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Eine Zugfahrt ist noch viel lustiger!

Wie bereits erwähnt ging es für uns am 11. wieder Richtung Bangkok. Für 500 Bht pro Person fuhren wir mit dem Bus, um 16:30 Uhr los.

Um 5:55 Uhr morgens kamen wir in Bangkok an. Wir wußten bereits, dass es nur zwei Züge in Richtung Bangkok gibt. Wie sich herausstellte hatten wir den ersten bereits verpasst und der zweite wäre zu spät an der Grenze angekommen. So hieß es am nächsten Morgen um 4 Uhr aufstehen, um den Zug um 5:55 Uhr zu erwischen.

Alles wunderbar geklappt, Robi sich noch ein Kaffe gekauft und dann sind wir gemütlich zum Bahngleis Nr. 6 gelaufen. Schock! Es war 5:30 Uhr und dort standen hunderte Menschen. Mein erster Gedanke war, dass wir 6 Stunden lang nicht sitzen werden. Der Zug fährt ein und plötzlich springen alle auf die Gleise. Großes Fragezeichen in unseren Gesichtern. Nach ein paar Sekunden verstanden wir. Bereits während der Einfahrt sprangen die Menschen von beiden Seiten auf den Zug auf. Aaaaaaah…. OK, wir mussten etwas kämpfen und schließlich bekamen wir einen gar nicht so schlechten Gangplatz. Da war natürlich nicht viel mit Sitzen. Immer wieder stiegen noch mehr Leute zu, aber keiner aus. Kurzzeitig waren wir uns nicht mehr sicher, ob wir im richtigen Zug sitzen. Was wollten diese Menschen alle in Kambodscha?

Wenn es zum Zugfahren kommt verliert der Ausdruck „die berühmte thailändische Freundlichkeit genießen“ vollkommen an Bedeutung. Da wird kein Platz für ältere gemacht, wer von seinen Platz aufsteht hat ihn verloren und die Herrschaften die Essen und Getränke verkaufen zerren ihre Körbe ohne Rücksicht auf Verluste durch die Reihen. Da musste auch der eine oder andere Kopf dran glauben. Der Zug war wirklich voll! Sitze doppelt und dreifach belegt. Sogar außerhalb vom Zug hingen Menschen. Es war anstrengend, aber auch irgendwie eine Erfahrung 🙂

Erschreckend zu sehen war, dass jeder seinen Müll einfach aus dem Fenster schmeißt.

So wurde aus meiner geplanten Eisenbahnromantik leider nichts. Was wirklich schade war, da wenn ich doch mal einen Blick nach draußen werfen konnte, Reisfelder und Störche zu sehen waren.

An der Grenze sollten wir schließlich auch erfahren warum der Zug so voll war. Der Zug ist für Thais umsonst und Neujahr stand an. So nutzen alle die Gelegenheit, um nach Hause fahren zu können.

Grenzgänger

Bereits im Voraus hatten wir im Internet Berichte zum Grenzübergang gelesen. Dort hieß es, dass es am günstigsten und unkomplizieresten sei mit einem e-visa einzureisen. Dies beantragt man ganz einfach zwei Tage zuvor online. Damit ausgestattet erreichten wir die Grenzstadt Aranthrayapet. Von dort fuhr uns unsere erste weibliche Tuk Tuk Fahrerin zur Grenze.

Zumindest wollten wir dahin. Sie brachte uns natürlich zu einem Büro die uns ein Visum verkaufen wollten. Unwissende tun dies und bezahlen mehr. Natürlich bekommt man das Visa auf der kambodianischen Seite. Hätten wir uns nicht im Voraus belesen wären wir wahrscheinlich in dieselbe Falle getapt. Übrigens bekommen die Tuk Tuk Fahrer für jeden erfolgreichen Abschluss ein kleines Geld.

Jetzt mussten wir bei einer super Hitze zur Grenze laufen. Dort lernten wir einen Amerikaner kennen, mit dem wir das ganze Prozedere gemeinsam durchmachen konnten. Nach einer halben Ewigkeit des Wartens wurden wir mal wieder fotografiert, bekamen unseren Stempel und konnten aus Thailand ausreisen. Jusof hatte kein Visa, deshalb begleiteten wir ihn zum Visabüro. Nachdem er die 20 Dollar für sein Visa bereits gezahlt hatte, kam einer der Beamten nochmal zurück und verlangte noch weitere 10 Dollar Stamp Fee (eine Stempelgebühr). So waren wir mit unseren 25 Dollar pro Person ganz gut dran.

Danach liefen wir gemeinsam zur Passkontrolle. Mal wieder mussten wir einen Schriebs ausfüllen, warten, für das Foto lächeln und weiter gehts. Als nächstes bekommt man einen freien Shuttle zum Busbahnhof angeboten, was einem nach Thailand erstmal extrem spanisch vorkommt, aber es ist tatsächlich so. Von dort teilten wir mit dem Amerikaner und seiner Freundin das Taxi nach Siem Reap.

Während der Fahrt kamen wir in den Genuss kambodianischen Transportmöglichkeiten. Wir sahen Mopeds auf denen 3 bis 5 Personen saßen, Pkw`s mit bis zu 10 Insassen und unendlich viel besetzte Pick Ups. Unser Taxifahrer erzählte uns, dass er meist mit 4 Personen in der Front und 5 auf den Rücksitzen fährt.

Ich war bereits während der 2stündigen Taxifahrt immer wieder eingeschlafen und war wirklich froh als wir das Hostel erreichten. Nach einer Dusche konnten wir zum zweiten mal Andre in die Arme schließen 😉