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Mulle

Mit uns unterwegs war oder ist immer noch Mulle (Danke Evchen und Mucki). Hier eine kleine fotografische Zusammenfassung 😉

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Wer die Oper nicht gesehen hat, war nicht in Australien!

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Während unerer Zeit in Adelaide haben wir gemeinsam am Maslin Beach rumgehangen und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

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Immer dabei, in der ersten Reihe, hatte Mulle wie wir genug von der Nullabor Plain. Gemeinsam haben wir zwei Break Downs, fiese Abschleppdienste und eine Nacht auf dem Schrottplatz überstanden.

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Nach der Nullabor Plain wolten wir nur noch am Strand ausspannen, was wir in Esperance mehr als ausgekostet haben.

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Auf dem Weg nach Perth hielten wir in Fremantle, um uns unter anderem das älteste Gebäude von Western Australia anzuschauen. Ein Haus mit acht Ecken „Round House“ zu nennen ist schon merkwürdig.

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Mit dem Uluru verhält es sich wie mit der Oper: Warste nicht da, warste nicht in Australien 😉 Bevor es also noch einmal richtig anpacken hieß, unternahmen wir einem Trip zum Uluru, der wie nichts anderes für Australien und insbesondere das Outback steht.

Auch in Asien sind Mulle und Floppy (danke Schwesterherz :*) von der Partie. Mal sehen, wie es mit dem Fotografieren klappt. Wir wollen ja nicht den Zorn der Götter auf uns ziehen 😉

Schweitzerisch-deutscher Ausflug zum Uluru

Nachdem ich wieder etwas saumselig mit der Aktualität meiner Beiträge war, nähern wir uns allmählich wieder der Gegenwart.
Ziemlich kurz, nämlich zwei Tage nach unserer Ankunft, entschieden wir uns mit Jana (Deutsch), Michael (Schweizer) und Roger (Schweizer) einen Trip in die Mitte Australiens zu starten. Wir hatten noch eine Woche bis zum Arbeitsbeginn und ob wir nun eine Woche Unterkunft zahlen und rumhängen oder eine Woche ein Auto mieten und noch etwas erleben hat finanziell kaum einen Unterschied gemacht. So haben wir uns ganz spontan am Dienstag letzte Woche entschieden am Mittwoch ein Auto zu mieten loszudüsen. Wie der Zufall es wollte, konnten wir auch noch am selben Abend ein 4Mann-Zelt auf Gumtree (australisches Ebay-Kleinanzeigen) für schlappe 50 Dollar ersteigern. Die Schweizer hatten ihr eigenes Auto und wir wollten uns einen kleinen Toyota Yaris mieten. Allerdings hatte uns die Dame bei der telefonischen Vorbestellung einige Kosten unterschlagen, weshalb wir uns allesamt dafür entschieden zu fünft im Ford Falcon zu fahren. Ganz gegen mein Misstrauen von zu eng und zu heiß war es beinahe komfortabel. Dieses Auto war gegen unseren Van ein Luxusmodell. Es hatte Klima, wir konnten schneller als 70 km/h fahren und sogar elektrische Fensterheber gehörten zur Ausstattung. Wir sind die Straße entlang geflogen und auch ich durfte wieder auf´s Gas treten und endlich einen Roadtrain überholen. Wuhuuuuu… Man stelle sich vor: In South Australia ist es erlaubt mit drei Anhängern zu fahren und in Northern Terretory sogar mit fünf. Unglaublich diese Teile. Dieses Mal waren die Straßen nicht nur von toten Kängurus, sondern auch von toten Kühen gesäumt und dann wird deutlich was diese Roadtrains für eine Kraft haben.

Am ersten Tag ging es wirklich nur darum das Auto zu mieten, einkaufen zu gehen, Schlafsäcke + Iso-Matten zu besorgen und zum ersten Schlafplatz zu gelangen. Das lustige war, dass wir exakt denselben Weg einschlugen und dieselben Campingplätze ansteuerten wie ich es damals bereits getan hatte. In meiner Erinnerung hatte Schlafort Nr. 1 Rasen, aber dem war leider nicht so. Gleich am ersten Abend haben wir uns also einen Hüftschaden zugezogen und waren ziemlich gerädert als wir später Coober Pedy erreichen sollten. Unser erstes Ziel war das ehemalige Zuhause von Crocodile Harry. Auch da war ich bereits damals gewesen, allerdings konnten wir ihn dieses Mal nicht schlafend in seinem Bett beobachten 😉 Außerdem waren es keine 2 Dollar Spende mehr, sondern 5 Dollar Eintritt. Jetzt ist es ein Quasi-Museum und ob sich sein guter Freund nun daran bereichert oder nicht sei dahingestellt. In nächster Zeit soll ein Hostel in Harrys alter Miene entstehen, mehrere Dokus stehen an und er möchte ein Becken mit Krokos anlegen. Auf jeden Fall hat er uns viele interessante Dinge aus Harrys Leben berichtet, wie er auf Krokodiljagd ging und natürlich auch seine Leidenschaft zu den Frauen, was in seinem Zuhause kaum bemerkbar ist. Außerdem hat er uns noch einige seiner Opalfunde gezeigt. Jaja, dass Opalfieber! Angeblich soll es in Coober Pedy kaum noch Frauen geben, da diese von Höhle und 50 Grad Außentemperatur die Schnauze voll haben. Wer kann es ihnen verübeln. Nach Harry haben wir uns eine fantastische Pizza bei John´s Pizza schmecken lassen. Wer hätte gedacht, dass es an solch einen Wüstenplanetenort so gute Pizza gibt. Übrigens haben wir uns diese auf dem Hin- und Rückweg schmecken lassen 😉
Insgesamt wirkt diese Stadt wirklich wie von einem anderen Planeten. Nirgends gibt es ein grünes Fleckchen. Hier und da ein Bäumchen in dessen Schatten Aborigines chillen. Ansonsten viel Staub und Sand. Nicht ohne Grund wurde hier Mad Max III, Pitch Black (das Raumschiff haben wir uns angeschaut) und viele andere Filme gedreht. Übrigens sieht man wohl bei Mad Max am Ende sogar das „Haus“ von Harry?!

Nach einer etwas erholsameren Nacht auf dem nächsten Schlafplatz, erreichten wir am Freitag den Uluru. Wuhuuuuu!!! Ich frage mich, ob ich damals schon 25 Dollar (3 Tage gültig) für den Nationalpark bezahlt habe. Mein lieber Scholli, das ist nicht wenig. Und dann schlängelten wir uns 20 km die Straße entlang, um schließlich vor diesen gewaltigen orangenen Berg (für die Schweitzer eher Hügel) zu stehen. Wie auch damals entschieden wir uns wieder für eine Umrundung. Trotz der 11 km durch die glühende Hitze waren wir trotzdem immer noch total fasziniert von der Vielfältigkeit und Größe dieses australischen Merkmals. Wie kein anderes steht der Uluru (Ayers Rock) für Australien. Leider konnten sich meine Begleiter nicht so sehr am Sonnenuntergang erfreuen wie ich 😉 Ich finde es immer noch fantastisch, wie sich das Orange zu einem dunklen Ocker verändert. Am Samstag hatten wir nicht nur Kata Tjuta (Olgas) erkundet, sondern auch Michaels Geburtstag gefeiert. Wir waren alle derselben Meinung, dass die Olgas um einiges interessanter sind, als der Uluru, da sie einfach viel mehr Abwechslung, kleine grüne Oasen, Vogelgezwitscher und viel Schatten bieten. Nach einem kurzen Walk von 3km haben wir uns dann auch schon wieder in Richtung Adelaide aufgemacht. Während unserer Rückreise lernten wir auf einem der Campinggrounds Nico aus Frankreich und Wumbe aus Äthopien kennen. Nico dreht einen Film über Diabolo und die verschiedenen Styles die es in jedem Land gibt. Ich glaube er hat bereits die gesamte Welt bereist. Unglaublich! Aus seiner Leidenschaft hat er eine Berufung gemacht. Mich hat er jedenfalls gleich bekehrt. Ich muss unbedingt ein Diabolo bekommen!!! Damit kann ich mir in Asien wunderbar die Zeit vertreiben.

