment nicht aufgefallen war, dass das von mir ausgesucht Bett kein Begrenzung quasi Geländer hatte. Zu gefährlich! Lieber von Robi zerquetscht werden, als ein Bein brechen 😉

Nachdem wir alles aus dem Auto ins Haus geschleppt hatten, machten wir es uns auf der Terrasse gemütlich und warteten auf Sarah, Sanjit und Rockit. Mal wieder ganz australisch wollten wir unseren „Urlaub“ mit einem Barbie einleiten. Nun saßen wir da mit Weinchen und Bierchen, als Mel meint, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir Delfine sehen sehr hoch ist. Nicht viel später passiert es auch schon. Wunderschön!! Über die vier Tage hinweg, hatten wir jeden Tag das Glück und wie es scheint, war es dieses Mal nicht nur für uns etwas besonders, sondern auch die Aussies waren begeistert. Unser erster Abend wurde schließlich mit einem leckeren Barbie + wunderschönen Sonnenuntergang beschlossen.

Der nächste Tag war leider nicht mehr so sonnig, allerdings hatten wir trotzdem 32 Grad. Von 11:30 Uhr bis 17 Uhr haben wir am Strand gelegen, gequatscht, versucht zu Fischen und geschlafen. Da an diesem Tag Sarah und Sanjit ihren ersten Hochzeitstags hatten, sind wir in ein schickes Restaurant gefahren und haben uns viel zu teures und zu wenig Essen schmecken lassen. Als wir wieder im Haus ankamen, gab es zur Feier des Tages einen etwas zwischen 20 und 25 Jahre (ich habs vergessen) alten Port (Shiraz). Die Farbe, Geruch und Geschmack waren unbeschreiblich.

Schließlich war Tag drei angebrochen, an dem es leider gar nicht mehr so schön war. Regen und Sonne gepaart mit viel Wind im Wechselspiel. Ich hatte keine Lust im Haus rumzuhängen und habe einen Spaziergang gemacht. Vorerst muss erwähnt sein, dass Carrickalinga aus Ferienhäusern besteht und um diese Zeit verbringen dort noch nicht wirklich viele Touristen ihre Urlaubszeit. Somit war ich auf meinem Weg durch das Dörfchen und schließlich am Strand entlang die meiste Zeit wirklich allein. Abends war ich Bine, als Küchenhilfe dienlich, da sie ihr berühmtes und wirklich leckeres Thai-Curry zubereitet hat. Danach sind Sarah, Sanjit, Alix und Rockit abgereist und eine neue Besucherin kam. Pech für sie, das an diesem Abend ein fieser Storm losbrach. Es war auf der einen Seite wirklich beeindruckend und auf der anderen leider viel zu kalt. Von 33 Grad an Tag 1 hatten wir uns am Tag 3 auf 17 Grad herab gearbeitet. Trotzdem haben wir uns den Abend nicht vermiesen lassen und schließlich angefangen zu puzzeln 😉

Am letzen Tag waren wir alle ziemlich faul, haben gelesen, geschlafen, gepuzzelt, sind spazieren gegangen und fingen schließlich an aufzuräumen, um uns wieder auf dem Heimweg zu machen. Schweren Herzens haben wir uns von dem schnuckeligen Häuschen am Strand verabschiedet und sind wieder gen Adelaide gedüst, wo uns auffiel, dass wir Öl verlieren. Aber das ist eine andere Geschichte…

Strand und Wein, das muss sein!

G´Day ihr Lieben,

wir haben nun schon eine halbe Ewigkeit nichts mehr von uns hören lassen. Im Grunde gibt es auch nicht wirklich viel Neues, wodurch wir hier nur über unsere Ausflüge berichten können. Um ganz ehrlich zu sein, können wir es kaum noch abwarten, bis es endlich in die Vollen geht und wir Richtung Blue Mountains starten. Adelaide ist eines der besten Dinge, die uns geschehen konnten, allerdings wird es langsam Zeit vorwärts zu kommen.

Schon vor ein paar Wochen haben Robi und ich eine Tour durch das bekannteste Weinanbaugebiet von Australien unternommen. Es liegt quasi in meiner Pflicht, als Tochter eines „Weingutbesitzers“ 😉 mir auch diesen Teil von Australien nicht entgehen zu lassen. Das Barossa Valley verfügt über eine 10.000 ha weite Rebfläche. Im Gegensatz zum Saale-Unstrut Weinanbaugebiet sind dies nur 9.265 unbedeutende Hektar mehr. WOW! Unsere geliebten Steilhänge sind hier nicht zu finden. Es gibt leichte Steigungen, aber ansonsten sind es weite grüne Felder, die in einem starken Kontrast zu den trocken Hügelreihen stehen. Wirklich wunderschön! Von den „Städten“ Drumherum haben wir uns etwas mehr erwartet, aber der Fokus liegt hier wirklich auf den Weingütern. Wenn ich nicht die Fahrerin gewesen wäre, hätte ich mich sicher auf eine Weinverkostung eingelassen.

