G´Day ihr Lieben,
wir haben nun schon eine halbe Ewigkeit nichts mehr von uns hören lassen. Im Grunde gibt es auch nicht wirklich viel Neues, wodurch wir hier nur über unsere Ausflüge berichten können. Um ganz ehrlich zu sein, können wir es kaum noch abwarten, bis es endlich in die Vollen geht und wir Richtung Blue Mountains starten. Adelaide ist eines der besten Dinge, die uns geschehen konnten, allerdings wird es langsam Zeit vorwärts zu kommen.
Schon vor ein paar Wochen haben Robi und ich eine Tour durch das bekannteste Weinanbaugebiet von Australien unternommen. Es liegt quasi in meiner Pflicht, als Tochter eines „Weingutbesitzers“ 😉 mir auch diesen Teil von Australien nicht entgehen zu lassen. Das Barossa Valley verfügt über eine 10.000 ha weite Rebfläche. Im Gegensatz zum Saale-Unstrut Weinanbaugebiet sind dies nur 9.265 unbedeutende Hektar mehr. WOW! Unsere geliebten Steilhänge sind hier nicht zu finden. Es gibt leichte Steigungen, aber ansonsten sind es weite grüne Felder, die in einem starken Kontrast zu den trocken Hügelreihen stehen. Wirklich wunderschön! Von den „Städten“ Drumherum haben wir uns etwas mehr erwartet, aber der Fokus liegt hier wirklich auf den Weingütern. Wenn ich nicht die Fahrerin gewesen wäre, hätte ich mich sicher auf eine Weinverkostung eingelassen.
Das Barossa Valley wurde von Engländern und Deutschen gleichermaßen geprägt und ich war wirklich gespannt, wie viel von der deutschen Kultur wiederzufinden ist. Leider begrenzte sich das auf Stadtnamen, Familiennamen, Bäckereien die sich „Deutsche Bäckerei“ nennen, aber leider kein einziges Produkt führen und natürlich Bayern.
Zum Ende unserer Tour sind wir in das berühmt berüchtigte Hahndorf (zuvor hatte uns jeder davon abgeraten) gefahren. Durch dieses Städtchen führt eine lange Hauptstraße, welche dermaßen touristisch angehaucht ist, dass man das Gefühl hat, dass in Hahndorf keine Menschenseele lebt.
Trotzdem haben wir unseren Ausflug genossen! Einen kurzen Stop haben wir in Williamstown an einem Wasserreservoir gemacht, um die Whispering Wall auszutesten. Dieser Staudamm wurde von 1899 bis 1903 erbaut und verfügt über eine exzellente Akustik. Der Staudamm hat eine Breite von über 100 Metern. Positioniere nun jeweils eine Person an die beiden Enden des Damms und lasse sie in Normallautstärke oder eben sogar flüsternd miteinander kommunizieren. Es funktioniert! Glasklar. Wirklich beeindruckend. Wir haben nach den Lautsprechern gesucht, aber konnten keine finden 😉
Ein weiterer Hotspot unserer Route stellte der „Herbig Family Tree“ dar. 1855 machte sich der Bremer Johann Friedrich Herbig (27) auf den Weg nach Australien, um ein neues Leben zu beginnen. Der arme Kerl kaufte sich ein Stück Land ohne finanzielle Mittel, um es auch bebauen zu können und suchte sich als Übergangslösung einen hohlen Gummibaum in dem er, seine Frau und drei Kinder für die nächsten fünf Jahre leben sollten. Der Baum ist riesig, aber auch verdammt klein. Das muss wahre Liebe gewesen sein 😉
Schließlich waren wir noch Erdbeeren sammeln und haben damit den Tag beschlossen! Yummy…
Meine persönliche Erinnerung, die ich immer noch unübersehbar an mir trage, ist mein rechter Fahrerarm. Das leuchtende rot ist in ein schönes braun übergegangen. Mein linker Arm und der restliche Teil meines Körpers wünscht sich so auszusehen 😉
Ein weiterer Ausflug führte uns zu dem schönsten Strand von Adelaide: „Maslin Beach“. Der Strand ist in einem weiter entfernten Suburb von Adelaide gelegen. Die 45 Minuten Fahrt haben sich für Robi, Bine et moi mehr als gelohnt.
Der Strand ist umgeben von kleineren und größeren Felsriffen und so hat sich für uns nach der Ankunft ein Wahnsinnsblick von oben herab über den gesamten Strand geboten. Das Wasser ist durch viele kleine Sandbanken nicht nur blau, sondern auch weiß, hellblau, dunkelblau, anthrazit usw.
Eine Hälfte des 3 km langen Strandes ist seit 1975 ein Nacktbadestrand und zwar der erste in gesamt Australien. Da wir so gut wie allein waren, können wir überhaupt nicht sagen, ob wir uns auf der richtigen Seite befunden haben. Was wir sehr wohl beobachten konnten: Menschen mit Ferngläsern 😉 Es war wirklich ein heißer Tag, aber leider auch ein sehr windiger. Erfahrene Strandnutzer wissen sicherlich, dass an solchen Tagen ein gemütlicher Beach-Ausflug zu einem sehr qualvollen und nervigen Besuch werden kann. Diese kleinen Sandstürme die über uns hinwegfegten, waren wirklich mehr als schmerzhaft. Selbst nach drei Tagen fanden wir immer noch Sand in Haaren und Ohren. Heute denken wir, dass der starke Wind die Erklärung für unsere beinahe Einsamkeit am Strand darstellte.
Der nächste Beitrag kommt sehr bald! Es gilt einiges aufzuholen.
Liebste Grüße an Euch
Robi & Anja