Und dann waren wir auch schon fast da. Es stand nur noch der Salzsee „Lake Hart“ auf dem Programm, was so ziemlich eines der Highlights war. Dort haben wir ordentlich Fotos geschossen und uns dann endgültig vom Outback verabschiedet. Nach solch einen wunderbaren Trip, mit wunderbaren Menschen, möchte man gar nicht zurück ins Hostel und arbeiten, sondern weiterreisen – einfach weiterfahren. Leider bleibt uns das für die nächsten 4 Wochen vergönnt, aber dafür gibt es dann eine große Entschädigung 😉

Freo

Wie in jedem Stadtführer beschrieben profitierte Fremantle (von den Einheimischen liebevoll Freo genannt) tatsächlich vom America´s Cup 1987. Viele der alten Gebäude wurden restauriert und erstrahlen wieder oder immer noch in ihrem ursprünglichen Glanz. Alles ganz nach meinem Geschmack! Überall gibt es kleine und größere süße Cafe´s, Restaurants, Shops und Galerien. Auch wenn wir es nicht wirklich genießen konnten, war es doch hübsch anzuschauen. Trotzdem haben wir uns einen Tag genommen, um Fremantle nicht nur visuell, sondern auch kulturell zu erkunden.

Entlang der westaustralischen Küste liegen einige Schiffswracks von denen der größte Teil noch nicht genau erforscht wurde. Anders verhält es sich mit der Batavia. Hinter diesem Schiffsschicksal verbirgt sich eine tragische Geschichte. 1629 lief das Schiff auf Grund und kenterte. Die Überlebenden konnten sich auf zwei verschiedenen Inseln retten und während sich der Kapitän des Schiffs und einige andere auf dem Weg nach Java machten, um Wasser und Nahrungsmittel zu suchen, kam es zu einer Meuterei und einem Massaker. Eine überaus bewegende Geschichte. Daneben war es faszinierend zu sehen was die Archäologen aus dem Wasser bergen konnten. Winzige Häkchen, Nähnadel, Spitze, Stofffetzen und das übliche wie Geschirr ähnliches, aber alles wunderschön. Außerdem wurde ein Teil des Schiffs geborgen und die Konstruktion im Museum nachgestellt.

An diesem Tag war es wieder furchtbar heiß und wir haben uns bei über 40 Grad durch die Stadt geschleppt. Das Museum war eine absolute Erholung. Danach liefen wir zum sogenannten Round House, welches keines ist. Es ist achteckig und das älteste Gebäude West Australiens. 1830 wurde es erbaut und diente bis in die 1850er als Gefängnis, bis dieses zu klein wurde. Anschließend kamen alle Gefangenen in das neu erbaute Gefängnis, welches wir uns auch anschauten.

Dieses Mal wollten wir es im wahrsten Sinne des Wortes wissen und haben eine Tour dazu gebucht. Unser Guide war supertrocken und jeden Witz den er gerissen hat, war dermaßen ausgeleiert, dass wir nur dachten: „Hör auf diesen Job zu machen.“ Das Gefängnis an für sich war allerdings wirklich beeindruckend. In meiner gesamten Weltenbürgerlaufbahn habe ich es noch nicht einmal in ein Gefängnis geschafft. Somit war es ein interessantes und aufschlussreiches Erlebnis. Damals war es tatsächlich eine Strafe. Wir haben uns dabei erwischt, dass wir ab und zu wirklich Mitleid mit den Bengeln hatten. Als etwas fülliger und großer Mensch wäre dir bequemes Schlafen vollkommen versagt geblieben.

Danach ging es mit hochroten Köpfen einkaufen und Tennis schauen.

Keine Pläne sind die besten Pläne

Obwohl das gar nicht so genau stimmt. Wie bereits erwähnt haben wir uns auf Empfehlung von Locals bereits auf unserer Route durch die Nullabor dafür entschieden nicht die nördliche Westküste, sondern den südwestlichen Teil zu bereisen. Schließlich hatte Marcel nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung und wir wollten so viel wie möglich sehen. Um die Attraktionen der nördlichen Westküste zu erreichen müsste man jeden Tag viele hundert Kilometer fahren. Außerdem hätte das Auto so viele km einfach nicht geschafft. Jetzt war das große Ziel AUSSPANNEN und Perth erreichen, um das Auto dort wieder zu verkaufen.

Nur so als Nebeninfo. Eigentlich benötigt man für die Strecke von Adelaide bis nach Perth ca. 2700km. Wir haben ganze 3267km nach Reisebeginn in Adelaide Esperance erreicht. Über 500 km zu viel und wir sind nicht einmal in Perth angekommen.

Esperance mit seinem Kleinstadtcharme und direkten Zugang zum Meer war nach 1 Woche Wüste und Busch wirklich eine Erholung. Auch wenn wir auf der Nullabor immer mal den frischen Wind von der Küste genießen konnten, haben wir doch oft die pubstrockenen Winde aus dem Landesinneren zu spüren bekommen. Außerdem gab es in Esperance Zivilisation mit richtig vielen Menschen und einem SUPERMARKT!! Frisches Obst und Gemüse, was für ein Luxus. Auf jeden Fall haben wir uns schnell dafür entschieden nur eine Nacht in Esperance zu verbringen, um dann direkt den Cape le Grande Nationalpark anzusteuern. Anton, Henrietta und verschiedene andere Reisende, die wir unterwegs getroffen haben, hatten uns eine lange Liste mit wunderschönen Plätzen gegeben, die es abzuarbeiten galt.

Begonnen haben wir mit dem Duke of Orlean Bay. WOW! Da kam nun auch nicht mehr White Heaven Beach (Ostküste) ran. Bereits der Weg zum Strand hat uns eine unglaubliche Natur geboten. Wenn die Sonne nicht auf der Haut gebrannt hätte, hätte ich nicht sagen können, ob ich durch eine Dünen- oder Schneelandschaft fahre. Dieser Sand ist so unglaublich weiß. Ohne Sonnenbrille konnten wir nur mit schwer zusammengekniffenen Augen das Strandtreiben beobachten. Bei jedem Schritt hat der Sand durch den hohen Quarzgehalt quietschende Töne von sich gegeben. Das Wasser war glasklar und von vielen verschiedenen Blautönen geprägt. Der Strand schien unendlich lang. Wir hatten es uns an einer Seite des Strandes bequem gemacht, wo viele Felsen lagen und wir Windstille genießen konnten. Was allerdings wirklich unschön ist, dass die Australier mit ihrem 4WheelDrive-Autos bis auf den Strand fahren und sich dort so richtig ausbreiten. Das beinhaltet Pavillon, Stühle, Tische, Grill usw. Da fliegt der Müll halt auch einfach mal hinter das Auto. Was für Deppen! Ich glaube vielen Australiern ist wirklich nicht bewusst was ihr Land für eine einzigartige Natur zu bieten hat.
Der einzige Camping Ground der dort zu finden ist war allerdings verdammt schlecht. Wir nehmen immer einen Platz für den Van + Zelt und ohne Strom. Diese sogenannte „unpowered site“ war dort am hintersten Ende vom Campingplatz, ohne Beleuchtung, die Küche war 500m entfernt und ebenfalls Dusche und Toilette weit zu laufen. Ich bin abends präventiv auf Toilette gegangen oder habe überlegt, ob ich wirklich wirklich muss. Wir sind nicht anspruchsvoll, aber wenn wir viel Geld bezahlen, dann möchten wir auch was geboten bekommen.
Dafür war der Campingplatz am Lucky Bay mehr als entschädigend. Dieses Mal „nur“ ein Nationalpark-Campingplatz und tausend Mal besser als der Vorherige! Klein aber fein und jeder musste nur 9 Dollar bezahlen. Es gab eine Solardusche (Robi hat die Erfahrung gemacht, dass man diese nicht Frühs nutzen sollte ;)), eine niedliche Küche und überall WILDE Kängurus. So niedlich. Lucky Bay ist ebenfalls ein wunderschöner Strand. Leider war es ziemlich windig und kalt. Kurze Hose ja, aber bitte mit Strickjacke! Deshalb waren wir nur kurz am Beach und haben uns für eine kleine Wanderung entschieden. Der National Park ist ein beeindruckendes Fleckchen Erde. Die kleinen oder größeren weißen Strände werden immer wieder von felsigen Stücken unterbrochen. An diesen Abend haben wir Martin, Josi und Philipp aus Deutschland und Adam aus England kennen gelernt und hatten gemeinsam einen lustigen Abend.
Am nächsten Morgen ging es für uns weiter zum Cape le Grand Beach, wo wir ebenfalls eine Nacht verbracht haben. Der Campingplatz war auch irgendwie schön, aber keine Schatte und der weiße Strand etwas langweilig. Also haben wir auch hier nur eine kleine Wanderung entlang der Felsen gemacht, wo ich mir tatsächlich eine Brandblase unter dem Fuß zugezogen habe.

Danach ging es dann wieder nach Esperance, wo wir unsere Nahrungsmittelvorräte aufbesserten, nach einer gefühlten Ewigkeiten mal wieder das Internet bei MC Donalds genutzt haben und ich mir endlich mal wieder ein Buch kaufen konnte. Außerdem haben wir den Great Ocean Drive gemacht. Traumhaft wenn dies Tag ein Tag aus dein Weg zur Arbeit ist. Allerdings konnte keiner der Strände den Duke of Orlean Bay schlagen.