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Das Barossa Valley wurde von Engländern und Deutschen gleichermaßen geprägt und ich war wirklich gespannt, wie viel von der deutschen Kultur wiederzufinden ist. Leider begrenzte sich das auf Stadtnamen, Familiennamen, Bäckereien die sich „Deutsche Bäckerei“ nennen, aber leider kein einziges Produkt führen und natürlich Bayern.

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Zum Ende unserer Tour sind wir in das berühmt berüchtigte Hahndorf (zuvor hatte uns jeder davon abgeraten) gefahren. Durch dieses Städtchen führt eine lange Hauptstraße, welche dermaßen touristisch angehaucht ist, dass man das Gefühl hat, dass in Hahndorf keine Menschenseele lebt.
Trotzdem haben wir unseren Ausflug genossen! Einen kurzen Stop haben wir in Williamstown an einem Wasserreservoir gemacht, um die Whispering Wall auszutesten. Dieser Staudamm wurde von 1899 bis 1903 erbaut und verfügt über eine exzellente Akustik. Der Staudamm hat eine Breite von über 100 Metern. Positioniere nun jeweils eine Person an die beiden Enden des Damms und lasse sie in Normallautstärke oder eben sogar flüsternd miteinander kommunizieren. Es funktioniert! Glasklar. Wirklich beeindruckend. Wir haben nach den Lautsprechern gesucht, aber konnten keine finden 😉

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Ein weiterer Hotspot unserer Route stellte der „Herbig Family Tree“ dar. 1855 machte sich der Bremer Johann Friedrich Herbig (27) auf den Weg nach Australien, um ein neues Leben zu beginnen. Der arme Kerl kaufte sich ein Stück Land ohne finanzielle Mittel, um es auch bebauen zu können und suchte sich als Übergangslösung einen hohlen Gummibaum in dem er, seine Frau und drei Kinder für die nächsten fünf Jahre leben sollten. Der Baum ist riesig, aber auch verdammt klein. Das muss wahre Liebe gewesen sein 😉

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Schließlich waren wir noch Erdbeeren sammeln und haben damit den Tag beschlossen! Yummy…

Meine persönliche Erinnerung, die ich immer noch unübersehbar an mir trage, ist mein rechter Fahrerarm. Das leuchtende rot ist in ein schönes braun übergegangen. Mein linker Arm und der restliche Teil meines Körpers wünscht sich so auszusehen 😉

Ein weiterer Ausflug führte uns zu dem schönsten Strand von Adelaide: „Maslin Beach“. Der Strand ist in einem weiter entfernten Suburb von Adelaide gelegen. Die 45 Minuten Fahrt haben sich für Robi, Bine et moi mehr als gelohnt.

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Der Strand ist umgeben von kleineren und größeren Felsriffen und so hat sich für uns nach der Ankunft ein Wahnsinnsblick von oben herab über den gesamten Strand geboten. Das Wasser ist durch viele kleine Sandbanken nicht nur blau, sondern auch weiß, hellblau, dunkelblau, anthrazit usw.

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Eine Hälfte des 3 km langen Strandes ist seit 1975 ein Nacktbadestrand und zwar der erste in gesamt Australien. Da wir so gut wie allein waren, können wir überhaupt nicht sagen, ob wir uns auf der richtigen Seite befunden haben. Was wir sehr wohl beobachten konnten: Menschen mit Ferngläsern 😉 Es war wirklich ein heißer Tag, aber leider auch ein sehr windiger. Erfahrene Strandnutzer wissen sicherlich, dass an solchen Tagen ein gemütlicher Beach-Ausflug zu einem sehr qualvollen und nervigen Besuch werden kann. Diese kleinen Sandstürme die über uns hinwegfegten, waren wirklich mehr als schmerzhaft. Selbst nach drei Tagen fanden wir immer noch Sand in Haaren und Ohren. Heute denken wir, dass der starke Wind die Erklärung für unsere beinahe Einsamkeit am Strand darstellte.

Der nächste Beitrag kommt sehr bald! Es gilt einiges aufzuholen.

Liebste Grüße an Euch
Robi & Anja