Dann ging es weiter nach Ravensthorpe, um dort die Nacht zu verbringen. Der einzige Campingplatz den wir dort ausmachen konnten, war eigentlich wirklich charmant, aber auch irgendwie spooky. Die Dame die den Platz verwaltet, war eine ältere sehr dünne Frau, die mehr Tattoos als Robert hat. Vor ihrem Büro standen bepflanzte Toilettensitze und im Grunde war so ziemlich alles bepflanzt. Selbst die Duschen und Toiletten. In Ecken und an den Wegen befanden sich verrostete bewachsene Töpfe und Gießkannen. Das war der einzige Campingplatz, wo ich das Gefühl hatte, dass sich hier wirklich jemand Mühe gegeben hat. Die Küche war ebenfalls prima ausgestattet. Allerdings kamen nachts so viele fliegende Ohrenkneiper und Mücken, dass ich mir nicht sicher bin, ob wir alle aus unseren Essen lesen konnten. Gerade als wir mit unserem Abendessen fertig waren kam ein Typ in Arbeitsklamotten, langem Bart und wenig Zähnen und meint zu Robi und mir, dass heute kein guter Tag dafür ist hier zu übernachten. Hää… Da waren sie wieder, meine Fantasien vom Axtmörder. Zum Glück, nur für 5 Sekunden später löste er die Situation auf und sagte, dass in einer 20km entfernten Stadt ein Festival stattfindet und das doch sicher eher was für uns gewesen wäre. Die Jungs haben mit einmal ganz freiwillig angefangen abzuwaschen und ich musste mich mit ihm unterhalten. Man soll Axtmörder nicht unnötig verärgern 😉 Eigentlich war er nett. Ziemlich merkwürdig, aber er hat uns noch mit Tipps für Albany versorgt. Gerade an diesen Tag waren wir zu faul das Zelt aufzubauen, was bedeutete, dass wir zu dritt bei 40 Grad Innentemperatur und Viehzeug im Auto geschlafen haben. Boah, waren wir genervt und haben uns für die ersten 30 Minuten nur belegt 😉 Tja, selbst schuld.

Am darauffolgenden Tag kam der längste Part der Strecke, aber auch diesen hat das Auto ohne Probleme gepackt und wir waren in Albany angekommen. Ebenfalls eine charmante Stadt, wo wir gleich mal in einem Big4 (5 Sterne Campingplatz) eingecheckt haben. Sogar einen Pool gab es, allerdings war der voller Kinder und wir haben verzichtet. So haben wir hauptsächlich nichts gemacht, Wäsche gewaschen, gekocht und einen schönen Abend gehabt. Wobei es an der Nachruhe haperte. Neben uns hat jemand geschnarcht. Aber wie… Konstant, als ob jemand eine Wasserpfeife raucht. Um die eine Nacht im Big4 wieder ausgleichen zu können, kamen wir auf einen der Tipps vom merkwürdigen Typen zurück. In der Nähe von Albany gibt es den Cosy Corner, wo man kostenlos campen kann. Zuvor haben wir uns allerdings noch die Stadt angesehen und wollten wirklich Kultur machen. Mit Museen besuchen usw. Leider war ALLES so teuer, dass es sich auf Ansehen begrenzte. Der Cosy Corner stellte sich als sehr guter Tipp heraus. Der Platz hat zwar nur ein Plumpsklo, aber war dafür direkt am Strand gelegen. Marcel und ich haben uns die Campingstühle geschnappt und haben uns an den Strand gesetzt und gelesen. Dort hat uns dann Martin überrascht, den wir in Lucky Bay kennengelernt hatten. Zusammen hatten wir wieder mal einen schönen Abend, zu dem Martin deutsche Gummibärchen beigesteuert hat. Lecker! Von Gummibärchen verstehen die Aussies leider gar nichts. Schließlich haben wir uns dazu entschieden eine Weile zusammen zu reisen.

Der nächste Teil unserer Strecke führte uns nach Denmark, wo wir uns die Green Pools und Elephant Rocks anschauen und den Tree Top Walk machen wollten. Endlich konnte Marcel mal wieder an seinen geliebten Beach. Warum die Green Pools so heißen ist mir verschlossen geblieben. Pools ja, aber grün? Diese Pools entstehen durch eine Art Riff, welches eine Abgrenzung zum Meer bildet, weshalb das Meer dort ziemlich ruhig ist. Aus diesen „Pools“ ragen größere Felsen heraus, die perfekte Anforderungen zum Kopfsprung lernen und Schnorcheln bieten. Die Jungs haben das auch ordentlich ausgenutzt. Mir war es immer noch etwas zu kalt. Außerdem hatte das Ganze von der Masse an Kindern Ostseecharme in der Hochsaison. Das habe ich noch nicht erwähnt. In Australien sind gerade Sommerferien. Ganze 6 Wochen und unsere gesamte Reisezeit über!
Zu den Elephant Rocks musste wir einen kleinen Miniwalk auf uns nehmen, eine Holztreppe die sich durch Felsen schlängelte hinabsteigen, durch zwei größere Felsen hindurchlaufen und dann waren wir an diesem kleinen fantastischen Beach. Danach hatten wir es tatsächlich bereut die meiste Zeit an den Pools verbracht zu haben. Dort waren weniger Menschen, das Wasser klarer und diese Felsen hatten tatsächlich etwas von Elephantenpo´s! Dann ging es weiter, um den Tree Top Walk zu machen. Dieser gab uns die Möglichkeit ohne viel Mühe Baumkronen besteigen zu können. Der Südwesten von Western Australia ist so unglaublich grün, dass wir viele Male nicht mehr sicher waren uns noch in diesem trockenen Land zu befinden. Dementsprechend gibt es viele Wälder mit bis zu 80 Meter hohen Bäumen. Der Tree Top Walk wird durch eine immer weiter aufsteigende Metallbrücke gebildet, die bei ca. 40 Meter ihren Höhepunkt erreicht. Wir fanden es klasse. Die Brücke hat zwar geschwankt und gewackelt, aber der Ausblick war einmalig. Eine Frau hatte das überhaupt nicht so empfunden und lief schnellen Schrittes an uns vorbei und meinte nur: „Furchtbar!“. Die Nacht verbrachten wir wieder in einem National Park mit Plumpsklo, aber einen wirklich sehr guten. Die einzige Baumsorte, die dort wächst nennt sich Peppermint Tree (Pfefferminzbaum). Warum wusste der Ranger auch nicht. Die Blätter riechen und schmecken nicht danach. Allerdings wachsen diese Bäume hoch und die Äste hängen weit herunter und gaben dem ganzen eine Märchenwaldatmosphäre.

Eigentlich war geplant den Gloucster Tree noch am selben Tag zu besichtigen, was zeitlich unmöglich war und auf den nächsten Tag verschoben wurde. In diesen Baum wurden Metallstangen geschlagen, die eine Treppe bilden. Mutige können 60 Meter hochsteigen und den Ausblick genießen. Eigentlich habe ich kein Problem mit Höhe, solange der Boden geschlossen ist. Ich hatte wirklich zu viel Respekt 60 Meter hochzusteigen, um auf der Hälfte oder beim Abstieg festzustellen, dass ich doch zu viel Angst habe. Robi war ernsthaft zu faul und so sind nur Marcel und Martin hochgeklettert. Währenddessen hat uns die Dame erklärt, dass bisher nur zwei Menschen ums Leben gekommen sind, da sie auf der Plattform einen Herzinfarkt hatten. Hinabgestürzt war bisher ebenfalls noch niemand. Nur viele Brüche und Schürfwunden.

Und dann war es mal wieder so weit. Wir mussten einen Schlafplatz finden. Nach 2 Tagen ohne Dusche kann man schon mal auf fließendes Wasser bestehen und haben uns entschlossen direkt nach Margaret River zu fahren. Auf dem Weg gibt es drei Höhlen zu besichtigen. Wir kamen kurz vor 17 Uhr an, wo man uns sagte, dass sie jetzt schließen. Höhlen werden geschlossen? Und was, 27 Dollar Eintritt? OK, dann ist es nicht schlimm, dass wir das verpassen. In Margaret River fanden wir einen tollen Campingplatz etwas außerhalb auf einer Schaffarm. Die Besitzerin meinte, dass während der großen Krise viele Schaffarmer auf Weinanbau umstiegen. Darauf hatten sie keine Lust und öffneten einen Teil ihres Landes für Camper. 2011 war das erste Jahr seit langer Zeit, dass sie den Campingplatz nicht als Einkunftsquelle gebraucht haben. Die Küche war quasi eine riesige offene Scheune mit Fernseher, vielen Sitzmöglichkeiten und relativ guter Ausstattung. Auf dem Platz lebten viele Backpacker, die auf umliegenden Farmen oder Weingütern arbeiteten. Ausnahmsweise waren diese mal nicht ganz so jung und wir hatten einen lustigen Abend mit Billard deutscher und englischer Art, sowie Jänga (wie auch immer dieses Holzblockspiel geschrieben wird). Margaret River hat verdammt viel Charme. Dort kommt wirklich alles zusammen: Vom Hippie über den Normalo bis zum Surfer Dude ist alles vertreten. In der Touristeninfo haben wir uns verschiedene Dinge empfehlen lassen. Haben uns dann aber ausschließlich für Strände entschieden. An einem dieser Strände sollten Stachelrochen zu sehen sein, weshalb wir diesen als erstes ansteuerten. Was für eine Enttäuschung. Beach hübsch (mein erstes Mal baden im Meer seit Ankunft), aber wo sind die Rochen? Später haben Robi und Marcel herausgefunden, dass die Rochen angefüttert werden müssen. Arme Dinger! Ich habe vergessen Sammy the Seal zu erwähnen. In Esperance machen sie Werbung mit ihrer Robbe Sammy. Genau dasselbe. Dieses dicke Ding, das aussieht wie eine Seekuh hängt dort am Strand rum und wartet auf Touries die ihn füttern. Traurig! Außerdem konnte sich Robi in Margaret River endlich mal mit seinem Body Board richtig austoben und Marcel surfen gehen. Robi hat dabei ganz vergessen, dass er eigentlich Angst vor tiefen Gewässern und Haien hat 😉 Ich war dabei nur Starfotografien und habe das Ganze für die Nachwelt dokumentiert. Dann war es auch wieder Zeit zum Weiterdüsen.

In Yallingup sollte ein Surffilmfestival stattfinden, welches wir uns nicht entgehen lassen wollten. Leider war es verdammt teuer und wir haben uns nur den Strand angeschaut. An diesem Abend war es wieder schwierig einen Schlafplatz zu finden, da alles ausgebucht war. Letztlich sind wir auf einem christlichen Campingplatz gelandet, wo wir zwar übernachten konnten aber keinen Alkohol trinken oder rauchen durften. Null Problemo!! Robi hat mal wieder lecker gekocht und wir haben Tennis geschaut. Der Platz hatte einen eigenen Zugang zum Meer, was wir nach der Ankunft direkt auskosten wollten. Dort hat uns ein Local dann mal wieder die besten Tipps für rund um Bunburry gegeben UND wir haben einen wilden Stachelrochen zu Gesicht bekommen!!

Die Tipps waren leider nicht ganz so pralle. Das Cape kostete wahnsinnig viel Geld und Eagle Bay hat nach Seegras gemuffelt, aber die Jungs hatten Spaß beim Schnorcheln. An diesem Tag war es bereits verdammt heiß. Für uns waren es gefühlte 40, aber es waren „nur“ 37 Grad. In Bunburry befindet sich der längste Holzsteg der Welt, den man entweder mit einer Bahn und 11 Euro befahren kann oder man läuft die 1,8 km und zahlt nur 2,50 Dollar. Dafür hatten wir uns entschieden. Da es an diesem Abend mal wieder kostenlos campen hieß, mussten wir uns noch irgendwo duschen. Martin der sich als Hardcore-Backpacker herausstellte hatte die besten Alternativen parat. So waren wir ganz umsonst in der Stranddusche showern. Danach ging es zu dem „Campingplatz“ an dem wir erst mal vorbeigefahren sind, da dieser als solcher überhaupt nicht ersichtlich war. Genau an der Straße gelegen, mit einem Plumpsklo übelster Sorte, dreckigen Grill und Viehzeug. Aber auch diese Nacht haben wir überstanden und sind nach Bunburry gedüst, wo wir unsere Autobatterie wechseln mussten, das Internet gecheckt haben und zu unserem Campingground weitergefahren sind. Dieser lag nur noch 160 km von Perth entfernt, an einem großen See gelegen. Lake Martin, was für ein Zufall, ist ein Salzwassersee, der noch salziger ist als das Meer selbst. Eigentlich hatten wir uns gefreut, dass wir dort etwas Schwimmen gehen können. Das hatte sich aber schnell erledigt. Das Wasser roch furchtbar und Martin der sich rein traute, meinte, dass der Grund weich und schwammig sei. Nicht wirklich zu genießen. OK, dann eben nicht Schwimmen, sondern die kleinen bis riesengroßen Spinnen zählen. Unglaublich. Diese Viecher waren überall. Teilweise meterweite Spinnennetz zwischen den Baumkronen. Was für eine Freude nachts aufs Plumpsklo zu laufen, nur mit Taschenlampe bewaffnet. Als wir da nun nachts saßen und quatschten, hörten wir ein Rascheln. Da war ein kleines Opossum gerade daran unsere Tasche mit Soßen abzuschlecken. So süüüüß! Es war ein bisschen scheu, aber auch neugierig zugleich und war ganz scharf auf Robis Telefon. Dann kam auch noch ein Quokka (Mischung aus Ratte und Kaenguru) angehüpft. Was für eine wilde Nacht!

Am darauffolgenden Tag sind wir nach Mandura gefahren. Eine schrecklich durchgeplante Stadt. Alles schick und irgendwie nicht die Bohne sympathisch. So haben wir uns für eine Weiterfahrt nach Rockingham entschieden. Dort hat uns dann auch Martin verlassen, der sich mit seinem eigentlichen Reisepartner in Perth wiedertreffen wollte. Es war verdammt schwierig einen relativ günstigen Campingplatz ausfindig zu machen. Letztlich sind wir auf einem mittelprächtigen gelandet, der sein Geld nicht wirklich wert war. Wir sind noch einige Strände abgefahren und haben uns seelisch und moralisch auf unseren Trip nach Penguin Island vorbereitet. An diesen Tag hatten wir 40 Grad und eigentlich war es eine wirklich schlechte Idee auf eine Inseln ohne Bäume zu fahren, aber die Pinguine waren einfach zu verführerisch. Wir wollten uns auch die Fütterung nicht entgehen lassen und haben anstatt der 11Dollar 18 gezahlt. 5 Minuten mit der Fähre (wir hätten auch durch das Meer laufen können) und wir waren angekommen. Auf der Insel leben verschiedenste Vogelarten. Von Möwen bis Pelikanen haben wir alles gesehen, aber eben keine Pinguine. Bei 40Grad sind wir über die Insel gestapft und nicht ein Pinguin. Zum Glück hatten wir die Fütterung bezahlt und konnten uns die Pinguine aus eigener Hauszucht anschauen. Dort haben wir erfahren, dass sich die Pinguine gerade mausern und sich in dieser Zeit eher versteckt halten. Am selben Tag waren wir zu Anton und Henrietta eingeladen. Deshalb haben wir danach noch eine Flasche Wein, Bier und Kuchen besorgt. Wir hatten einen wirklich schönen Abend. Es gab Lamm, Kartoffeln, Spargel, Bohnen, Salat und als Nachspeise Vanilleeis mit warmen beschwipsten Kirschen. Eigentlich war geplant, dass wir irgendwo in der Pampa schlafen. Bei der Verabschiedung kam dann das dann raus und die beiden wollten uns partout nicht irgendwo schlafen lassen und haben uns förmlich zu einer Nacht in ihrem Haus überredet. Nach einer Dusche sind wir nach 4 Wochen mal wieder in ein bequemes Bett geschlüpft. Anton war so nett und hatte sich umgehört wo ein Campingplatz zur Verfügung steht, weshalb wir schließlich auf dem Woodmanspoint gelandet sind. Dieser Platz ist ebenfalls ein Big4, allerdings ein weniger guter und eigentlich wollten wir hier an jedem Tag wieder auschecken.

Am 26.1 ist Australia Day, welcher in Perth ganz groß begangen wird. Das Feuerwerk ist das zweitgrößte nach Sydney. An diesem Tag hatten wir bereits seit 3 Tagen über 40Grad und wir ganz schön im Eimer, aber zu fünft (Vanessa und Eike aus Deutschland waren ebenfalls auf unserem Campingground) haben wir uns auf dem Weg nach Perth gemacht, um uns in den Kings Park zu legen und auf die große Show zu warten. Bereits eine Woche zuvor hatten wir die Verkaufsanzeige für das Auto online gestellt und uns mit drei Interessenten für den 26.1 verabredet. Robi war mit Eike Wasser kaufen, als sich eben jene meldeten. Wir parkten nicht weit vom Festivaleingang entfernt, wo ich auf die drei wartete. Sie hatten schon 20 Minuten Verspätung, als mich Robi anruft, dass sie in unser Auto eingebrochen sind. Unglaublich. Da ist unser großes Ziel Perth und ausgenommen von den vielen Dingen die in den letzten Wochen kaputtgegangen sind, war doch mit dem Auto fast alles in Ordnung. Schließlich geht in Perth wieder etwas schief. Sie haben all unsere Klamotten durchwühlt, Robis Rucksack, unser Geld, mp3-Player, Nintendo usw. geklaut. Aber zum Glück haben sie uns unsere Pässe dagelassen und Marcel hatte alle Laptops unter den Sitzen versteckt. Es war klar, dass sie wenig Zeit hatten. Schließlich standen wir an einer vielbefahrenen Hauptstraße. Gerade als ich die Polizei vom Festivalgelände holen wollte, kamen natürlich unsere Interessenten, die ich dann zum Auto und Robert geschickt habe. Die Polizei war ein Witz. Sie können mir nicht helfen. Ich solle doch diese Nummer anrufen und dann wird das registriert. Aha. Danke! Naja, die Interessenten haben sich natürlich nicht für das Auto entschieden. Waren superskeptisch usw. Wir sind dann wieder zum Gelände zurückgekehrt wo sich langsam dicke fette Gewitterwolken breit machten. Ab und zu gab es auch etwas Regen, aber alle sind hartnäckig sitzen geblieben. Das Feuerwerk bekam natürliche Unterstützung durch das Gewitter und für eine Weile saßen wir gemeinsam unter einer Plane und haben dieses Spektakel genossen. Nach einer halbe Stunde war alles vorbei und wir haben uns wieder auf dem Weg zurück zum Camping Ground gemacht.
Hier beschließe ich das Ganze auch erst mal. So viel lässt sich noch sagen: Nach 5 Tagen über 40 Grad, haben wir heute das erste Mal wieder angenehme 33 Grad. Yey! In der Hoffnung in Zivilisation sich öfter melden zu können,

bis bald und liebste Grüße
Robi & Anja

Reiseromantik versus Realität

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Den Artikel habe ich vor einer gefühlten Ewigkeit geschrieben…. Somit, nehmt euch Zeit beim Lesen!

Während der letzten 8 Tage habe ich über viele Titel nachgedacht: „On the road“, „Australien will uns auskotzen“, „Das Ende und ein Anfang“ usw. Schließlich schien mir „Reiseromantik versus Realität“ am geeignetsten.

Im Grunde hat unsere Reise wirklich ruhig begonnen. Das Wetter war nicht zu heiß, die Stimmung war gut und es ging voran. Der erste Camping Ground in Port Pirie war auch ganz in Ordnung. Ausgenommen des Strandes! Dieser befand sich ganz idyllisch nächst zu einer Fabrik. Robi und Marcel sind tatsächlich ins Wasser gegangen. Ich habe nur auf den Fisch mit 10 Augen gewartet oder immer noch darauf, dass den beiden dritte Gliedmaßen wachsen.

Dann ging es nach Ceduna, um dort 2 Tage zu verbringen und in Ruhe Marcels Geburtstag feiern zu können. Dieser Camping Ground war wirklich deluxe! Angefangen bei den sanitären Anlagen bis zu der Camp-Küche. Leider war auch hier der Beach nicht so pralle. So haben wir uns entschieden den nächsten Tag zu nutzen, um zur Touri-Info zu fahren und nach lohnenswerten Stränden zu fragen. Die Lady erklärte uns, dass eine Vielzahl der Strände nur mit einem 4 Wheel Drive zu erreichen seien, aber da wäre ein wirklich schöner der sich nur 10 km entfernt befindet. Wir nur halbprovisorisch mit Sprit ausgestattet machen uns auf den Weg und müssen ziemlich bald feststellen, dass sie eine Falschaussage getroffen hat. Nachdem wir mit dem Auro bereits 20km über Stock und Stein gestolpert waren, sind wir dann doch umgedreht, um zu tanken und nochmals nach dem Weg zu fragen. Hier wird einem dann doch erst einmal deutlich, was in Australien Entfernungen bedeuten. Wir sind an diesem Tag 40km hin und wieder zurückgefahren, nur um an einen Strand zu liegen, der zwar wunderschön war und wir völlig allein, aber voller vertrockneten Seegras und dieser ätzende Wind!
Ebenfalls in Ceduna hatten lernten wir 2 kanadische Pärchen kennen, die sich im Ruhestand befinden und für 4 Monate mit dem Camper durch Australien reisen. Eigentlich wollten wir uns alle in Eucla wiedertreffen, um dort nochmal einen schönen Abend zu verbringen. Allerdings sollte das alles ganz anders kommen. Ceduna gilt als Tor zur Nullabor Plain, in deren Richtung wir voller Spannung, mit nächsten Stop Eucla, gestartet sind. Es hat wirklich alles wunderbar geklappt. Das Auto ist gerollt und schließlich hatten wir die Grenze zur Nullabor Plain erreicht. Noch einmal voll tanken und dann wieder ein Stück zurück, um uns die „Great Australian Bight“ anzuschauen. Bereits auf dem Weg dahin mussten wir feststellen, dass die Temperaturanzeige des Autos in den roten Bereich zu rutschen schien. Wir dachten uns erst mal nicht viel dabei, da wir bereits einige km gefahren waren. Also links ran und warten. In diesem Moment kamen uns die Kanadier entgegen, denen wir freundlich zugewinkten. Dann ging es weiter zur Bight wofür wir zwar 5 Dollar bezahlen mussten, allerdings war es das auch wirklich wert! WOW!!! Weit entfernt waren riesige Sanddünen zu sehen, die durch die Sonne mit dem Himmel eins zu werden schienen. Die Küste selbst ist durch riesige Kliffe geprägt, die im Laufe der Jahrtausende durch den Ozean eine einzigartige Form erhalten haben. Nachdem wir den visuellen Hunger gestillt hatten, gab es auch noch etwas zu Futtern, um den physischen Appetit zu befriedigen. Außerdem galt es das gesamte Obst und Gemüse zu essen, da auch in Western Australia das Quarantänegebot gilt. Eucla war nur noch ca. 120km entfernt, allerdings wurde der Motor bereits auf dem Weg zu der Tankstelle, wo wir zuvor waren, wieder viel zu heiß, was uns dann doch zu denken gab. Robi und ich hatten uns vorsorglich eine Mitgliedschaft bei der RAA (der australische ADAC) zugelegt und was für ein Glück, dass eben diesen Service bei diesem Roadhouse gab. Nachdem wir uns hilfesuchend an einen der Mitarbeiter des Roadhouses gewendet hatten, konnte der uns nur mitteilen, dass der Zuständige heute seinen Tag frei hat. „OK, könntest dann nicht du einen Blick darauf werfen?!“ Ziemlich halbherzig hat er das auch getan, indem er nochmals den Motor angeworfen und mit seiner Hand im Motor rumgetätschelt hat. Anschließend meinte er zu uns, dass wir es ruhig weiterfahren sollen und fragte, ob wir auch ja genug Wasser dabei haben.

Nur zu Erklärung. Die Nullabor Plain ist absolutes Ödland! Es ist das größte Stück Kalkstein Australiens, worauf etwas nördlicher des Highways kein Baum und nichts wachsen. Dieser Highway ist erst seit ca. 20 Jahren betoniert. Zuvor haben sich nur Roadtrains auf den Weg durch die Nullabor gemacht. Keiner reist gerne durch diesen Part von Australien. Auf der gesamten Strecke von Ceduna bis nach Norseman gibt es keine Stadt, keine Supermärkte und wirklich nur sehr spärlichen Handyempfang. Wir haben uns sicherlich etwas naiv auf dem Weg gemacht. Uns war klar, dass wir Wasser benötigen werden, aber die Essensvorräte?! Nun zurück zum Nullabor Plain Roadhouse!

Wie angeraten haben wir uns wieder auf den Weg in Richtung Eucla gemacht und es ganze 37km geschafft, um dann wieder im beinahe roten Bereich zu schweben. Dann war es auch wirklich genug und entschieden uns für einen Anruf bei der RAA. Allerdings ist das gar nicht so einfach mit keinem bis einem Strich Empfang. Um eine SMS zu schreiben war es dann doch genug. Und mal wieder halfen uns Sahra und Sanji. Eigentlich hatten wir uns bereits auf stundenlanges Warten eingerichtet, was sich letztlich doch auf eine Stunde begrenzte. Was mich trotzdem nicht davor gerettet hat, dass ich im Busch auf „Toilette“ gehen musste. Und nun versuch das mal in einer baumlosen Zone! Nach 1 ½ Stunden trafen unsere vermeintlichen Lebensretter ein. Und siehe da, anscheinend hatte der Kollege doch keinen Urlaub. Es war nämlich jener welcher des Nullabor Roadhouses. Das Problem war schnell gefunden. Der Toyota Town Ace hat zwei Wassertanks. Einen Überlauf und einen aus Metall, den wir Deppen nicht als solchen wahrgenommen haben. Die beiden schütten nun Wasser auf. Daraufhin sollten wir den Motor starten, um die Luft aus dem Kühlsystem zu pressen. Plötzlich sehen wir Schaum und Blasen, woraufhin wir uns verwundert an die beiden richteten, ob das so sein soll. Sie lachen und meinen, dass sich ein bisschen Fit darin befindet und es würde den Motor reinigen. Wir wissen nicht über was sie lachen. Schließlich sollten wir es dann nochmals probieren aber in Richtung Roadhouse für den Fall, dass sie uns doch abschleppen müssen. Wir waren total euphorisch und happy, dass es sicher gleich weiter geht, doch stoppten uns die beiden bereits vor den verabredeten 10km und die Temperatur ging wieder hoch. Verdammt! Also wurden wir abgeschleppt. Lasst euch mal 37km bei 20 km/h Abschleppen durch den Kopf gehen. Schnarch! Dort angekommen meinten die Deppen zu mir, dass sie mal ausrechnen, was ich Ihnen schuldig bin. Außerdem denkt er, dass wir den 150km entfernten Mechaniker anrufen müssen, dass der sich das Auto anschaut aber er jetzt schon vermutet, dass auch er uns in seine Werkstatt schleppen muss, da es sicher ein größerer Schaden ist. Da sitzen wir nun. In the middle of fucking nowwhere. Unsere RAA-Mitgliedschaft deckt nur 32 km freies abschleppen. Jeder km kostet 2,60 $. Kein Bus. Keine Bahn. Nur dieses verdammte Roadhouse. Wir und insbesondere ich waren verzweifelt. Das wäre das Ende gewesen. Nur um das Auto zu dem Mechaniker schleppen zu lassen hätten wir knapp 800$ bezahlt und zu diesem Zeitpunkt hätte der Mechaniker noch nicht mal einen Blick hineingeworfen. Wir hatten das Auto bereits abgeschrieben. Ich heulte Rotz und Wasser. Was passiert mit dem Auto? Was passiert mit dem Camping-Stuff und was passiert mit uns? Auf dem Weg zur Toilette kommen mir wieder die zwei Typen entgegen und sie sehen, dass ich geflennt habe! Da drückt mir einer von denen eine Rechnung von 157$ fürs Abschleppen in die Hand. Völlig paralysiert gehe ich mit denen zum Auto und wir bezahlen. Da wussten wir noch nicht, dass die Standardmitgliedschaft 32km freies Abschleppen beinhaltet. Also haben wir für ganze 5km 157$ bezahlt. Abgezogen! Dort haben wir schließlich noch eine Nacht verbracht, mit dem Vorhaben, dass wir es morgens einfach selber noch einmal wagen bis nach Nundroo und dem Mechaniker zu fahren. Da wir kein Zelt aufstellen konnten mussten wir eben zu dritt im Van schlafen, was gar nicht so schlimm war und ich hatte sogar ziemlich gut geschlafen. Am darauffolgenden Morgen ist Marcel gefühlte 100-mal hin und her gefahren, um zu testen, ob der Motor wieder heiß läuft. Als dann immer noch nichts passiert war, entschlossen wir uns wieder zurück nach Adelaide zu fahren. Nach 140km Richtung Adelaide und einem immer noch wunderbar laufenden Auto entschlossen wir uns dann für einen kompletten Routenwechsel, der ebenfalls schöne Strände versprach und keine 4700km andauern würde. Also wieder zurück und dieses Mal haben wir es sogar bis nach Eucla geschafft! An diesem Abend hatten wir ein supernettes Pärchen aus Perth, ursprünglich aus Südafrika, getroffen. Weil wir so einen schönen Abend verbracht hatten und Henrietta am nächsten Tag Geburtstag feiern wollte, vereinbarten wir uns gemeinsam auf der Fraser Range treffen, um dort die nächste Nacht zu verbringen. Wir waren größenwahnsinnig und dachten, dass das Auto 700km schaffe würde, aber falsch gedacht. 160km vor der Fraser Range und 30km vor dem nächsten Roadhouse sind wir dann wieder liegen geblieben. Wir dachten, dass sich der Motor vielleicht von allein abkühlen würde und haben uns für 2 Stunden warten entschieden, um es dann noch einmal zu riskieren. Währenddessen hielt ein Auto und bot Hilfe an, die wir mit einem Lächeln abwiesen. Später kamen dann auch Anton und Henrietta, die uns mit Nahrungsmitteln versorgten und dem Versprechen, dass sie uns nicht im Busch zurücklassen. Falls wir um 18 Uhr noch nicht auf der Fraser Range angekommen sind, dann fahren sie zurück. Nach unseren 2 Stunden und 5 weiteren km, mussten wir einsehen, dass das keinen Sinn macht und wir wieder die RAA anrufen müssen. Leider gab es keinen Empfang, also Autos anhalten. Auto Nr. 1 konnte nicht helfen, Auto Nr. 2 hätte uns abschleppen können, aber wir hatten kein Seil, Auto Nr. 3 ist hemmungslos an uns vorbeigefahren und Auto Nr. 4, eine Familie aus Esperance, hat uns schließlich nach 1 Stunde Autos anhalten weitergeholfen. Wir haben ihnen die Daten für die RAA gegeben und Antons Nr. Wiederum haben Sie uns mehr Wasser gegeben. Danach war wieder Warten angesagt. Um 20:30 Uhr, ganz 6 ½ Stunden später kam Anton und hat uns bis zur Fraser Range abgeschleppt. Für Marcel war es der absolute Horror. Anton hat uns nämlich bei 80km/h abgeschleppt und war der Meinung, dass Robi und ich lieber bei Ihm mitfahren sollten, weil es dann sicherer wäre. Auf der Range angekommen gab es gegrilltes und getoastetes von Henrietta. Wir haben uns etwas schlecht gefühlt, da Anton an ihrem Geburtstag abgeschleppt hat und das hat einige Stunden in Anspruch genommen. Außerdem ist es auch nicht ungefährlich, da Kängurus, Emus usw. alles nachtaktive Tiere sind und wir tatsächlich einige am Wegesrand haben stehen sehen. Am nächsten Morgen rief ich also wiedermal bei der RAA an, wo ich feststellen musste, dass unser Auftrag von Vorabend nicht verarbeitet wurde. Wäre Anton nicht gewesen, dann hätten wir die Nacht im Busch an der Straße verbracht. Die hilfsbereite Familie vom Vortag hatte nicht nur RAA und Anton angerufen, sondern auch die Polizei. Aber auch diese hatte an unserem Schicksal kein Interesse. Anton und Henrietta waren bereits sehr früh nach Perth abgereist und im nächsten Moment hatten wir schon die nächste Bekanntschaft gemacht. Auch diese Familie hatte uns noch etwas zu knappern dagelassen. Wie peinlich und nett zugleich 😉 Gegen Mittag kam schließlich der Abschleppservice, der uns nach Norseman brachte. Leider haben wir uns zum Liegenbleiben ein Wochenende ausgesucht und am Sonntag macht ja bekanntlich niemand etwas. So hätten wir uns eigentlich wieder etwas für eine Nacht suchen müssen. Allerdings haben wir uns mit dem jungen Mann vom Abschleppdienst so gut verstanden, dass er mit seinem Kollegen sprach, ob wir nicht eine Nacht bei ihm auf dem Schrottplatz verbringen könnten. Null Problemo! Was für ein Spaß. Wer kann das schon von sich behaupten eine Nacht aufn Autofriedhof zu verbringen. Gerhardt und Ivana haben uns tags über und in die Nacht hinein die Zeit vertrieben. Gerhardts Vater kam aus Deutschland und Ivana stammt ursprünglich aus Kroatien. Die beiden hatten wirklich viel zu berichten und die Einladung zum abendlichen Bier wollten und konnten wir nicht ausschlagen. Seit einiger Zeit leben sie in einem Wohnwagen auf dem Platz und passen auf, dass sich niemand an den schrottreifen Autos vergreift. Später wollen sie sich ein Haus kaufen. Um es uns gemütlicher zu machen haben sie die Lichterkette angeschmissen und deutsche Volksmusik auflegt. Sehr sympathisch aber auch irgendwie etwas seltsam. Zum Abendbrot gab es an diesem Abend übrigens unser letztes Essen: Reis mit Dosenmais und Dosenbohnen.
Am nächsten Morgen sind wir dann in die Werkstatt gedüst, wo bereits ein großes Wohnmobil stand und wie wir wartete. Nur, dass diese Familie dort bereits seit Donnerstag seine Zelte aufgeschlagen hatte. Unsere gesamte Wartezeit über hatten wir ein Schwätzchen mit den dreien, wobei diese Australier eine Neigung zum Pessimismus und Rassismus hatten.

Endlich sollten wir erfahren, was nun wirklich mit dem Auto nicht stimmte. Einer der Zylinder im Kühlsystem hatte einen Haarriss, den der Mechaniker mit einer Masse füllte und wir daraufhin problemlos Richtung Esperance, den Anfang unserer neu bestimmten Strecke, starten konnten.

Wenn auch noch etwas angespannt kam nach 8 Tagen Wüste, mit der Aussicht auf Sonne, Strand und Meer dann doch endlich Urlaubsgefühl auf. Die Nullabor Plain ist wirklich ein heißes Pflaster und wir drei blicken jetzt respektvoll und nicht ohne ein Kopfschütteln auf unsere Vorbereitungen zurück. Trotz des vielen Fahrens und wenig bis gar keinen Bäumen fand ich die Natur und die Weite die diese Strecke zu bieten hat wirklich beeindruckend. Eine Schande sind die Roadhäuser, die wahrscheinlich Millionäre sind… Die Nullabor Plain war definitiv eine EINMALIGE Erfahrung, die mir klar gemacht hat, wie schnell der Spaß auch zu Ende sein kann und das man sich viel mehr mit den Gegebenheiten der Umgebung auseinandersetzen muss, um nicht wie wir ohne Essen und Trinken dazusitzen.

Beachhouse

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Bereits als wir in Adelaide ankamen hat uns Mel in das Strandhaus ihres Vaters eingeladen. Ende November war es endlich soweit. Bine, Robi, ich und natürlich die gesamte australische Bande (über die vier Tage waren wir insgesamt 9 Personen + Hund) haben uns an einem Sonntag, nachdem wir alle drei noch einmal arbeiten mussten, auf den Weg nach Carrickalinga gemacht. Bereits die Fahrt war mal wieder der Wahnsinn! Leider habe ich am Steuer gesessen und konnte den Ausblick nicht wirklich genießen. Schließlich führte unser Weg durch ein Wasserreservoir, dessen Landschaft uns durch viele Tannen und Seen tatsächlich an Deutschland erinnert hat. Wie wir von Mel und Phil erfahren haben, bezieht Adelaide und Umgebung sein Wasser aus diesem Reservoir. Vor einigen Jahren waren die Reserven so sehr erschöpft, dass die Bewohner eine Regulierung des Wassers erhielten, was zu vielen vertrockneten und trostlosen Gärten und Parks geführt hat. Nach 1 ½ Stunden kamen wir in unserem schnuckeligen Strandhäuschen an, welches wir gleich inspizieren mussten. Nach dem Betreten des Hauses befindet man sich im Ess- und Küchenbereich, welcher sich nach rechts, verbunden durch eine kleine Treppe, zu dem Wohnbereich erweitert. Richtig gemütlich wurde dieser durch ein Panoramafenster mit Blick zum Meer, einen kleinen Kamin und kuscheligen Sofas. Von hier führte der Weg hinaus auf die Terrasse, auf der wir viel Zeit verbrachten. Als Schlafmöglichkeit boten sich uns zwei Zimmer mit Doppelbett und eines mit zwei Doppelstockbetten. Robi, Bine und ich haben es uns in diesem Letzt genannten chaotisch eingerichtet. Als erfahrene Bankbettenschläferin weiß ich, dass unten schlafen immer besser ist, da es entgegen dem coolen oben schlafen, einfach viel mehr praktische Vorteile bietet: All das Zeug (Bücher, Handy, Taschentücher, Lippenbalsam, Mp3-Player…) was man so braucht kann direkt neben mir auf dem Boden aufgebaut werden. Ich überlege nur halb so lange, ob ich auf Toilette gehe oder nicht. Gleiches gilt für generelles aufstehen. UND eigentlich lebt man weniger gefährlich, da unnötiges Klettern ebenfalls wegfällt. Die Betten waren allerdings so winzig, dass ich mir nicht sicher war, ob ich darunter Platzangst bekomme. Man konnte nicht mal halbwegs gerade sitzen, weshalb ich mich dann doch für oben schlafen und dann wieder für unten schlafen entschied. Was mir im ersten Moment nicht aufgefallen war, dass das von mir ausgesucht Bett kein Begrenzung quasi Geländer hatte. Zu gefährlich! Lieber von Robi zerquetscht werden, als ein Bein brechen 😉

Nachdem wir alles aus dem Auto ins Haus geschleppt hatten, machten wir es uns auf der Terrasse gemütlich und warteten auf Sarah, Sanjit und Rockit. Mal wieder ganz australisch wollten wir unseren „Urlaub“ mit einem Barbie einleiten. Nun saßen wir da mit Weinchen und Bierchen, als Mel meint, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir Delfine sehen sehr hoch ist. Nicht viel später passiert es auch schon. Wunderschön!! Über die vier Tage hinweg, hatten wir jeden Tag das Glück und wie es scheint, war es dieses Mal nicht nur für uns etwas besonders, sondern auch die Aussies waren begeistert. Unser erster Abend wurde schließlich mit einem leckeren Barbie + wunderschönen Sonnenuntergang beschlossen.

Der nächste Tag war leider nicht mehr so sonnig, allerdings hatten wir trotzdem 32 Grad. Von 11:30 Uhr bis 17 Uhr haben wir am Strand gelegen, gequatscht, versucht zu Fischen und geschlafen. Da an diesem Tag Sarah und Sanjit ihren ersten Hochzeitstags hatten, sind wir in ein schickes Restaurant gefahren und haben uns viel zu teures und zu wenig Essen schmecken lassen. Als wir wieder im Haus ankamen, gab es zur Feier des Tages einen etwas zwischen 20 und 25 Jahre (ich habs vergessen) alten Port (Shiraz). Die Farbe, Geruch und Geschmack waren unbeschreiblich.

Schließlich war Tag drei angebrochen, an dem es leider gar nicht mehr so schön war. Regen und Sonne gepaart mit viel Wind im Wechselspiel. Ich hatte keine Lust im Haus rumzuhängen und habe einen Spaziergang gemacht. Vorerst muss erwähnt sein, dass Carrickalinga aus Ferienhäusern besteht und um diese Zeit verbringen dort noch nicht wirklich viele Touristen ihre Urlaubszeit. Somit war ich auf meinem Weg durch das Dörfchen und schließlich am Strand entlang die meiste Zeit wirklich allein. Abends war ich Bine, als Küchenhilfe dienlich, da sie ihr berühmtes und wirklich leckeres Thai-Curry zubereitet hat. Danach sind Sarah, Sanjit, Alix und Rockit abgereist und eine neue Besucherin kam. Pech für sie, das an diesem Abend ein fieser Storm losbrach. Es war auf der einen Seite wirklich beeindruckend und auf der anderen leider viel zu kalt. Von 33 Grad an Tag 1 hatten wir uns am Tag 3 auf 17 Grad herab gearbeitet. Trotzdem haben wir uns den Abend nicht vermiesen lassen und schließlich angefangen zu puzzeln 😉

Am letzen Tag waren wir alle ziemlich faul, haben gelesen, geschlafen, gepuzzelt, sind spazieren gegangen und fingen schließlich an aufzuräumen, um uns wieder auf dem Heimweg zu machen. Schweren Herzens haben wir uns von dem schnuckeligen Häuschen am Strand verabschiedet und sind wieder gen Adelaide gedüst, wo uns auffiel, dass wir Öl verlieren. Aber das ist eine andere Geschichte…

Cleland Wildlife Park

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Nach beinahe 3 Monaten Australien und zwei Mini-Roadtrips beschränkte sich die Sichtung wilder Kängurus nur auf „Schlafende“ am Wegesrand oder den gebratenen Zustand auf Robis Teller. Ebenso konnten wir während einer Busfahrt nur einen flüchtigen Blick auf Koalas werfen! Hallo, wir befinden uns in Australien… Eigentlich müssten die Kängurus täglich durch die Straßen hüpfen und ganz natürlich – im Sinne von „AUSTRALIEN“ – sollte in jedem Baum ein Koala hausen. Aber nein, stattdessen haben wir für eine Woche einen sehr großen achtbeinigen fünften Mitbewohner in der Küche oder eine kleine Ratte, die sich auf ihren nächtlichen Streifzügen immer auf dem Weg zur Sturt Avenue macht.

Aus diesem Grunde haben wir uns zu sechst auf den Weg zum Cleland Wildlife Park gemacht (So ein Auto mit acht Sitzen ist klasse!). Da wir diese niedlichen australientypischen Tierchen nicht nur sehen, sondern ganz touristisch streicheln wollten, war klar, dass wir in einen Wildlife Park fahren müssen 😀 Auf Empfehlung unserer australischen Freunde haben wir uns für den Cleland Wildlife Park entschieden. Dieser ist im Cleland Conservation Park gelegen und ca. 20 bis 30 Minuten vom Adelaide Center entfernt. Auf dem Hinweg sind wir den Highway entlang gebraust, da es nach oben einfach schneller geht und für unseren Liebling nicht ganz so anstrengend. Bezahlt haben wir letztlich 20 Dollar pro Person. 18 Dollar Eintritt + 2 Dollar für kleine Futtertütchen. Einen Koala auf den Arm nehmen zu können und diesen Moment durch professionelle Fotografenhand für die Ewigkeit und besonders für daheim zum Rumprotzen festhalten zu können kostete schlappe 50 Dollar. Darauf haben wir liebend gern verzichtet und haben uns auf das Streicheln und auf ein selbstgemachtes Foto beschränkt. Koalas sind trotz ihres enormen Drogenkonsums wirklich zuckersüße, kuschlige und liebenswerte Tierchen. Allerdings fand ich es schon fragwürdig, wie die Kleinen zur Show gestellt werden. Auf einen Baumstumpf wird der Koala in Position gebracht, die Pflegerin hält es einen Ast mit Euka vors Gesicht und schließlich dürfen jeweils 4 Personen das Tier streicheln, auf den Arm nehmen und ein Foto machen. Alles schön der Reihe nach bis 2 Stunden vergangen sind und das abgenutzte und verbrauchte Koalabärchen durch ein neues ersetzt wird. Sowas kann man kaum mit seinem Gewissen vereinbaren, allerdings geht es den Koalas, die nicht gerade für ihre Unterkunft arbeiten müssen ziemlich gut. Viel Euka, Platz zum Rumhängen und Rausch ausschlafen 😉 Ansonsten haben wir einen Tasmanischen Teufel besucht, der sich zum Glück auch gerade hat blicken lassen, Echidnas, Dingos, Wombats, Peligane, Emus, kleine und große Vögel und natürlich lümmelnde und chillige Kängurus! Ich glaube Robi, Bine und ich sind uns einig, dass die Wallebees am niedlichsten waren. Die Standardkängurus sind dagegen wirkliche Poser. Während des Fütterns halten die Schnuckelchen deine Hand fest und machen kleine süße Fäustchen. Ich weiß, dass es ziemlich unnatürlich und absurd klingt, da diese Tiere einen Teil des Wildlifes von Australien ausmachen und wir fahren in einen quasi Zoo und kuscheln alle einmal durch, allerdings war es trotzdem eine schöne Erfahrung. Der Park ist riesig und die Tiere haben somit ausreichend Platz, um zumindest ein wenig ein normales tierisches Leben – mit Vorzügen – verbringen zu können.

Auf dem Rückweg sind wir durch die Adelaide Hills gefahren. Fantastisch! Steile Serpentinen schlängeln sich durch die Berge, mit einem unglaublichen Ausblick über Adelaide und das Meer. Diese Szenerie war mal wieder ein perfekter Abschluss für einen tollen Ausflug.

Strand und Wein, das muss sein!

G´Day ihr Lieben,

wir haben nun schon eine halbe Ewigkeit nichts mehr von uns hören lassen. Im Grunde gibt es auch nicht wirklich viel Neues, wodurch wir hier nur über unsere Ausflüge berichten können. Um ganz ehrlich zu sein, können wir es kaum noch abwarten, bis es endlich in die Vollen geht und wir Richtung Blue Mountains starten. Adelaide ist eines der besten Dinge, die uns geschehen konnten, allerdings wird es langsam Zeit vorwärts zu kommen.

Schon vor ein paar Wochen haben Robi und ich eine Tour durch das bekannteste Weinanbaugebiet von Australien unternommen. Es liegt quasi in meiner Pflicht, als Tochter eines „Weingutbesitzers“ 😉 mir auch diesen Teil von Australien nicht entgehen zu lassen. Das Barossa Valley verfügt über eine 10.000 ha weite Rebfläche. Im Gegensatz zum Saale-Unstrut Weinanbaugebiet sind dies nur 9.265 unbedeutende Hektar mehr. WOW! Unsere geliebten Steilhänge sind hier nicht zu finden. Es gibt leichte Steigungen, aber ansonsten sind es weite grüne Felder, die in einem starken Kontrast zu den trocken Hügelreihen stehen. Wirklich wunderschön! Von den „Städten“ Drumherum haben wir uns etwas mehr erwartet, aber der Fokus liegt hier wirklich auf den Weingütern. Wenn ich nicht die Fahrerin gewesen wäre, hätte ich mich sicher auf eine Weinverkostung eingelassen.

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Das Barossa Valley wurde von Engländern und Deutschen gleichermaßen geprägt und ich war wirklich gespannt, wie viel von der deutschen Kultur wiederzufinden ist. Leider begrenzte sich das auf Stadtnamen, Familiennamen, Bäckereien die sich „Deutsche Bäckerei“ nennen, aber leider kein einziges Produkt führen und natürlich Bayern.

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Zum Ende unserer Tour sind wir in das berühmt berüchtigte Hahndorf (zuvor hatte uns jeder davon abgeraten) gefahren. Durch dieses Städtchen führt eine lange Hauptstraße, welche dermaßen touristisch angehaucht ist, dass man das Gefühl hat, dass in Hahndorf keine Menschenseele lebt.
Trotzdem haben wir unseren Ausflug genossen! Einen kurzen Stop haben wir in Williamstown an einem Wasserreservoir gemacht, um die Whispering Wall auszutesten. Dieser Staudamm wurde von 1899 bis 1903 erbaut und verfügt über eine exzellente Akustik. Der Staudamm hat eine Breite von über 100 Metern. Positioniere nun jeweils eine Person an die beiden Enden des Damms und lasse sie in Normallautstärke oder eben sogar flüsternd miteinander kommunizieren. Es funktioniert! Glasklar. Wirklich beeindruckend. Wir haben nach den Lautsprechern gesucht, aber konnten keine finden 😉

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Ein weiterer Hotspot unserer Route stellte der „Herbig Family Tree“ dar. 1855 machte sich der Bremer Johann Friedrich Herbig (27) auf den Weg nach Australien, um ein neues Leben zu beginnen. Der arme Kerl kaufte sich ein Stück Land ohne finanzielle Mittel, um es auch bebauen zu können und suchte sich als Übergangslösung einen hohlen Gummibaum in dem er, seine Frau und drei Kinder für die nächsten fünf Jahre leben sollten. Der Baum ist riesig, aber auch verdammt klein. Das muss wahre Liebe gewesen sein 😉

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Schließlich waren wir noch Erdbeeren sammeln und haben damit den Tag beschlossen! Yummy…

Meine persönliche Erinnerung, die ich immer noch unübersehbar an mir trage, ist mein rechter Fahrerarm. Das leuchtende rot ist in ein schönes braun übergegangen. Mein linker Arm und der restliche Teil meines Körpers wünscht sich so auszusehen 😉

Ein weiterer Ausflug führte uns zu dem schönsten Strand von Adelaide: „Maslin Beach“. Der Strand ist in einem weiter entfernten Suburb von Adelaide gelegen. Die 45 Minuten Fahrt haben sich für Robi, Bine et moi mehr als gelohnt.

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Der Strand ist umgeben von kleineren und größeren Felsriffen und so hat sich für uns nach der Ankunft ein Wahnsinnsblick von oben herab über den gesamten Strand geboten. Das Wasser ist durch viele kleine Sandbanken nicht nur blau, sondern auch weiß, hellblau, dunkelblau, anthrazit usw.

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Eine Hälfte des 3 km langen Strandes ist seit 1975 ein Nacktbadestrand und zwar der erste in gesamt Australien. Da wir so gut wie allein waren, können wir überhaupt nicht sagen, ob wir uns auf der richtigen Seite befunden haben. Was wir sehr wohl beobachten konnten: Menschen mit Ferngläsern 😉 Es war wirklich ein heißer Tag, aber leider auch ein sehr windiger. Erfahrene Strandnutzer wissen sicherlich, dass an solchen Tagen ein gemütlicher Beach-Ausflug zu einem sehr qualvollen und nervigen Besuch werden kann. Diese kleinen Sandstürme die über uns hinwegfegten, waren wirklich mehr als schmerzhaft. Selbst nach drei Tagen fanden wir immer noch Sand in Haaren und Ohren. Heute denken wir, dass der starke Wind die Erklärung für unsere beinahe Einsamkeit am Strand darstellte.

Der nächste Beitrag kommt sehr bald! Es gilt einiges aufzuholen.

Liebste Grüße an Euch
Robi & Anja